Warum die Beatles bei iTunes doch irgendwie eine Sensation sind

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Apple vs Apple

Dafür muss man ausholen. Wie einige wissen hatten die Beatles 1968 ein Label namens Apple gegründet. Was weniger Leute wissen ist, dass Apple Corps genau genommen kein Label war, sondern eine Multimedia Firma mit Unterbereichen wie z.B. Film, Verlag, Musikstudio und Elektronik.

Und hier fängt es an interessant zu werden. Apple Electronics, geleitet von Lennons Freund Yanni Alexis Mardas aka Magic Alex, hatte große Pläne. Telefone die stimmgesteuert sind. Autos, die die Farbe wechseln. Röntgenkameras und gar fliegende Untertassen. Doch auch unambitioniertere Projekte wie ein Radio in Apfelform kamen nie zu stande. Der Endpreis eines solchen Radios wäre zu hoch für den normalen Markt gewesen. Und so war Apple Electronics schnell weg vom Fenster. Doch die Markenrechte blieben.

Alex Mardas bei Apple Electronics
Alex Mardas im Apple Electronics Labor.

Als dann Steve Jobs und Steve Wozniak mit Apple Computern auf den Markt kamen waren die Anwälte schnell zur Stelle. Zwischen 78 und 81 stritten sich die beiden Firmen bis man sich außergerichtlich einigte. Apple Computers zahlten 80.000 Dollar an die Apple Corps und versprachen sich vom Musik-Business fernzuhalten.

Als Apple dann 1986 Soundchips und Midi in ihren Rechnern anboten sahen Apple Corps ihre Bedingungen nicht erfüllt und klagten 1989 wieder.

Und 1991 mussten Apple Computers wegen eines Sampling Systems stolze 26,5 Millionen Dollar an die Apple Corps zahlen.

Du kannst Dir denken, dass es auch wieder Rechtsstreits gab als Apple mit iPod und iTunes an den Start gingen. Um es kurz zu machen zwischen den Beatles (vertreten durch Apple Corps) und Steve Jobs (vertreten durch Apple Inc.) hätte es durchaus besser laufen können.

Das war mitunter der Grund, warum sich die Beatles dem digitalen Vertrieb verweigerten. Gerüchten zu Folge war sich Steve Jobs bei der Namensgebung der Schwierigkeiten durchaus bewusst, resultierte der Name doch aus seinem Beatles Fantum.

Eine wahre Sensation ist die Verfügbarkeit des Beatles-Backkatalogs bei iTunes nun wirklich nicht. Doch wie Du siehst hat der Coup doch eine durchaus interessante Komponente. Und die ist nicht, dass sich jetzt kein Künstler mehr dem Digitalvertrieb verweigern kann. Denn dieser Punkt war/ist abzusehen, das Ende der langanhaltenden Streitigkeiten eher nicht.

    3 Kommentare:

  • Kavendish schreibt am 16. November 2010 um 17:04

    Ach schau an, hab ich auch nicht gewußt. Jetzt kann ich das zumindest etwas nachvollziehen.

  • MissNyx schreibt am 16. November 2010 um 20:30

    Dabei hätte ich so gerne ein farbenwechselndes Auto gehabt.

  • Jaycee aus dem Atomlabor Wuppertal schreibt am 17. November 2010 um 00:53

    sehr schön aufgerollt, werde es mal verlinken !

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