Wie Du auf Sexismus reagieren kannst

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SexismenSexismus begegnet Dir überall. Alltäglich. Man kann das sehr dogmatisch und schlimm finden oder damit umgehen. Erschreckend ist vielmehr wie oft unterbewusst Sexismen eingesetzt werden. Viele Floskeln sind so im Alltagsgebrauch verhaftet, dass Du sie gar nicht mehr als solche wahr nimmst. Das ist traurig, aber ebenso traurig wäre es mit verbaler Aggression darauf zu reagieren. Denn oft werden die Floskeln gar nicht in dem Sinne gebraucht den sie bei näherer Betrachtung definitiv haben. Oft ist es einfach unbedacht. Und eine ganze Sprache ändern zu wollen ist ein schwieriges Thema.

Andererseits kann ich mich erinnern, dass ich mal mit einem Mädchen nicht ausging, weil sie über irgendeinen Technikkram sagte: „Uhhh, davon hab ich keine Ahnung, aber ich bin ja auch ein Mädchen.“ Devotes Gehabe kann ich nämlich absolut nicht ab und schon gar nicht, dass Frauen angeblich keine Expertise auf dem Gebiet haben. Whatever.

Alltagsalternativen bietet schlagfertige Antworten auf die üblichen Sexismen. Etwas was ich gerne als Datenbank sehen würde. Aber die Flyer zum Selbstausdrucken sind schon super! Und auch schön, dass es zeigt, dass Sexismus kein Männerding ist, sondern jeden betrifft!

Und Achtung, bevor es hier zu Diskussionen kommt. Sexismus vermeiden heißt nicht Lustverzicht! Und imho heißt es auch nicht, dass Du gleich auf die Fresse bekommen solltest wenn Dir mal was Dummes rausrutscht, aber Du solltest Deinen Blick schärfen und Dir darüber bewusst sein was Du sagst. Denn blöde Sprüche und Sexismen gehen auch mir viel zu oft sehr leicht über die Lippen.

(via mädchenmannschaft)

    30 Kommentare:

  • Katrin Bedot via Facebook schreibt am 18. Mai 2012 um 09:28

    Mein aktuell liebster Trainerspruch im Fitness Studio ist: „Mädchenliegestütz (also auf den Knien – werden wirklich oft so genannt) sind eine Erfindung des Sexismus. Frauen können die genauso auf den Füßen mach wie Männer!“

  • Hazel Dean via Facebook schreibt am 18. Mai 2012 um 09:39

    Mir lag das auch letztens auf der Zunge, so zu antworten, als es um irgendwelche Serverkonfigurationen ging. In letzter Sekunde hatte ich das dann gemerkt und ein bisschen abgeändert: „Uhhh, davon hab ich keine Ahnung, aber dafür bin ich ansonsten ziemlich awesome…“ (^_^)

  • Boundary schreibt am 18. Mai 2012 um 09:59

    „Und eine ganze Sprache ändern zu wollen ist ein schwieriges Thema.“

    Ich halte das für ein unmögliches Thema, das all zu oft im Kulturvandalismus endet (zB. die Änderung der österreichischen Bundeshymne, die ursprünglich auf einem Gedicht beruhte).
    Das zwanghafte ändern einer Sprache führt schließlich auch noch lange nicht zum ändern der Gedanken/des Handelns.

  • Daniel Decker
    Daniel schreibt am 18. Mai 2012 um 10:38

    Für Homophobie ist hier kein Platz, vor allem nicht mit depperten Begründungen. (Kommentare gelöscht – Sorry fürs lange stehen lassen, hielt das für einen sinnigen Beitrag)

  • Simone Müller via Facebook schreibt am 18. Mai 2012 um 10:45

    Wow, das alte Thema. Die Abkehr von der Frauenbewegung find ich in dem Zusammenhang genauso affig. Wieso kann Frau sich nicht als Frau sehen und Mann als Mann. Es ist nicht alles Mensch. Unterschiede sind einfach da. Allein biologisch. Wichtiger wärs, zu kapieren, dass es nicht schlimm ist, wenn Mann und Frau sich unterscheiden. Ich kann auch respektlos sein, wenn ich auf Geschlechtsunterschiede schaue…

  • Tinka schreibt am 18. Mai 2012 um 10:47

    Bei manchen Flyern kommt es mir so vor, als ob die Macher unter Sexismus die Reduktion auf das jeweilige Geschlecht verstehen. Sexismus ist allerdings ein kulturelles Phänomen. Biologisch und soziobiologisch und neurologisch und ach was solls: rein naturwissenschaftlich gesehen besteht nunmal ein Unterschied zwischen dem männlichen und dem weiblichen Geschlecht.
    Das impliziert nicht, dass es keine Gleichberechtigung geben sollte, man sich selbst oder andere auf eine bestimmte Sexualität reduzieren sollte oder völlig unreflektiert mit kulturell verankerten Rollenbildern umgehen sollte.
    Aber sämtliche Aussagen (und seien es eben manchmal Phrasen und Floskeln) mit dem Bezug aufs Mensch-sein zu kontern, ist mir etwas zu einfach gedacht.

