4 Kommentare

Ein paar Millionen virtuelle Affen schreiben Shakespeare

Von Daniel • 28.09.2011

Infinite Monkey Theorem

Jeder kennt das Infinite-Monkey-Theorem. Also jetzt nicht vom Titel, aber jeder kennt die Behauptung, dass ein Affe, der unendlich lange zufällig auf einer Schreibmaschine herumtippt, fast sicher irgendwann die Werke von Shakespeare schreiben wirde.
Es gibt da verschiedene Arten des Theorems, die interessanteste ist, dass wenn eine unendliche Anzahl von Affen auf einer Schreibmaschine rumtippen mindestens einer der Affen direkt und fehlerfrei die Werke von Shakespeare tippen wird. Eine andere Variante ist, dass millionen Affen zusammen die Werke schreiben. Bei der Wikipedia gibt es eine interessante Erklärung zur Mathematik hinter dieser Aussage, aber noch viel lustiger, diese kleine Anekdote:

“Im Jahr 2003 berichteten Wissenschaftler und Studenten des Zoos von Paignton und der University of Plymouth in Devon in England, dass sie einen Monat lang eine Computertastatur in einem Käfig mit sechs Makaken platziert hatten: Die Affen hatten nichts Sinnvolles zustande gebracht: lediglich fünf Seiten, wobei die Texte hauptsächlich aus dem Buchstaben S bestanden. Die Affen hatten außerdem mit einem Stein auf die Tastatur eingeschlagen und sich über der Tastatur entleert. Das ‘Experiment’ hatte keinen wissenschaftlichen Charakter und war als performance (künstlerische Darbietung) konzipiert.

Dem Versuch kann man entnehmen, dass die Übertragung der Aussage des Theorems auf reale Affen scheitert: Er lässt schließlich annehmen, dass die Affen beim zufälligen Tippen von Buchstaben die Bedingung der Unabhängigkeit der Buchstaben untereinander nicht erfüllen. Das Theorem ist schlicht bildlich formuliert und selbstverständlich keine Vorhersage, dass in einem realen Experiment jemals ein Affe einen sinnvollen Text schreiben wird.”

Vielleicht auch der Grund warum Jesse Anderson, ein Software-Entwickler aus Nevada, auf virtuelle Affen zurückgriff. Der hat nämlich nun ein Experiment gestartet und greift dabei auf Hadoop, Amazon EC2 und Ubuntu Linux zurück um seine Affen zu simulieren. Am 23. September war es dann soweit. “Der Liebenden Klage” und “Der Sturm” wurden per Zufall erschaffen. Die virtuellen Affen starteten am 21. August mit ihrer Arbeit. Gerade mal ein wenig mehr als ein Monat war nötig um die beiden Werke “zufällig” zu erschaffen. Dabei geht Anderson simpel vor. Die Zufallssequenzen werden verglichen und Treffer werden grün markiert. Bis dann ein Stück fertig ist. Das Experiment wird so lange weiterlaufen bis alle Werke Shakespeares zufällig erschaffen wurden. Anderson lässt die Affen dabei stets eine Sequenz von 9 Zeichen schreiben. Eine genaue Beschreibung findet Ihr auf seiner Seite.

(via neatorama)



    4 Kommentare »

  • Peter Blatecky via Facebook schreibt am 28. September 2011 um 18:34

    shit, i les grad joyce……

  • FraMe schreibt am 28. September 2011 um 18:47

    Ricky, Steve und Karl haben sich das Theorem auch schon mal vorgenommen. Inklusive infinitive Monkeylaugh.
    http://goo.gl/rzzvD

  • Gerhard schreibt am 28. September 2011 um 21:46

    Wie wärs mal mit einem Algorithmus, der jedes beliebige und darstellbare Bild überhaupt erschafft?

    Sagen wir 640×480 Pixel in je 16,7 Millionen farben. Die Pixel werden allesamt in allen möglichen Anordnungen und Farben verteilt. So sollte irgendwann JEDES mögliche Bild – und somit jedes Gesicht, jeder Kontinent, jedes Tier und überhaupt ALLES erscheinen. Einfach nur durch die immer neue Anordnung der Pixel und ihren Farben, bis man alle Möglichkeiten durch hat.

    Make it so!

  • J.C. schreibt am 28. Oktober 2011 um 15:55

    Angeblich hat Shakespeare sowieso keines der Werke selbst geschrieben! Da kommt jetzt sogar ein Film dazu raus: http://www.youtube.com/watch?v=ewxUk6xOQxg

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