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Die Achse des Blöden – Kristina Schröder gegen den Feminismus

Von Daniel • 22.04.2012

Danke, emanzipiert sind wir selber!Dr. Kristina Schröder ist enttäuscht. “Vor allem von Feministinnen“. Allein in dem Titel ihres mit Caroline Waldeck geschriebenen Buches “Danke, emanzipiert sind wir selber” greift sie auf das antifeministische Klischee per excellence zurück. Dass Rollenbilder einfach abzuschaffen wäre und die Gesellschaft einem bereits die Möglichkeit zur freien Wahl gäbe. Dabei hatte sich Schröder bisher bei feministischen Themen zurückgehalten. Politisch Nein zur Quote. Ansonsten? Basiswissen ist ihr fremd.

Wie kann eine Familien- und Frauenministerin im Jahr 2012 so dezidiert antifeministisch eingestellt sein, fragte sogar der “Spiegel”. Und die taz stellt fest, dass Schröders Thesen vor allem auf klassisches Feminismusbashing der 90er zurückgreift. Auch Grünen Chefin Claudia Roth ist erbost: Kristina Schröder sei die “krasseste Fehlbesetzung in der Geschichte des Frauenministeriums”. Oder, wie es eine Bekannte von mir ziemlich spitz auf amazon formulierte:

“Eigentlich hätte sie kein Buch schreiben müssen, sondern ein Flugblatt hätte völlig ausgereicht: ‘Ich hasse den Feminismus’.”

Die ganze Sache ist in meinen Augen ein größerer Skandal als Guttenplag oder Wulff. Warum? Weil ihre Ansichten zum Feminismus im direkten Zusammenhang mit ihrem Amt stehen und Schröder damit beweist, dass sie für dieses Amt ungeeignet ist. So folgerte Barbara Vinken im Gespräch mit Deutschlandradio Kultur nicht zu unrecht, dass Schröders Buch eine logische Kosequenz mit sich führe: Die Abschaffung des Amtes der Familienministerin.

“Das brauchen wir nämlich, wenn man den Thesen dieses Buches nachgeht, schlicht und einfach nicht. Wir brauchen, wenn man Frau Schröder glaubt und wenn sie das mal konsequent zu Ende denken würde, Familienpolitik nicht, weil nämlich das Problem der Gleichberechtigung, sagt Frau Schröder, wird durch den Markt geregelt.”

Und daher kann man eigentlich nur ihren Rücktritt fordern. Weswegen ich den offenen Brief an sie wie bereits 11.723 (Stand 22.04. 23:00) mitzeichne.

Es geht dabei gar nicht darum, ihren Gegnern zuzustimmen. Nur sollte klar sein, dass gerade eine Familienministerin starke Positionen braucht. Vielleicht auch unpopuläre. Aber Schröder füttert mit ihrem Antifeminismus lediglich Personen wie Eva Herman, die ihre Auswüchse im zweifelhaften Kopp Verlag publizieren müssen und bildet mit ihr und weiteren Fürsprechern eine Achse des Blöden.

Dabei hätte sich Frau Schröder das wohl nicht denken lassen. Schließlich kehrte sie Herman mit Alice Schwarzer über einen Kamm.
Auch wenn ich Alice Schwarzer mehr für ihr frühes Schaffen schätze als für den Kram den sie die letzten Jahre verzapfte wünsch ich mir doch, dass sie mindestens einen halb so bissigen Kommentar schreibt wie damals bei Bushido.

Man darf sehr gespannt sein. Neuerdings findet Frau Schwarzer die Ministerin “echt souverän” seitdem sie ihr finanzielle Unterstützung beim FrauenMediaTurm zusagte.

Da jetzt auf gekaufte Gunst zu kommen ist mir zu verschwörungstheoretisch, aber es bleibt spannend. Schließlich sollte Schwarzer sich zu Schröder definitiv äußern. Die Verschwörungstheorien überlasst man dann lieber denen die Schröder zur Hilfe kommen. Wie eben Herman oder einem Kommentator auf amazon, der ähnlich wie Herman auf mediale Gleichschaltung anspielt und Schröders Kritiker dreckiger Kampagnen bezichtigt. Sweet!

Dabei muss man nur einmal gucken, wie Schröder ihre Macht missbraucht um ihrerseits Kritiker einzuschüchtern. Schröder meldet unliebsame Twitterer an das BKA.

Weiterführende Kommentare und Links:

Schröder schreibt ihre eigene Bankrotterklärung auf Zeit.de
Kommentar zum Buch bei Welt Online
Kristina Schröder sieht sich nicht als “Gouvernante der Nation”
Antifeminismus pur: Warum ich Kristina Schröders Buch nicht lesen werde
Weg mit dieser verzogenen Göre!

P.S.: Danke an Konrad für den Titel!



