Exklusiver Auszug aus Fetzen von Gerd Reda

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Fetzen von Gerd Reda

Fetzen ist ein existentialistischer Schund Roman. Eine Dystopie, die die Grenzen des guten Geschmacks weiter dehnt als Goatse und genau deswegen Spaß macht. Wie jeder Pulp, jeder Trash ist Fetzen somit auch nicht Jedermanns Sache. Wer aber in die Falle läuft empört zu sein, angewidert, oder verletzt, der versteht das Genre nicht.

„Was machst du, wenn dir dein Arzt gerade erzählt hat, dass du nur noch ein paar Tage zu leben hast?
Was machst du, wenn du zusätzlich feststellen musst, dass deine Freundin, der du gerade dein Leid klagen wolltest, kopflos vor deiner Wohnungstür liegt?
Und was machst du, wenn just in diesem Moment ein Zwerg auftaucht und dir mitteilt, dass er erstens Gott ist und dass zweitens der Kopf deiner Freundin die Menschheit retten könnte?
Erst mal gehst du mit dem Zwerg ein Bier trinken und harrst der Dinge, die da noch kommen …“

Nach dem Klick ein exklusiver Auszug, den mir Gerd zur Verfügung stellte. Ich hab das Buch noch nicht komplett durch, empfehle es aber wirklich gerne weiter. Es macht Spaß, wie blutige japanische Trashfilme eben auch Spaß machen. Hier kannst Du es zum Preis einer Schachteln Kippen kaufen: FETZEN – Ein existenzialistischer Schund-Roman

Fetzen – Ein Auszug aus einem existentialistischen Schund-Roman

Mittlerweile war es auch schon dunkel geworden, und ich war doch ganz froh, als ich endlich vor Noras und meiner elenden Hütte stand.
Musste ja so sein: Der Bewegungsmelder vor unserem Appartment war mal wieder kaputt und beim Hochstolpern zu unserem Loch fiel ich über einen Müllsack, fing mich wieder auf dem Treppenabsatz, rutschte dort aber in der Reviermarkierung unserer Nachbartöle aus und legte mich direkt vor unserer Wohnungstür doch noch auf die Fresse. Und genau in dem Augenblick, als ich mich hochraffen wollte, ging der Bewegungsmelder an, und die Hundepisse, in der ich gerade meine Hand aufstützte, erwies sich als Blutlache, die aus dem vermeintlichen Müllsack suppte. Und der Sack entpuppte sich als meine Freundin, vielmehr die Reste ihres Oberkörpers, aber auch das konnte ich nur aufgrund des Make Love not War-T-Shirts rekonstruieren, das ich ihr mal in einem beschämenden Moment politischer Korrektheit geschenkt hatte.

Das war entschieden zuviel für einen Tag, ich hatte nicht mal mehr Lust aufzustehen. Ich blieb einfach so liegen, der Bewegungsmelder ging dauernd aus und an, in irgendwelchen Abständen, wie er eben lustig war, meine rechte Hand suhlte sich in der Blutsuppe, und mein Kopf lag auf dem Torso meiner Ex und wunderte sich ungefähr für ein halbes Jahrtausend über gar nichts mehr.

Ich lag dann da so rum und malte mir so langsam aus, wie Clownhorden die Treppe hochgestürmt kamen, mich da in den Eingeweiden meiner letzten Liebe vorfanden und mich übelst zu Klump hauten. Ich mein‘, so eine Scheiße passierte einem ja nicht jeden Tag. Was sagt man eigentlich so, wenn man kaputtgestiefelt in den Einzelteilen seiner letzten Beziehung liegt, von der jeder im Umkreis von ’nem halben Kilometer bestätigen kann, dass da außer Tellergeschmeiß und verbalen Unflätigkeiten, die jeder Gürtellinie spotteten, nicht viel zu vernehmen war?

„Entschuldigung, es war bestimmt nicht meine Absicht, meine Freundin vor unserer Wohnung zu zerlegen, obwohl ich heute die Nachricht bekommen habe, dass ich höchstwahrscheinlich nur noch eine Woche zu leben habe, weil sie mich höchstwahrscheinlich mit der Hure infiziert hat. Nichtsdestotrotz war ich ohne Argwohn ihr gegenüber, ich wollte mich lediglich auf ein Abschiedsbierchen mit ihr treffen und unsere Streitigkeiten mit einer Trennung und besten Wünschen, die Zukunft betreffend, beenden.”

Wer glaubte dir denn so einen Mist? Dementsprechend stellte ich mich auf eine weniger unterhaltsame Nacht in einer kleinen, ungemütlichen Zelle mit gelegentlicher Elektroschockbehandlung ein, in der mich ab und an ein geselliger Clown nach dem Verbleib von Noras Kopf fragte. Und als ich mir gerade auszumalen begann, welch elender Nachruf wohl auf meiner Urne stehen würde, klingelte mein Handy.

Ich kramte es hervor, hatte irgend so ’ne picklige Hackfresse auf dem rot eingesifften Display, die sich mir mit „Hallo, hier spricht Gott” vorstellte.

„Ja, wie Gott?”

Am anderen Ende der Leitung tat sich ein verblüfftes Räuspern, gefolgt von einem dann doch bestimmten „Gott, dein Schöpfer!”
Das nahm ja überhaupt kein Ende mehr! Jetzt auch noch so ein komplexbehafteter Pennäler, dem nichts anderes einfiel, als Leuten mit obszönen Anrufen auf die Nerven zu gehen. Ich hatte nicht mal mehr die Kraft, das Handy gegen die Wand zu schmeißen, konnte lediglich ein resigniertes „Geh doch bitte anderen auf die Nerven” in das Ding hauchen, bevor mein Arm wieder in die Lache fiel und das damit einhergehende Geblubber mein Trommelfell nur noch im Ansatz in Schwingungen versetzte.

    3 Kommentare:

  • mrxls schreibt am 1. August 2011 um 01:02

    gibts das auch für nicht kindle? Am besten auf Papier? Zur not als PDF? Ich hab so einen neumodischen Kram nämlich nicht und hätte es mir nun direkt gekauft…

    dann halt nicht..

  • - schreibt am 2. August 2011 um 23:33

    geht mir genauso.

  • Daniel Decker
    Daniel schreibt am 2. August 2011 um 23:43

    Man kann Kindle Bücher ohne Kindle lesen. Seht hier!

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