Die Sache mit dem Feminismus

Feminismus

Angestachelt durch die vielen Rants gegen die FeministInnen auf der re:publica muss ich doch auch noch mein Maul aufmachen. Da kommen Beschwerden aus Ecken von denen man es nie erwartet hätte: Es nervt und die jammern, bla bla bla.

Diese Einstellung ist ein grundsätzliches Problem von vielen Menschen. Es ist sogar oft bei Frauen selbst zu beobachten. Zustande kommt dies durch das was ich immer Blasendenken nenne. Ich muss nahezu keinem meiner Freunde was von Feminismus erklären. Für uns ist es logisch, dass jede Person ob Männlein, Weiblein oder sonst was den gleichen Wert in der Gesellschaft hat und haben sollte. Ob nun in der Arbeitswelt oder im Allgemeinen. Und auch ist klar, dass alte Klischees längst überholt sind. Was dann bei feministischen Debatten eintritt ist ein „Preaching to the Converted“. Das komischerweise oft nicht mit einem „Ja, verdammt nochmal. Du hast recht! So ist das.“ goutiert wird, sondern mit einem „Shut the fuck up, Du nervst!“ Und das kann es durchaus, aber eben nur in Deiner verfickten kleinen Blase. Geh raus und öffne Deine Augen. Schau Dir angeblich aufgeklärte Magazine an. Warum ist da die einzige weiblich besetzte Redaktionsstelle die der Moderedakteurin? Wie viele männliche Sekretäre kennst Du? Die Welt ist voller Klischees. Und festzustellen, dass mehr männlich geführte Blogs in den Blogcharts sind oder dass nur 6% Frauen bei der deutschen Wikipedia schreiben hat nichts Weinerliches. Wie kann eine Feststellung weinerlich sein?!

Verlass Deine Blase und Du wirst sehen, dass die wenigsten wie Du denken. Steig in ein Taxi und fahr durch die Stadt und irgendwann hast Du auch einen Taxifahrer der Dir sagt, dass der andere Verkehrsteilnehmer aufgrund seines Fahrverhaltens bestimmt eine Frau sei und dabei die Augen verdreht. Ich weiß ganz genau wie Du denkst, mich hat das auch lange genervt, weil es für mich selbstverständlich war. Aber wenn Du die Augen außerhalb Deiner kleinen Enklave öffnest, dann siehst Du dass es noch viel Arbeit gibt.

Auch fällt auf, dass manche Ranzenden ein Feminismusbild im Kopf verankert haben was dem Klischee der lila Latzhosen tragenden frigiden hässlichen Männerhasserin zu entsprechen scheint. Seriously, WTF?! Schlagt eine Missy auf, geht auf die Panels, auf Barcamps. Ich hab da keine solche Frau gesehen. Ich hab mich lange mit ihnen unterhalten und mich nicht gehasst gefühlt. Es ist noch so viel Arbeit. Du musst gar nicht mitmachen, aber lass wenigstens die anderen ihren Job tun und den haben gerade auf der RP11 Leute wie Jaclyn Friedman, wo ich nur das Ende sah, verdammt gut gemacht.

Von: Daniel • Tags:

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