  • Kotzendes Einhorn via Facebook schreibt am 18. Mai 2012 um 10:54

    Simone Müller Hast Du den Post gelesen und Dir die verlinkte Seite angesehen?

  • Daniel Decker
    Daniel schreibt am 18. Mai 2012 um 10:57

    @Tinka Solche Flyer können ja nur simpel sein. Guck Dir doch auf der Seite den Punkt zum Thema „Zweigeschlechtlcihkeit“ an.

  • Tinka schreibt am 18. Mai 2012 um 11:36

    @Daniel
    Ich habe das Gespräch gelesen.
    Glücklicherweise kann ich sagen, dass ich mich mit dem Thema schon auseinander gesetzt habe. Ich kenne eine Frau mit Bart und ich sehe sie als Frau an. Warum? Weil sie sich selbst so sieht. Ich kenne auch einen Mann mit einer Frauenstimme und sehe ihn als Mann an. Warum? Weil er sich auch so sieht. In beiden Fällen habe ich mich mit den Leuten einfach mal darüber unterhalten.
    Ich bin mir dieser Unterschiede also sehr wohl bewusst. Interessant dabei ist, dass es beiden Personen wichtig war, sich am Ende als ein bestimmtes Geschlecht definieren wollten und es dann auch getan haben.
    (Mich würde interessieren, wie ein Hermaphrodit das sieht, allerdings habe ich bis jetzt noch keinen getroffen…)
    Jedenfalls ist mir kein Individuum bekannt, dem es ausreicht sich nur als Mensch zu definieren und abzugrenzen. An einem Punkt sieht sich jeder, den ich kenne als Mann oder als Frau an.

    Und dann gibt es doch diese gewissen „Einfachheiten“. Beispielsweise dass der weibliche Organismus während des Eisprungs andere Pheromone sendet als zum Zeitpunkt der Menstruation. Oder dass der männliche Körper einen höheren Muskelanteil hat, als der weibliche.

    Ja, das Thema ist wichtig. Ja, das Thema ist komplex. Ja, Reflektion und Toleranz sind stark erforderlich.
    In diesem Punkt sind die Seite und ich uns einig.

  • Daniel Decker
    Daniel schreibt am 18. Mai 2012 um 11:42

    @Tinka Das denke ich auch, ich denke aber nicht, dass die Definitionen Frau und Mann abgeschafft werden, sondern die negativ besetzten Klischees überdacht werden sollen. Eben wie in den Beispielen, die da genannt werden. Das in meinem Post genannte Beispiel mit der Technik hat nämlcih nichts mit biologischen Unterschieden zu tun. Und alleine um solche Verwendungen sollte es gehen.

    Kann aber sein, dass ich das hier viel offener sehe als die Macher der Seite. Keiner will keinem absprechen wie er sich sehen will. Das wäre ebenfalls intolerant. Natürlich darf man sich als Mann oder Frau fühlen. Natürlich dürfen Mädchen sich als Mädchen bezeichnen und – krass übertrieben gesagt – auf Pferde und Pink stehen. Darum geht es hier nicht. Aber ich denke da sind wir uns eh einig ;)

  • Tinka schreibt am 18. Mai 2012 um 11:58

    @Daniel:
    Ich denke auch, dass Du das offener siehst als die Betreiber der Seite.
    Denn wie Du so schön in deinem Anfangspost sagst: Sexismus ist kein Männerding.

