Sick Sad World: Killerspieler = Kinderschänder

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sick sad world

In Sick Sad World geht es oft um andere Länder. Das ärgerte mich zuweilen, denn Wahnsinn kann man ja auch hier entdecken. Okay okay, nagut, nicht hier, in Bayern halt (sorry, konnte ich mir nicht verkneifen).
Deren Justizministerin Beate Merk (CSU) schießt gerade ein wenig über das Ziel hinaus indem sie einen direkten Zusammenhang zwischen sogenannten Killerspielen und dem sexuellen Missbrauchsskandal auf Ameland ausgemacht haben will.
In einem Ferienlager auf der Insel wurden dieses Jahr mehrere Jugendliche sexuell misshandelt. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Osnabrück wurden Colaflaschen oder Stiele von Kehrschaufeln und Besen in den After gestoßen. Man ermittele gegen elf Jugendliche im Alter von 14 bis 16 Jahren wegen gefährlicher Körperverletzung und Vergewaltigung.

„Der Weg in die Gewaltkriminalität ist nicht weit, wenn man als junger Mensch Gewalt täglich am Bildschirm übt!“, gab Merk zu Protokoll. Konsequenz für sie ist natürlich ein Verbot und im gleichen Atemzug fordert sie Internetsperren.

Man will da gar nicht abstreiten, dass explizites Material, ob nun Gewalt oder Pornographie, einen negativen Einfluss auf Kinder und Jugendliche haben kann. Doch die Forderungen und knapp vereinfachten Kommentare sind einfach populistisch – ich bin es auch, keine Frage. Aufklärung statt verbieten wäre vielleicht mal was Neues.

Oder um es noch plumper zu formulieren: Ich sehe einen Zusammenhang zwischen der katholischen Kirche und Kindesmissbrauch. Lasst sie uns verbieten!

[via damax]

    Ein Kommentar:

  • Marco schreibt am 2. November 2010 um 21:33

    Ich vermute zudem auch, dass Kinderschänder eher selten Killerspiele zocken und umgedreht genauso. Das ist so für mich irgendwie nichtmal ansatzweise die selbe Schiene. Aber gut.
    Wir hörten schon absurdere Geschichten. Blöd ist nur, dass diese immer von irgendwem geglaubt werden. :/

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