Homophobic Friends

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Ich hab mir dieses Jahr zwei neuere Filme angesehen. Green Hornet und Paul. Ich mochte beide, aber auffallend war, dass beide Filme nicht ohne homophoben Humor auskommen konnten. Ziemlich Schade. Bei Paul habe ich auch echt lange gedacht, dass Clive noch sein Coming Out bekäme…

Das hätte das ganze irgendwie ein wenig relativiert. So ist das irgendwie so 90ies. Wie eben bei Friends. Dabei gab es da eigentlich relativ moderne Ansätze. Ross Ex-Frau, die eine lesbische Beziehung führte, oder auch Chandlers transgender Papa. Aber genau da gab es eben immer diese Unbehaglichkeit der Hauptfiguren aus der Situationskomik entstand.

Tijana Mamula hat sich 10 Staffeln Friends vorgenommen und alle homophoben, transphoben und/oder heterosexistischen Witze rausgesucht. Dabei kam sie auf ganze 90 Minuten (sic!), schnitt die Witze dann aber so zusammen, dass eine ganze Folge rauskam. Hier ist sie: Homophobic Friends. Mehr dazu im Bitch Magazine.

Homophobic Friends from WayDownEast on Vimeo.

[via mädchenmannschaft]

    5 Kommentare:

  • Fred schreibt am 20. Juli 2011 um 16:20

    Hm, ich hab mir das noch nicht angesehen, kann mir aber nicht vorstellen, dass bei Friends bewusst homophobe WItze gemacht wurden, sondern nur als solche interpretiert werden. Allein, weil die Macher ja auch nicht der Norm entsprechend sexuell orientiert waren. Oder bringe ich da was durcheinander?

  • tee schreibt am 20. Juli 2011 um 17:07

    also beim großteil der witze wird ja mit den heterosexistischen vorstellungen der zuschauer gespielt. ein witz über männliche klischeevorstellungen von lesben oder die durchaus homophobe umarmung von zwei männern sind doch nicht selbst homophob oder heterosexistisch. ganz im gegenteil.

  • El Spotto schreibt am 20. Juli 2011 um 18:06

    Ich als „einer von denen“ und großer Friends-Fan fühle mich von diesem Post quasi doppelt angesprochen.

    Also, bei meinen unzähligen Malen Friends-Durchgucken ist mir besagter Humor auch immer wieder aufgefallen, aber als wirklich homophob habe ich ihn nicht wahrgenommen. Ich glaube, tee hat das schon ganz gut ausgedrückt. Ist ja nicht so, dass man über Homosexualität überhaupt nicht lachen dürfte. Solange nicht die verstaubten Klischees der kreischenden, dauergeilen, hyperfemininen Sissy ausgegraben wird (o.Ä.) finde ich das total okay. Zuviel political correctness ist irgendwie auch schon wieder diskriminierend.

    Was Freds Kommentar angeht: Das kommt darauf an, was du unter „Machern“ verstehst, während die Produzenten Bright, Kauffman und Crane anscheinend durchaus offen, tolerant und sogar engagiert sind, gab es da mal eine unschöne Geschichte, von der ich aber nicht genau weiß, wieviel Wahres dran ist. Jedenfalls ging es darum, dass eine ehemalige bei Friends Beschäftigte (ich weiß nicht mehr ob Autorin oder sonst was) Klage wegen sexueller Belästigung erhoben hat. Im Rahmen dieser Geschichte wurde auch behauptet, dass im Autorenraum generell ein sehr testosteroniges Klima geherrscht habe und auch David Schwimmer auf mobbende Art und Weise Homosexualität „unterstellt“ wurde…

  • Fred schreibt am 20. Juli 2011 um 22:42

    @El Spotto:

    Mit den Machern meine ich die drei David Crane, Kevin Bright, Marta Kauffman. David bzw. Kevin ist doch schwul. Das meinte ich damit, dass ich unter dem Gesichtspunkt Homophobie in Friends nicht plausibel nachvollziehen könnte. Hab ja grade lustiger Weise 4 Staffeln am Stück geguckt und mir natürlich auch wieder aufgefallen, dass schon oft mit sexuellen Klischees gespielt wird. Aber das betrifft sowohl als auch. In meinen Augen sind in der Serie mehr Elemente enthalten, die diese „Umbruchstimmung“ in der Gesellschaft darstellen. Ross & Joey, die zusammen auf dem Sofa übernachten und sich am nächsten Morgen erschrecken, dass sie das „ALS MÄNNER“ machen, stellen sich am Abend doch wieder die Frage, ob sie nicht noch mal schmusend auf dem Sofa pennen wollen.
    Aber wie oben schon gesagt: Hab den Zusammenschnitt noch nicht gesehen und werde das heute auch nicht mehr schaffen. Wenn der nicht eh schon wegen der GEMA oä gelöscht wurde …

  • Fred schreibt am 20. Juli 2011 um 23:33

    Okay okay, ich habs jetzt doch gesehn. Nicht ganz, aber fast. Ich seh das nicht homophob. Es sind doch eigentlich nur Sprüche, die das unwissende hetrosexuelle Bild von anders orientierten sarkastisch, zum Teil auch übertrieben zynisch, wiedergeben. Der Gesellschaft einen Spiegel vorhalten. Und Probleme aufzeigen. Oder sehe ich das so sehr komplett falsch?

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