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Zum Tod von J.D. Salinger

Von Daniel • 28.01.2010

jdsalinger

Ich mag Salinger, ich schreib extra nicht mochte. Von daher bin ich doch ein wenig berührt von der Nachricht seines Todes, auch wenn dieser ihn im stattlichen Alter von 91 ereilte.

Heute gab nun also sein Sohn bekannt, dass sein Vater in seinem Haus in New Hamshire verstarb. Ich will kurz sagen was ich an Salinger mochte. Es ist komischerweise nicht „Der Fänger im Roggen“, im Gegenteil sogar. Vielmehr mochte ich seine „Neun Erzählungen“ die in meinen Augen unglaublich geschickt und sensibel wunderbar melancholische Charaktere zeichnen. Es ist wirklich eines meiner liebsten Bücher und eines der wenigen dass ich mehrmals gelesen habe.

Noch viel mehr an ihm mochte ich aber seinen Rückzug aus der Öffentlichkeit. Es ist die perfekte Übertragung von Poesie ins Leben. Ich weiß, dass ich sein Emeritentum hier stark romantisiere und das wahrscheinlich gar nicht so gesund war. Aber dennoch poetisch. Und Poesie muss nicht gesund sein. Basta!

In einem Interview von 1974, 9 Jahre nach seiner letzten Geschichte, sagte er: „Es ist ein wunderbarer Frieden nichts zu veröffentlichen. Ich mag es zu schreiben, ich liebe das Schreiben. Aber ich schreibe nur zu meinem eigenen Vergnügen.“

So soll er 1972 laut seiner damaligen Lebensgefährtin bereits zwei Novellen abgeschlossen haben. Auch wenn eine Seite von mir liebend gerne diese Novellen lesen würde und alles weitere was er noch schrieb, hoffe ich man lässt ihn in Frieden ruhen. Anderseits soll er laut seiner Tochter seine unveröffentlichten Werke nach einem System abgelegt haben, das vorraussah die Arbeiten nach seinem Tod zu veröffentlichen. Wir werden sehen und vielleicht auch lesen. Und wenn wir etwas lesen sollten wir daran denken für wen er es schrieb. Nämlich nicht für uns.

RIP J.D.!

Links zu Salinger:
Der New Yorker hat alle Kurzgeschichten Salingers online gestellt.
YesButNoButYes vermuten auch, dass es bald neue Bücher gibt



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