    Das wiederum sehen die Macher der Seite etwas anders:
    „Nachdem ihr nun all das gelesen habt, ist uns noch eine Sache wichtig. Wir möchten darauf hinweisen, dass Sexismus nicht einfach umkehrbar ist.
    Wenn zum Beispiel „Männer“ mit einer Rollenzuschreibung beleidigt werden, so ist das sicher verletzend, und das möchten wir nicht absprechen. Allerdings halten wir es für unpassend, in diesem Zusammenhang von „Sexismus“ zu sprechen – und diese Beleidigung somit gleichzusetzen mit der strukturellen Diskriminierung „nicht-männlicher“** Menschen, welche täglich durch Institutionen, Medien, Staat und Alltag reproduziert und gefestigt wird, oft als „normal“ wahrgenommen wird und häufig nicht einmal der öffentlichen Thematisierung für wert befunden wird.“ (siehe das Ende von GENDER IFAQ’s)

    Dazu fällt mir gerade auch nix mehr ein…

  • Daniel Decker
    Daniel schreibt am 18. Mai 2012 um 12:22

    @Tinka So falsch ist das nicht was da steht. Aber für mich ist beides Sexismus. Dass die Diskriminierung von Frauen oder wie da steht „nicht-männlicher“ Menschen skrukturell verbreiteter ist, ist aber definitiv wahr! Es ist ja auch so, dass ich vor allem meinte, dass Frauen sich selbst sexistisch behandeln. Eben das klassische „Ich kann das nicht, ich bin ein Mädchen.“ und das rührt ja vor allem daher, dass sie es von Männern und Medien alltäglich vorgekaut bekommen.

    Sexismus gegenüber Männern ist rar und somit vielleicht defintiv anders zu bewerten, aber in der Grunddefinition eben auch Sexismus. Was da stehe ist für mich nachvollziehbar, aber eher ein semantisches Problem.

  • An Le-Be via Facebook schreibt am 18. Mai 2012 um 12:28

    Manches davon kommt vielleicht ein bisschen spröde rüber, aber die Idee an sich finde ich auch gut! Ich hab ein paar Kumpels meines Mannes letztens auch was sagen müssen, als sie in Gegenwart meiner kleinen Tochter zueinander „sei kein Mädchen“ sagten… ansonsten ganz unsexistische Exemplare, aber sie merken das in so einem Moment selbst gar nicht!

  • Susanne Schnitzler via Facebook schreibt am 18. Mai 2012 um 12:29

    Schöner Post ;)
    Übrigens funktioniert das nicht nur mit sexistischen Äußerungen, sondern generell mit herabsetzenden, verhetzenden whatever-Gelaber. Nämlich dann, wenn du Phrasen, die du als Kind ständig hörst, unreflektiert nachtrompetest. So geschehen z. B. im eigenen Elternhaus, in dem ich (altersgemäß wohl zwangsläufig) mit Dumpfsprüchen aus der Kriegszeit vollgeballert wurde. Wer da nicht lernt, selbst zu denken, steht ganz schnell in der Ecke.

  • Tinka schreibt am 18. Mai 2012 um 12:47

    @Daniel
    Auf der einen Seite Sexismus als die Fokussierung auf das Geschlecht zu definieren und auf der anderen Seite zu statuieren, dass dies nur für die strukturelle Diskriminierung „nicht-männlicher“ Menschen gilt, ist für mich ein Widerspruch in sich.
    Die Diskriminierung des Mannes in Form von „Was für ein Weichei, Waschlappen, Softie, Schwuchtel, …“ weil der Mann sich nicht in die jahrhundertlange Institutionalisierung seines Rollenbildes fügt, ist genauso sexistisch.

    Zu deinem letzten Punkt: da hast Du Recht. Frauen sind sich selbst gegenüber sexistisch.
    Männer sind es nicht?

  • Tinka schreibt am 18. Mai 2012 um 12:57

    P.S.:
    Wenn Sexismus als Reduktion verstanden wird, dann ist Sexismus gegenüber Männern nicht wirklich ein seltenes Phänomen…
    Ein paar Beispiele:
    Männer müssen den ersten Schritt machen.
    Männer, die heulen, sind Weicheier.
    Männer mit kleinen Fingern sind feminin.
    Männer mit Röcken sind nur in Schottland respektabel.
    Männer, die Wert auf Körperpflege legen, sind schwul oder metrosexuell.
    usw.

    Die Liste von einengenden Bildern, die man dem Mann gesellschaftlich vermittelt, ist eigentlich genauso lang… Mindestens immer das Gegenteil von dem, was der Frau vermittelt wird.

  • Daniel Decker
    Daniel schreibt am 18. Mai 2012 um 13:00

    @Tinka Ich finde ja interessant, dass Du „Schwuchtel“ als Beispiel wähltest, das ist vielmehr sexistisch Schwulen gegenüber als Männern. Und all Deine Begrifflichkeiten sind imho kein Sexismus, weil es keine Worte sind die man mit Männern gleichsetzt, sondern eigene Begrifflichkeiten. Indirek implizieren sie natürlich „wie ein Mann zu sein hat“, aber es ist schon ein Unterschied zu „Du kannst das nicht, du bist ein Mädchen“ und „Du kannst das nicht, Du Weichei“.