3 Trackbacks »

    12 Kommentare »

  • Siri Wolf via Facebook schreibt am 22. April 2012 um 22:25

    Und übersieht fehlende Kita Plätze und und un…

  • Otto Stomps schreibt am 22. April 2012 um 22:42

    Nun mal nicht die Hand beißen, die die Betondamen füttert! Das Familienministerium sponsort Alice Schwarzers peinliche Postille mit ansehnlichen Beträgen.

  • El Wood via Facebook schreibt am 22. April 2012 um 22:45

    gefällt das nicht.

  • Jessica Ey via Facebook schreibt am 22. April 2012 um 23:30

    “Die Achse des Blöden” trifft es wirklich gut. Die Frau ist eine Schande, vor allem in der Politik. Privat kann sie diese Scheiße gerne propagieren aber von ihrem Lobbyjob, ich meine Politikerjob sollte sie zurücktreten.

  • Alex schreibt am 23. April 2012 um 00:39

    Ich fand es sehr bezeichnend, wie sie ihren kompletten wissenschaftlichen Beirat gegen sich aufgebracht hat. Da ist man doch erstmal sprachlos.

    http://www.sueddeutsche.de/politik/familienministerin-in-der-kritik-wissenschaftler-attackieren-schroeder-fuer-islamophobe-untertoene-1.1221681

    Heino hat ja übrigens sein Bambi als Reaktion auf die Bushido-Krönung zurückgegeben, aber dass nur ganz nebenbei…

  • Moss schreibt am 23. April 2012 um 00:56

    Ach guck, die Familienbarbie hat mal wieder was schreiben lassen, diesmal ein Buch! Prächtig ist es geworden, und so schön bunt! Leider steht nicht viel drin (und schon gar nix Vernünftiges), aber das kennen wir ja. Bloß der Titel, hmm… nicht gut. Zu dem Titelbild paßte viel besser «Ministerin Trotzköpfchen».

  • Lanya schreibt am 23. April 2012 um 06:33

    Das ist alles die Schuld der Frauen. Die sind zu empfindlich. Jeder Arbeitnehmer nimmt junge Frauen mit Kinderwunsch und alleinerziehende Mütter mit Kusshand auf. Und genau so viel Geld wie ihre Kollegen kriegen sie dann auch. Und vorallem haben sie die genau gleichen Weiterbildungschancen. Die sollen sie mal alle nicht so anstellen..nee nee nee..

    “Ironie off”

    Wie konnte diese Frau nur Familienministerin werden? Ist bestimmt auch nur eine Zwischenetappe, wie für die von der Leyen, die jetzt Arbeitsministerin ist. -_-

  • @Lanya schreibt am 23. April 2012 um 09:11

    zitat wiki:

    “Schröder zog 2002 und 2005 über die Landesliste Hessen in den Bundestag ein. Bei der Bundestagswahl 2009 gewann sie das Direktmandat im Wahlkreis Wiesbaden mit 40,8 % gegen die damalige Entwicklungshilfeministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (32,6 %).

    Am 30. November 2009 trat Schröder im Kabinett Merkel II die Nachfolge von Ursula von der Leyen als Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend an.”

    Außerdem scheint sie eine Nazisympathisanten zu sein, hat ihre Doktorarbeit von anderen schreiben lassen usw…. schöne neue Welt :D

    *Alle Angaben wie immer ohne Gewähr. Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Kommunalpolitiker!

  • Erich Zimmermann via Facebook schreibt am 23. April 2012 um 10:09

    “Die Schlagzeile ist geboren

  • Karin Schönknecht via Facebook schreibt am 23. April 2012 um 20:26

    Diese Frau geht gar nicht!!! Ich würde mir wünschen, dass Aktionen wie der “Equal pay day” irgendwann einmal überflüssig werden. Frau Schröder meint, das würde sich alles über den Markt regeln?! War Frau Schröder in ihrem Leben schon einmal irgendwo angestellt und hat Gehaltsverhandlungen geführt, musste sich Vorurteilen stellen, dass sie doch sowieso bald wieder weg vom Fenster ist, weil Kinderwunsch auf dem Programm steht, und wenn dann tatsächlich Kinder kommen, bekommt man so reibungslos einen Krippen- und Kindergartenplätzen, damit Frau weiter im Beruf bleiben kann? Macht der Arbeitgeber das alles mit? Wie soll man als Alleinerziehende das alles stemmen ohne in Hartz IV gedrängt zu werden. Wer ist es denn, der Familienangehörige pflegt und im Beruf zurück steckt? Frau Schröder soll mal ihre blöde rosarote Brille abnehmen und der Realität ins Auge schauen. Arrght, über die könnte ich mich nur aufregen…. http://www.wdr.de/tv/frautv/sendungsbeitraege/2012/0322/thema_1.jsp

  • Alex schreibt am 2. Mai 2012 um 23:46

    Danke, verarschen können wir uns selber.

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