Jobcenter können googlen – Tapete und die Grundsicherung

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Der Musiker Tapete sprach beim Arbeitsamt vor um sich Leistungen zu erbitten und bekam nun folgendes Schreiben zurück:

Jobcenter

Beachtenswert die rotmarkierte Passage:

„- schriftliche Erklärung, was Sie mit dem Zitat auf Ihrer Webseite meinen (ich bedank mich jeden Tag bei Vater Staat, dass ich auf seine Kosten leben darf)“

Das Zitat ist keneswegs auf Tapetes Homepage zu finden, sondern auf der von Melodie und Rhythmus. Außerdem ist es eine Textzeile aus dem Song „Autogramm“ von seinem aktuellen Album. Dabei heißt es doch in §1 Abs. 1 SGB II: „Die Grundsicherung für Arbeitsuchende soll es Leistungsberechtigten ermöglichen, ein Leben zu führen, das der Würde des Menschen entspricht.“
Wusste gar nicht, dass das abhängig von künstlerischer (Meinungs-)Freiheit ist. Aber auch wieder ein Lehrstück, was das Netz alles über einen erzählen kann. Bin mal gespannt, was man mir alles vorwerfen kann. Wer allerdings will den ganzen Quark lesen, den ich so von mir gebe?

Herrliche Story. Passend dazu veröffentlichte Tapete bereits vor zwei Jahren einen Song namens „Drückeberger“.

(via ronny)

    15 Kommentare:

  • Floyd schreibt am 1. Februar 2012 um 12:58

    Das einzige was mir dazu einfällt: die Dame/ der Herr, die dieses Schreiben aufgesetzt haben sind den ganzen Tag im Netz unterwegs und surfen statt zu arbeiten. Auffällig ebenfalls, dass die Rechtschreibung im Anschreiben an einigen Stellen fehlerhaft ist. Vielleicht kann man dadurch noch etwas Zeit gewinnen und ein fehlerfreies Schreiben anfordern;)

  • Voodooschaaf schreibt am 1. Februar 2012 um 13:05

    Boahh, da kann ich ja von Glueck reden dass mir nur sowas:

    http://www.voodooschaaf.org/blog/wp-content/uploads/2012/02/wtf.jpg

    ins Haus geschneit ist…auch grenzwertig allerdings von der angenehmeren Sorte.

  • Daniel Decker
    Daniel schreibt am 1. Februar 2012 um 13:55

    @Voodooschaaf Haha, ja, hab gelacht!

  • Sebastian Mraczny via Facebook schreibt am 1. Februar 2012 um 14:02

    was gibts bei dankabrkeit zu erklären?

  • Valerie Berg via Facebook schreibt am 1. Februar 2012 um 14:25

    ist ds problem nicht etwas drastischer? da gehts doch um schon gezahlten leistungen seit 2009, oder nicht?

  • Florian Gräf via Facebook schreibt am 1. Februar 2012 um 14:41

    es geht nicht darum auf vater staats kosten zu leben sondern um hilfe in der not und schnelle wiederbeschaffung einer arbeit.

  • Daniel Weigelt schreibt am 1. Februar 2012 um 14:56

    Geil. Wenn ich neue Bücher mitbringen müsste, würde ich als erste die Biographie von Ulrike Meinhof auf den Tisch knallen. Und danach Ghandi.

    Aber zu der Liedzeile. Natürlich ist das satirisch gemeint, wenn man sich beim Staat bedankt. Anders gesagt: Danke für Nichts.

  • Jannis Merten via Facebook schreibt am 1. Februar 2012 um 15:33

    letztlich geht es bei der ganzen sozialstaats-scheiße um den erhalt einer für staat & kapital produktiven arbeiterInnenklasse: http://geskrit.wordpress.com/2011/11/09/den-sozialstaat-verteidigen-nein-%E2%80%93-armut-abschaffen/

  • Valerie Berg via Facebook schreibt am 1. Februar 2012 um 15:36

    Deutsch mich nicht voll

  • John Goldtrain via Facebook schreibt am 1. Februar 2012 um 16:27

    Fritz. 18:40. Interview mit Tapete. Cheers.

  • WEALLSCREAMFORICECREAM schreibt am 2. Februar 2012 um 00:33

    Scheint darum zu gehen, dass ‚das Amt‘ dem Musiker unterstellt, Einkünfte zu verheimlichen. Wenn das tatsächlich aus einem ‚Googlen‘ der öffentlichen Person des Musikers resultiert, geht das nicht klar. Aber wenn seit 2009 keine Angaben zu Einkünften gemacht wurden, schon. Aber mir is schon klar, dass es bei der Aufregung eigentlich um die Möglichkeiten des ‚Stalkens‘ auf Seiten einer Behörde geht. Man sollte alles äußern dürfen, ohne das einem ein Misstrauen unberechtigt entgegengebracht wird. (-btw, Tapete hat’s drauf!)

  • Juliane schreibt am 2. Februar 2012 um 10:45

    Dem Typen sollte man mal eine Rückfoderung aufbrummen… Geht ja mal garnicht. „Mir wurde nur das Wochenendticket bezahlt“… wers glaubt…Schwarz Geld verdienen und danach noch beim Amt ankloppfen…

  • ich schreibt am 2. Februar 2012 um 19:27

    ähm…. der typ hat bundesweit auftritte aber beantragt sozialhilfe???

    da kann ja was nicht stimmen…

  • Uli-E schreibt am 2. Februar 2012 um 22:04

    Wie man in wenigen Kommentaren hier und sonst feststellt, scheint der Hass gegen Arme von Sarrazin gut fundamentiert worden zu sein. Die Bourgeoisie schreit „recht so“ „hat er verdient“ „den müsste man…“. Brav wie Hindukühe nehmen sie etwas an was manche als Schicksal bezeichen.

    Gern ignorieren die Hater jährlich den sogenannten „Verteidigungshaushalt“. Schaut man in Bundesfinanzminiterium rein, gebt den angeführten Suchbegriff ein und siehe da 31.500.000.000 €, also 31,5 Mrd. € oder in Worten einundreizigmilliardenfünfhundertmillionen Euro für Krieg in 2011, nichts fassbare Summen fürs Bürgertum – Tendenz steigend in 2012 nochmal 500 Milliönchen mehr.

    Ihr wollt halt Krieg, nicht nur in den Kommentaren.

    Namaste
    Uli-e

  • Gurkenkaiser schreibt am 3. Februar 2012 um 07:58

    das amt kann nur verdachtsrhetorik. das scheint überall so zu sein und motivierend ist es auch nicht gerade.
    wenigstens führt es den leuten vor augen, dass der (sozial-) staat nicht dazu da ist, zu helfen, sondern zu zwingen und zu kontrollieren. das war auch vor hartz4 schon so, mit h4 sind die mittel die er dazu hat aber schärfer geworden.

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