    Ein Beispiel wo Deine Argumentation eher Sinn machen würde wäre vielleicht:
    Typ starrt Dir hemmungslos auf die Titten, Du sagst: „Typisch Mann“ – Hier wird also ein Klischee aufgegriffen. Nämlich dass Männer (und zwar nur diese) stets an Sex denken und nichts anderes im Kopf haben.

  • Tinka schreibt am 18. Mai 2012 um 13:22

    @Daniel:
    Klar benutze ich „Schwuchtel“. Die meisten homosexuellen Männer, die ich kenne, definieren sich auch als Mann – wer ist der Mann und wer die Frau in der Beziehung scheint zumindest in meinem Bekanntenkreis nicht zu passen. „Schwuchtel“ ist für mich eine Beleidigung, die dem Mann mitteilt, dass er sich zu weiblich verhält.

    Der Sexismus gegenüber Männern mag subtiler oder indirekter sein, als der gegenüber Frauen. Aber er ist mE genauso vorhanden.
    „Du kannst das nicht, Du Weichei“ bedeutet ja implizit „Du kannst das nicht, obwohl Du es können solltest, schließlich bist Du ein Mann!“

    Neulich sagte die Chefin zu mir auf der Arbeit, dass die Firma lieber weibliche Mitarbeiterinnen einstellt, weil Frauen einen viel besseren Blick für die allgegenwärtigen Aufgaben haben und ja auch multitaskingfähig sind. Das ist dem Mann gegenüber sexistisch.
    Wenn Frauen sich darüber aufregen, dass Männer nicht aufmerksam genug sind („so sind Männer halt…“), ist das sexistisch. Wenn Männer dahingegen zu aufmerksam und emotional sind, ist so manch weibliches Wesen auch zuviel und wirkt unattraktiv – der Mann hat nämlich energisch und kraftvoll zu sein.
    Und als ich letztens einem Mann ganz unverhohlen auf den Schritt glotzte, habe ich ihn zugegebener Maßen auch sexistisch behandelt…

  • Daniel Decker
    Daniel schreibt am 18. Mai 2012 um 13:32

    @Tinka Nein, da stimme ich jetzt nicht mit Dir überein. Es geht ja um typische Konnotationen. Und beim Beispiel Schwuchtel ist das vermeintlich frauenhafte ja mit dem Schwul sein verbunden. Aber wie ich und Du ja auch schriebst: Das ist indirekt.

    Es geht mir aber eher darum, wie viele Sprüche und Ausdrücke fallen Dir ein, die direkt an Mann gekoppelt sind und negativ. Bis auf „typisch Mann“ und „Männer denken nur an Sex“ fällt mir wenig ein.

    Vielleicht kann man das Themenfeld erweitern in Hinsicht „positiver Sexismus“. So kenne ich z.B. das von mir ausgegangen wird, dass ich z.B. handwerkliche Aufgaben können müsste, weil ich ja ein Mann wäre. Das wird aber ebenfalls selten so direkt formuliert.

    Durch die Indirektheit hat der Sexismus gegenüber Männern eine andere Qualität und geht ironischerweise oft mit Sexismen gegenüber Frauen, Schwulen und Transsexuellen Hand in Hand. Du wirst dann als „Schwuchtel“, „schwul“, „Mädchen“ oder „Tunte“ bezeichnet, was alles eine negative Konnotation in diesem Kontext hat.

    Umgekehrt ist es wohl eher seltener, dass Worte wie „Kerl“, „Mann“, „Junge“ in so einem Kontext eingesetzt werden. Da würde ich gerne wissen wie das bei burschikosen Frauen oder Butches und Dykes ist…

  • Tinka schreibt am 18. Mai 2012 um 13:51

    @Daniel
    Während ich über deine Frage nachdenke, stelle ich mal die Gegenfrage. Welche direkten Sprüche fallen Dir ein, die negativ und an die Frau gekoppelt sind. Da stehe ich nämlich jetzt gerade auch auf dem Schlauch.

    Zur Indirektheit muss ich Dir zustimmen. Es hat eine andere Qualität – die empfinde ich aber nicht als weniger schlimm.

    Was burschikose Frauen angeht kann ich Dir helfen: meine burschikose Freundin darf ich sagen „Yeah – Du Macker!“ da freut sie sich. Wenn ich sage „Yeah – Du Kerl!“ ist sie sauer. Als jemand bezeichnet zu werden, dem alle Klischees des Machismo anhängen, ist somit für sie in Ordnung. Direkt als „Mann“ bezeichnet zu werden hingegen nicht. Der Unterschied liegt darin, dass man Eigenschaften, die traditionell als männlich bezeichnet werden, für sich beansprucht – jedoch als Frau noch wahrgenommen werden will.

