5 Kommentare

Wenn Verbrechen die Kunst imitiert – “Still Tickin: The Return of A Clockwork Orange”

Von Daniel • 02.03.2011

Ich finde das ein enorm interessantes Thema. Wenn Verbrechen Kunst imitiert oder wenn Kunst Verbrechen beeinflusst. Wie kommt es, dass nicht nur Lennons Mörder Mark David Chapman das Buch “Der Fänger im Roggen” beim Attentat dabei hatte, sondern auch der Stalker Robert John Bardo, der die Schauspielerin Rebecca Schaeffer ermordete? Ebenso zählte der Una-Bomber Theodore Kaczynski eine Ausgabe des Buches zu seinen spärlichen Besitztümern.

Ist “Der Fänger im Roggen” ein gefährliches Buch? Und wie ist es mit Musik? Mir ist der Fall von Richard Ramirez bekannt, einem Vergewaltiger und Serienmörder, der sich angeblich von AC/DCs Song “Night Prowler” zu seinen Taten inspirieren ließ:

“As you lie there naked
Like a body in a tomb
Suspended animation
As I slip into your room”

Nicht zu vergessen Charles Manson, der seine Inspiration im weißen Album der Beatles und vor allem “Helter Skelter” fand. Wie subversiv kann Kunst sein? Wie beeinflussend ein Lied, oder ein Film? Ich kann mich noch daran erinnern wie ca. 1991 der dritte Teil von Chucky die Mörderpuppe in den Medien war, weil er mit dem Mord an den zweijährigen James Bulger durch zwei ältere Kinder in Zusammengehang gebracht wurde. Das stellte sich jedoch später als falsch raus, hatten die beiden Jungs den Film niemals gesehen.

Die Dokumentation “Still Tickin: The Return of A Clockwork Orange” von Channel 4 beschäftigt sich u.a. mit der nachweislichen Tatsache, dass Regisseur Stanley Kubrick selbst den Film in England aus den Kinos holte. Man mutmaßte damals, dass dies geschah, weil die Presse einen tätlichen Angriff auf einen Obdachlosen mit dem Film in Verbindung gebracht hatte. Kubricks Frau Christiane erzählte jedoch in einem Interview, dass die Polizei ihm ein Aufführungsstopp empfahl, da Kubricks Familie bedroht wurde. 27 Jahre lang, bis nach Kubricks Tod, wurde der Film in Großbritannien weitgehend unter Verschluss gehalten.

Eine wirklich sehr gute Dokumentation in denen sich neben namhaften Regisseuren wie Sam Mendes oder Mary Herron auch Malcolm McDowell zu Wort meldet.

[via Dangerous Minds]



Ein Trackback »

    4 Kommentare »

  • daMax schreibt am 2. März 2011 um 16:18

    Is ja witzig, dass ich ausgerechnet heute früh das Intro zu A Clockwork Orange gepostet hatte. Bin da gestern über ganz verschlungene Netzpfade drauf gekommen. Ausgangspunkt war dieses Bild.

  • daMax schreibt am 2. März 2011 um 16:40

    Kann es sein, dass das Video mittendrin abbricht? Irgendwie hört das so abrupt auf…

  • Daniel Decker
    Daniel schreibt am 2. März 2011 um 16:44

    @daMax das ist eine Playlist von drei Videos. Bei mir klappt das.

  • daMax schreibt am 2. März 2011 um 20:30

    ah. aaah… das hatte ich glatt übersehen.

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