Sick Sad World: Saudische Frau wegen Autofahrens verhaftet

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Sick Sad World

Traurige kranke Welt, eine kleine Geschichte aus dem Mittelalter – Ach nee, doch aus der jetzigen Zeit.

Manal al-Sharif hat eine Kampagne auf Facebook gestartet. Am 17. Juni 2011 sollen alle saudischen Frauen vom Rücksitz auf den Fahrersitz wechseln. Der Grund? In Saudi-Arabien dürfen Frauen kein Auto fahren!

Was sich wie ein schlechter Scherz anhört ist Realität. Dabei steht das scheinbar nichtmal im Gesetz.
Dennoch, saudische Frauen unterliegen in der Regel einer gesetzlichen männlichen Vormundschaft. Der männliche Vormund ist bis zur Ehe in der Regel der Vater, die Brüder oder ggf. ein Onkel. Ab der Ehe ist der Ehemann der männliche Vormund. Für Reisen z.B. braucht eine saudische Frau die Genehmigung ihres Vormunds. Und Frauen ist eben auch das Lenken von Kraftfahrzeugen in der Stadt untersagt, was König Abdullah im Oktober 2005 bestätige. Ein offizielles Fahrverbot gibt es dennoch nicht, es ist schließt Tradition.

Als Manal al-Sharif mit ihrem Bruder, dessen Frau und Kindern letzten Samstag durch die Stadt fuhr wurde sie von der Polizei angehalten:

„Manal al-Sharif musste ein Papier unterschreiben, und ihr männlicher Vormund wurde verpflichtet, dafür zu sorgen, das so was nicht noch mal passiert. Am nächsten Morgen um zwei Uhr früh hat sie dann die Staatssicherheit aus dem Haus geholt. Es geht nicht mehr ums Autofahren. Die Vorwürfe lauten: Störung der öffentlichen Ordnung und Aufwiegeln der öffentlichen Meinung gegen den Staat. Der zweite Vorwurf ist schwerwiegend. Er erklärt die Art und den Zeitpunkt der Festnahme. Manar al-Sharif wurde behandelt wie eine Terroristin. Seither sitzt sie im Frauengefängnis der Provinzhauptstadt Dammam, nur ihr Anwalt darf sie treffen.“

Zitat: Tagesschau

Manals Freundin Wajeha Huweidar, eine der berühmtesten Frauenrechtlerinnen Saudi-Arabiens, befürchtet, dass hier ein Exempel statuiert werden sollte. Grund ist vor allem Manals Kampagne auf Facebook. Man(n) hat Angst, dass viele ihrem Beispiel folgen könnten und dies nur der Anfang ist. Saudi-Arabien uns König Abdullah blieben bisher von der Protestbewegung verschont. Kleinere Demonstrationen wurden sofort gewaltsam eingedämmt.

So ist die Sorge groß, dass durch einen solchen Widerstand, wie Manal ihn ausübt, größere entstehen können. Dementsprechend hat sie mit derart massiven Repressalien zu kämpfen.

Scheinbar hatte der füntägige Gefängnisaufenthalt Wirkung. Nach einem Zusammenbruch soll Manal die Aktion am 17. Juni abgesagt haben, so berichten vor allem saudische Zeitungen. In einigen westlichen Medien wird sie dagegen als saudische Rosa Parks gefeiert.

[via mädchenmannschaft]

    Ein Kommentar:

  • Vorstadtprinzessin schreibt am 26. Mai 2011 um 16:30

    Wat???? Die dürfen kein Auto fahren? Was soll das denn? Ich bin so froh hier in Deutschland zu leben…da wirste verhaftet weil du mal ein Lenkrad berührt hast! Behämmert…

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