Nirvanas Nevermind wird 20

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Es ist seltsam. Auch wenn ich die Nevermind als einziges Nirvana-Album lediglich auf Kassette besaß und ich vor allem die Bleach für das beste Album der Band halte, fiel mir auf, dass ich genau weiß wie ich die Band das erste mal hörte.

Ich war damals in einer Clique von Metal-Hörern in der wir uns alle nur mit Nachnamen ansprachen und Startercaps trugen und Nikes. Ein Startercap wollten mir meine Eltern nie kaufen, das ist aber ein anderes Thema. Auf jeden Fall hing ich bei unserem Cliquenchef daheim ab. Der war ne coole Sau, weil er sich traute Nacktbilder aufzuhängen und Samantha Fox Strip Poker auf dem C64er hatte, dabei hatten wir wahrscheinlich alle zusammen weniger Schamhaare als selbige Hitsingles (Wen es interessiert: Es waren drei!).
Auf jeden Fall kamen wir uns erstaunlicherweise nicht besonders dämlich sondern unglaublich rebellisch vor. Am rebellischsten aber war der Bruder vom Cliquenchef. Der hatte nämlich bereits eine Freundin und eine eigene Band. Von mir wusste er, dass ich nicht nur Metal hörte und so kam er eines Tages auf seine lässige Art ins Zimmer seines Bruders und gab mir ne CD:
„Ey Daniel, das ist was für Dich. Ist zwar kein Metal, aber auch ganz geil.“

Yep, das war sie. Meine erste Begegnung mit Nirvana. Ich kaufte mir dann sehr bald die Bleach, einfach aus dem Grund weil die billiger zu haben war als die Nevermind. Und sonst? Ich weiß es nicht. Wichtig ja, für mich? Probably not. Bald entdeckte ich weezer, Pixies, Sonic Youth, Neubauten und Hamburger Schule. Und bei Grunge verstand ich nie was Grunge sein sollte. Soundgarden klangen anders als Pearl Jam und diese wieder anders als Mudhoney und die anders als Nirvana. Aber vielleicht, nur vielleicht hat die Nevermind mir wieder die Augen geöffnet, dass da mehr war als Shredding und Soli und meinen zeitweise eingengten Blick auf das große Ganze ausgeweitet.

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