2 Kommentare

Filmstöckchen

Von Daniel • 18.04.2012

Szene aus Lost Highway

Ich mag Stöckchen nicht, das ist irgendwie alt. So wie Kettenbriefe oder Poesiealben. Fragen kann man heute ja in jedem Netzwerk oder im Besonderen auf Formspring. Aber wenn El Spotto mich fragt, ob ich bei einem Stöckchen mitmachen mag, kann ich echt schlecht “Nein” sagen. Daher mach ich es nur halb. Ich werde keinen mit dem Fragebogen bewerfen, aber Spottos Fragen gerne beantworten. Here we go!

Comedy und Action sind so Filmgenres, die in Reinkultur nur selten funktionieren. Ein Film ohne Komik und/oder Action saugt widerum auch Bälle. Ein Paradoxon? Voran liegt das Deiner Meinung nach?

Die Frage verstehe ich nicht. Du meinst eine reine Komödie klappt genau so wenig wie ein reiner Actionfilm? Mhm. Ich glaube das ist nicht so. Es gibt bestimmt gute Komödien ohne Action und gute Actionfilme ohne Comedy. “Terminator 2″ hat zwar ab und an ein Augenzwinkern, ist aber im großen und ganzen ein Actionfilm. Genau wie “Aliens 2″. Der dritte Teil von “Stirb Langsam” hatte beides und ist mit Teil 1 mein Liebster. Außerdem mag ich ja auch Dramen und Filme, die weder Action noch Komik haben. So gesehen sehe ich da kein Paradoxon.

Gibt es eine/n bestimmten Regisseur/in oder Schauspieler/in, der/die dich, obwohl von dir idolisiert, mit einem einzigen bestimmten Film bitter enttäuscht hat?

Ich bin großer Fan von David Lynch und muss ehrlich sagen, dass ich “Mullholland Drive” nicht gut fand. Aber ich wollte ihm bald eine neue Chance geben, sah ihn bisher auch nur einmal. Ansonsten finde ich, dass die Coen-Brüder ein ständiges Auf und Ab abliefern. Ich glaube der Tiefpunkt war “Ladykillers”. Letztens sah ich “Red State” von Kevin Smith und muss sagen, dass er doch bei den pubertären Komödien bleiben solle. Insgesamt bin ich sowieso eher ein Regisseur-Fan. Cronenberg ist da noch weit oben und diverse Genre-Größen.
Apropos Letztere, wie kommt es, dass Heroen wie Wes Craven, John Carpenter, George A. Romero, Tobe Hooper und Co. es nicht mehr schaffen irgendwas vernünftiges auf die Reihe zu kriegen. Ich mein, schau Dir mal Carpenter an. Von Anfang bis ca. “They live” von 1988 nur großartige Filme. Was für ein Run!
Und dann nur noch Schrott. “Die Mächte des Wahnsinns” mal ausgenommen. Schade eigentlich!

Filme guckt man gerne in Gesellschaft. Wie hast du es am liebsten? Still konzentriert, rege kommentiert oder doch ganz alleine?

Das ist mir ziemlich egal. Oft sind sie auch nur Berieselung oder Entertainment. Manche Filme passen in eine Gruppe, andere gar nicht. Kino dagegen ist für mich irgendwie immer ein Gemeinschaftsding. Ich glaube ich war noch nie alleine im Kino.
Ob man einen Film kommentiert hängt auch von der Situation arg ab. Und vor allem vom Film selbst.

Filme und Videospiele verschmelzen zunehmend. Während früher auf Filmen basierte Videospiele ein beliebtes Mittel zum Hype-Schröpfen waren, wird in letzter Zeit der umgekehrte Weg vom Videospiel ins Kino immer üblicher. Gleichzeitig werden die Games selbst immer cineastischer. Sind Filme und Videospiele wie Äpfel und Birnen oder doch eher wie Jonagold und Granny Smith? Was sind die jeweiligen Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Medien?

Ich gebe Dir Recht, das wird sich noch arg ändern. Aber auf Anhieb fällt mir keine gute Videospielverfilmung ein. “Resident Evil” ist ganz nett. Aber sonst?! Ich glaube die Zukunft liegt darin Brettspiele und Webseiten zu verfilmen. “Vier gewinnt” würde ich gerne sehen oder ein Kartenspiel. Wie wäre es mit “Mau Mau”? Oder die katzige Abwandlung “Maunz Maunz”? Noch besser!

Was sagt eigentlich dieses “Von den Machern von…” wirklich aus? Ist es für dich ein Argument, den Film zu sehen?

Da ich ein Fan von Regisseuren bin ist das für mich per se defintiv ein Argument. Aber im Blockbuster-Entertainment ist mir das ziemlich egal. Ich wollte gerade schreiben, dass ein Regisseur mit einem eigenen Stil definitiv mit seinem Namen werben kann. Dann fiel mir ein, dass Bruckheimer auch einen eigenen Stil hat. Nur ist der halt scheiße. Sorry, explodierende Scheiße meinte ich! Explodierende Scheiße mit schnellen Autos und Brüsten!

Bonusfrage: Der Soundtrack eines Films ist ein alles andere als unwichtiger Aspekt bei der Wirkung die der Film auf uns hat. Welcher Soundtrack ist deiner Meinung nach besonders gut gelungen? Bonus-Bonusfrage: Gibt es so etwas wie einen “Soundtrack zu deinem Leben”?

“Lost Highway” definitv. Was Trent Reznor und David Lynch da zusammenstellten ist Wahnsinn. Ich gebe es zu, ich mochte Rammstein mal ganz gerne. Das lag vor allem daran, weil sie wirklich perfekt in diesen Film passten. Das tun sie immernoch. Yann Tiersens “Amelie” Soundtrack mochte ich auch sehr. Normalerweise bin ich allerdings kein großer Fan des klassichen Scores. Anderseits ist es beeindruckend wie man ein Theme hört und gleich weiß, dass das “Terminator”, “Der weiße Hai”, “Star Wars” oder “Indiana Jones” ist. Den Score von “The Dark Knight” von James Newton Howard und Hans Zimmer fand ich sehr beeindruckend. Und natürlich Carpenter! Und Angelo Badalamenti für seine Zusammenarbeit mit Lynch.
Der Soundtrack meines Lebens? Das ist ein Song, der zwar in “Lost Highway” zu hören ist, aber nicht auf der CD. “Song To The Siren” von This Mortal Coil.



    2 Kommentare »

  • El Spotto schreibt am 18. April 2012 um 17:58

    Du hättest schon “Nein” sagen können, zu mir darf man generell immer “Nein” sagen, wenn ich mit einer Bitte daherkomme. Freut mich aber, dass du “Na gut” sagtest. ;)

    Wenn ich so darüber nachdenke, war meine erste Frage in der Tat etwas zu vereinfachend. Generell ist es, bei mir zumindest, aber schon so, dass ich reine Komödien oft als flach und unlustig und reine Actionfilme (zumindest die neueren) als hohles FX-Spektakel empfinde. Ich schätze, ich stehe einfach auf Genre-Mix: Tragikomödien, Actionfilme mit Charakterentwicklung… sowas halt.

  • Daniel Decker
    Daniel schreibt am 18. April 2012 um 18:48

    Hey Spotto, das sollte heißen, ich mach das gerne, weil Du es bist! ;)

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