Occupy Bundestag – Ein Versuch #OccupyBerlin

Brüder im Geiste! Occupy Berlin

Ich hätte mich aufregen können, die Reden, die vor der Demonstration von den Veranstaltern geschwungen wurden, waren bis auf Ausnahmen gefüllt mit Plattitüden und revolutionärem Geschwätz. Doch ich habe es ja heute schon angekündigt, nicht für Anonymous und auch nicht für Echte Demokratie Jetzt ging ich auf die Straße. Und so konnte ich auch nur Klatschen, als nochmal ausdrücklich darauf hingewiesen wurde, dass dieser Protest weder an Organisationen noch an Parteien gebunden wäre, sondern jediglich dem Individuum gelte.

Als ich zuvor gegen 13:00 Uhr am Alexanderplatz ankam, schien es erst so, dass sich nur wenige Leute zusammengefunden hätten. Viele der späteren 8000 (laut Polizei) Marschierenden identifizierte ich fälschlicherweise als Touristen.

Um so angenehmer, dass die Protestierenden alterstechnisch sehr gemischt erschienen. Wie mir ein junger Herr, der vor einer Woche in New York war berichtete, ist dies in den USA nicht so zu beobachten. Auch Parteien, Gruppierungen und Aktionisten fanden sich von unterschiedlichster Couleur. Darunter Ströbele, die Linken, Verdi, Attac und Spinner wie die Leute von Zeitgeist und wenn ich es richtig sah sogar Deppen von der NPD, die sich aber nicht ihrer Partei zugehörig zeigten. Abgesehen von Ausländersprüchen, die aber nicht skandiert, sondern im Vorbeigehen geäußert wurden und ich nur zufällig aufschappte.
Wie Du aber oben sehen kannst, konnte ich dann doch noch Gleichgesinnte finden. Wir waren auf jeden Fall einer Meinung!

In Vorraussicht gab es für die Mitlaufenden ein Verbot Zelte mitzutragen. So spaltete sich kurz vor dem eigentlichen Ziel, dem Brandenburger Tor, ein großer Teil der Demonstranten ab um in Richtung Bundestag zu marschieren. Noch bevor ich persönlich merkte, dass es in eine falsche Richtung ging, erhöhte sich das Tempo und die ersten stürmten gegen 15 Uhr auf das Gebäude zu. Nachdem friedlich skandiert wurde, versuchten mehrere die Zäune wegzuzerren um näher an das Gebäude zu kommen. Die abgestellten Polizisten scheuten nicht vor dem sofortigen Einsatz von Pfefferspray und gaben auch auf die Presse keine Rücksicht. So durften einige sicher hinter die Barrikaden während ganze Kamerateams zwischen Polizei und Demonstranten ausharren mussten. Das empörte vor allem einen Reporter von der Deutschen Welle, der lautstark mit einem Polizisten über Pressefreiheit diskutierte. Und so endetete es Vorerst mit einem Stillstand der Fronten wobei die Polizei ihr Aufgebot verstärkte. Übrigens, von schwarzem Block oder linken Idioten kann hier keine Rede sein, auch vor dem Bundestag war die Menge noch divergent und gemischt und in den wenigsten Fällen vermummt. Großen Dank gilt Milena mit der ich nicht nur unterwegs war, sondern auch mutig sich hinter die Barrikaden schob um Euch folgendes Material zu liefern.

Update 19:52:
Von Berlin gibt es nun einen Livestream, wie es vor dem Bundestag ausschaut.

Watch live streaming video from undergroundreports at livestream.com

Und hier sieht man Ab Minute 1:16 den Sturm auf den Bundestag:

Alle Bilder von Milena unter CC-Lizenz.
Hier Milenas Augenzeugenbericht.

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Von: Daniel • Tags:

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