2 Kommentare

Rechtsanwälte gegen den Flyer der Content-Industrie für Schulen

Von Daniel • 02.04.2012

Legal, sicher und fair

Letztens habe ich noch eine Lanze gebrochen für die Content-Industrie – den Begriff Content-Mafia finde ich doch arg albern. So schrieb ich, dass man die Vehemenz vor allem verstehen müsse, da die Gegenseite oft Privat- und Raubkopie durcheinander schmeißt und wissentlich falsche Daten verbreitet.

Und nun kommen der Bundesverband Musikindustrie, der Börsenverband des Deutschen Buchhandels, die Zukunft Kino Marketing GmbH und die Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen mit einem recht interessanten Flyer daher, der für ordentlich Diskussionen sorgt. Das Werk trägt den Titel “LEGAL, SICHER UND FAIR – Nutzung von Musik, Filmen und Büchern aus dem Internet”. Irgendwie wurde allerdings das fair einfach mal vergessen und einiges wird durcheinander geschmissen und wissentlich (?!) falsch verbreitet. Also genau so wie das eben auch die Anderen machen.

Fefe fand das doof und bat in seinem Blog, dass sich doch ein paar Anwälte für Urheber- und Markenrecht das Teil ansehen mögen. Die Urteile sind dann doch ein wenig erschreckend. Hat keiner den Flyer vorher geprüft? Mus dass so sein?

So wird u.a. behauptet, dass man “grundsätzlich” das Gesetz verletzt, wenn man bei Filesharern urheberrechtlich geschützte Daten runterlädt und Eltern dabei für ihre Kinder haften würden. Enno Lenze in seinem Blog dazu:

“Was vergessen wird: Es ist nur verboten, wenn man das Werk unlizenziert herunter lädt. Natürlich darf man freie Musik runter laden oder welche, die man bezahlt hat. Und in Deutschland haften Eltern eigentlich nicht für ihre Kinder. Dies ist einer der gängigen Rechtsmythen, über den sich Anwälte regelmäßig amüsieren.”

Auch das Kinder in Abofallen tappen könnten ist laut deutschem Recht inkorrekt.

Neben Enno, dessen Analayse ich insbesondere empfehle haben sich auch De lege lata und Dr. Ralf Petring mit dem Flyer beschäftigt und einiges auszusetzen.

Schade, dabei wäre es Zeit für einen vernünftigen Dialog. Und da gefällt mir die Idee zum Ersten Urheber-Nutzer-Dialog vom 11. Mai 2012 von 14 Uhr bis 17 Uhr in der Homebase in Berlin eigentlich ganz gut. Wobei ich sehr gespannt auf die geladenen Teilnehmer bin, schließlich sind die Veranstalter doch sehr deutlich auf der Seite der Content-Industrie zu verorten. Ich bin gespannt.



    2 Kommentare »

  • Felix schreibt am 2. April 2012 um 18:38

    Menno!
    Geht denn NIEMAND mal auf die Kernintention der “Content-Mafia” ein? NIEMAND? Immer nur dieses dreckige Fingerzeigen und Kompetenzbashing – das geht mir auf den Senkel. Könnte jemand mal mit Technikkompetenz den Flyer entsprechend richtig umbauen?
    Wenn ich die ganzen Kommentare zu dem Thema so lese, wollen alle förmlich ,dass durch die u nwirklch nur teilweisen Falschaussagen der Flyer vom markt genommen wird und auch keine modifizierte Version rauskommt… Genauso zu Thema ACTA: Leute, solange hier kein KOOPERATIVES Engagement gezeigt wird, wird es auch nur Kompromisse geben, was heißt, beide Seiten machen ABSTRICHE. Wobei bei Kooperation beide gewinnen…
    Ich bin leider nicht in dem gesellschaftlichen Umfeld, um da wirklich was bewirken zu können oder wollen, aber ich musste das jetzt mal loswerden hier.
    Kommt mal klar… Selbst wenn die zu doof sind Äonen Router von einem DSL.Modem zu unterscheiden… denen geht es darum, dass in der Tat Musik von Musikern, die nicht wollen, dass deren Musik frei verteilt wird, frei verteilt wird.
    Um es “der Content Mafia” mal wirklich zu zeigen, sollten wir alle verweigern, die Musik weder runter zu laden, noch zu kaufen, also demonstrativ das ncht zu konsumieren und nur noch freie Musik hören und konsumieren… DANN schnallt es vielleicht die Industrie, Abern nicht jedesmal so ein dämliches Technikinkompetenzbashing ey…

  • Felix schreibt am 2. April 2012 um 19:10

    Sorry,
    vor lauter Schreibwut oft vertippt!
    Ihr steht nun also vor der Wahl, euch vom Thema ablenkend über meinen Schreibstil aufzuregen oder auf den Inhalt einzugehen. Sorry.

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