Prypjat – Atomare Geisterstadt

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Dieses Jahr haben die Ostermärsche, die traditionell u.a. gegen Atomkraft sind, enormen zuwachs. 10.000ende sollen auf den Straßen gewesen sein. Grund genug sich mal anzusehen, was der Scheiß anrichten kann.

Prypjat ist eine Stadt in der Ukraine, die 1970 mit dem Bau des Kernkraftwerks Tschernobyl gegründet und infolge des Reaktorunglücks am 26.04.1986 evakuiert wurde. Damals wohnten fast 50.000 Menschen dort und sie war die nächstgelegene Siedlung zum havarierten Kraftwerk. Seit dem Unglück ist Prypjat eine Geisterstadt.
Da die Bewohner überraschend und schnell evakuiert werden mussten, bekommen die verlassenen Gebäude eine noch unheimlichere Note. Man versprach ihnen bald zurückzukehren, so dass viele ihr Hab und Gut vor Ort ließen, welches allerdings in den Jahren danach zu großen Teilen geplündert wurde. Tausende litten an Traumatisierungen und den Folgen einer zweifelhaften Umsiedlungspolitik.

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Extremtourismus: Reisen und Touren durch die Geisterstadt

Die Stadt ist ein beliebtes Touristenziel und im Dezember 2010 verkündete das ukrainische Katastrophenschutzministerium, die „Exclusion Zone“ um den Reaktor Nr. 4 des Atomkraftwerkes Tschernobyl ab diesem Jahr dem Tourismus zu öffnen. Man hofft mit Reisen und Touren bis zu einer Million Besuchern pro Jahr zu begeistern, die dieser Art von Extremtourismus nachgehen und dringend benötigtes Geld in der Region lassen.

Besonders empfehlenswert ist das Projekt „Strahlende ORTE“ von Sergey Abramchuk und Vitali Shkliarou, die 2006 zum 20ten Jahrestag der Katastrophe mit sieben Graffiti Künstlern in die Geisterstadt reisten um an das Geschehen zu erinnern:

„Grundlage der Arbeit sind die urbanen Mauern: direkt auf die Hauswände und Fabrikanlagen malen Konstatin Danilov, Denis Averyanov, Ivan Malakhov, Kim Köster und Tobias Starke ihre Bilder. Im Vordergrund steht der Versuch, den Ort in seiner verfremdeten, aber bedrückend wirklichen Realität in sich aufzunehmen und in den Werken zu spiegeln. Festgehalten und transportiert werden sie durch die Fotografien und Filme von Sergey Abramchuk und Niels Grugel.“

Weitere Bilder und Infos findest du auf 26-04-1986.com

Alle Bilder von Wikipedia. Es werden Fotos von Артемий Титов, Carl Montgomery, Jason Minshull, Justin Stahlman unter CC-Lizenz und PD verwendet.

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