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Fight #ACTA – Von dem was übrig bleibt

Von Daniel • 25.02.2012

ACTA Kundgebung am 25.02.2012 in Berlin

ACTA ist noch nicht vom Tisch. Die Bundesregierung will zwar vorerst nicht unterschreiben, doch die Öffentlich Rechtlichen, GEMA und diverse andere Interessengemeinschaften drängeln weiterhin um den Status Quo zu wahren.

Dementsprechend rief man diesen Tag wieder zu Aktionen in ganz Deutschland auf. Das Bild am Neptunbrunnen in Berlin um ein Uhr heute ist jedoch ein ganz anderes als vor zwei Wochen. Zum einen weil es diesmal lediglich eine Kundgebung ist. Zwischen 600 und 800 Menschen versammeln sich. Na klar, massen von Guy Fawkes Masken und Meme-bezogenen Bannern. Doch ist es diesmal anders. Überwiegend jung ist das Publikum. Ein böser Journalist würde wahrscheinlich einen Aufhänger wie „ACTA oder AKNE?“ verwenden.

Immerhin: Die Presse zeigt sich, RBB ist vor Ort und einige weitere Kamerateams. Dazu gesellen sich Anhänger der grünen Jugend, der Linken, die Partei sowie kleineren Parteien und Gruppierungen. Piraten, die heute Parteitag hatten, fehlten augenscheinlich vollkommen.

Sich über das Alter der Teilnehmenden zu echauffieren ist natürlich dennoch albern und eigentlich sollte ich mich freuen, dass viele in so jungem Alter für ihre Rechte eintreten. Und natürlich bin ich keiner der vor Polemik, Spaß und Ironie in Parolen zurückschreckt. Das seht Ihr hier jeden Tag. Ein fader Beigeschmack bleibt dann aber doch bei einem Blick auf der sogenannten „Diskussions-Pinnwand“ a la „Gesichtsbuch“ der Linksjugend [’solid] Kreuzkölln: Nur kurze Statements wie „ACTA NO“ oder „Fuck Urheberrecht“ was in einer solchen Diskussion natürlich viel zu kurz gedacht ist. Und gerade die, die an einer Novelierung des Urheberrechts aktiv mitwirken müssten, nämlich die Urheber, zu Recht abschreckt.

Dazu Suppe, Techno und der bayerische HipHop Act Rapgewäxxx. Überschaubare Redebeiträge, die an der Power der Beschallungsanlage in der Geräuschkulisse weitestgehend untergehen. Ein maues Schauspiel. Der Platz lichten sich bereits anderthalb Stunden nach Beginn sichtbar.

Bevor ich gehe lass ich mich noch auf eine kurze Diskussion mit einem Teilnehmer über Kulturflatrate, GEZ, GEMA und Co. ein. Schnell bin ich wieder halbwegs versöhnt. So oberflächlich wie das Ganze scheint ist es für manche offensichtlich doch nicht. Und als ich mich dann auf den Heimweg mache, kommen mir auch immer wieder neue Demonstranten entgegen. Wie es weiter geht? Wir werden sehen.

Update

Einen informativen und weitaus neutraleren Bericht über die Aktionen heute und insbesondere die in Berlin gibt es bei Metronaut.



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    5 Kommentare »

  • the[V]oid schreibt am 25. Februar 2012 um 17:19

    War doch absehbar, dass es inflationär wird, wenn man jetzt versucht alle zwei Wochen eine Großdemo zu machen, oder? Wir in Aachen haben jedenfalls vor diesem Hintergrund bewusst darauf verzichtet, wieder eine Demo zu machen. Statt dessen gab es Aufklärungsarbeit am Infostand.

  • Wea Zel via Facebook schreibt am 25. Februar 2012 um 17:40

    Da müsst man sich glatt für die Berliner SCHÄMEN!!!! Bei -10°C kommen 10k und jetzt nicht mal 1000. Echt erbärmlich und meiner Meinung nach hat das u.a. die Orga mit verkackt! Ich kann nicht erst sagen um 15 Uhr, dann um 13 Uhr und dann ist um 13 Uhr keiner da und die Orga baut selber noch auf…dann überwiegend nur Musikbeschallung…Leute so gehts NICHT wirklich!

  • Manuel Sambs via Facebook schreibt am 25. Februar 2012 um 17:47

    War in München auch eher übersichtlich, um die 3000 Leute.

  • John schreibt am 25. Februar 2012 um 19:38

    @Wea Zel: Über die Orga meckern ist immer einfach. Das waren Leute, die das erste Mal eine Demo gemacht haben. Das gilt es zu honorieren, wenn da auf einmal auf Facebook Leute sich zusammenschließen und eine Demo machen. Und klar war es schwierig, wenn man nach dem Riesenerfolg vom 11.2. gleich wieder eine Demo macht. Aber dazu gab es ja auch Diskussionen (gerade in Berlin), die auf andere Aktionsformen drängen, damit es kein Totlaufen gibt. Also: Bälle flach halten, und selber was auf die Beine stellen!

  • Doro schreibt am 26. Februar 2012 um 14:56

    Es war wirklich eine Enttäuschung, dass bei der Demo so wenige mitgemacht haben. :(

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