  • Daniel Decker
    Daniel schreibt am 18. Mai 2012 um 14:09

    @Tinka Frauen und Autofahren, Frauen und Technik, Frauen seien dümmer als Männer. Bestimmte Sachen zu tun oder zu mögen ist „mädchenhaft“. Wie z.B. Glitzer und Pink (liebe ich beides übrigens), Ponies und Haare flechten. Laut zu „gackern“ oder zu kreischen ist „weibisch“.
    Wenn ein Junge sich weh tut und weint ist er „ein Mädchen“. Etc. Sind jetzt nicht „Sprüche“, da habe ich wohl das falsche Wort gewählt.

  • Tinka schreibt am 18. Mai 2012 um 14:32

    Ahh – Du meinst also die Klischees…
    Männer sind unempathisch.
    Männer sind nicht multitaskingfähig.
    Männer haben plumpen Humor.
    Männer sind zu grobmotorisch für filigrane Arbeiten.
    Männer sind Kulturbanausen.
    Männer hören nicht zu.
    Männer haben kein Mitgefühl.
    Männer können ihren Gefühle keinen Ausdruck verleien.
    Männer sind Raser.
    Männer liegen im ständigen Wettkampf und stehen auf Schwanzvergleiche.
    Männer sind starrsinnig.
    Männer lösen Konflikte durch Gewalt.
    Männer sind unkommunikativ.

    So in der Art?

  • Daniel Decker
    Daniel schreibt am 18. Mai 2012 um 14:37

    Genau! Ha, da fällt Dir ja viel mehr ein als ich dachte. Der unterschied ist dennoch, diese Klischees werden seltenst auf z.B. unempathische Frauen angewandt. Eine unempathische Frau wird nicht als männlich bezeichnet, weil sie einen vermeintlich männlichen Charakterzug trägt. Umgekehrt wird ein Mann dadurch zur Frau… Also darauf will ich hinaus. Das macht einen großen Unterschied!

  • Tinka schreibt am 18. Mai 2012 um 15:13

    Auf der einen Seite ist es sicherlich verbreiteter, dass Männern weibliche Charakterzüge mit einer negativen Konnotation entgegen gebracht werden. Gleichzeitig werden gewisse männliche Attribute sogar als Kompliment für die Frau benutzt „Du kannst saufen wie ein echter Kerl!“
    Und du hast Recht, das ist noch einmal eine ganz andere Form des Sexismus.
    (Hier sind wir wieder bei der Semantik)

    Frauen begegnen dem selben Phänomen auf einer anderen Art und Weise. Da heisst es nicht, sie seien männlich oder etwas in der Art. Wenn eine Frau mit mehr „männlichen Attributen“ als weiblichen ausgestattet ist, dann heisst es, dass Männer Angst vor ihr haben. „Du bist so selbstbewusst/ordinär/erfolgreich/laut/aggressiv – das schüchtert Männer ein…“
    Das bedeutet soviel wie „Mit Männern muss man einfach nachsichtig sein/dem Löwen die Arena überlassen/sich zurück nehmen/ihm Recht geben auch wenn man es besser weiß/…“
    Das ist in beiden Richtungen nicht sehr schmeichelhaft.

  • Simone Müller via Facebook schreibt am 18. Mai 2012 um 15:24

    Hab ich. Ich finds seltsam, sich an diesen Kleinigkeiten aufzuhängen. Ich hab die ganze Diskussion berufsbedingt ziemlich über, deswegen reagier ich wohl nicht passend drauf. Für jemand, der sich bisher über „sei kein Mädchen“ oder „starke Männer kennen keinen Schmerz“ noch keine Gedanken gemacht hat, find ich die Kampagne sinnvoll.

  • Kotzendes Einhorn via Facebook schreibt am 18. Mai 2012 um 15:32

    Simone Müller Also bist Du genervt vom Preching To The Converted?

  • Verena Kuhn via Facebook schreibt am 18. Mai 2012 um 16:34

    Ich find die „Antworten zum Ausdrucken“ allerdings ziemlich lahm…

  • Hazel Dean via Facebook schreibt am 18. Mai 2012 um 17:13

    @verena Dann denk dir bessere aus und schreib sie den MacherInnen der Site! ;)

  • Simone Müller via Facebook schreibt am 19. Mai 2012 um 15:12

    irgendwie ja. weils unnötig ist. der, dems wichtig ist, der wird sich früher oder später selbst gedanken dazu machen oder gemacht haben. und dem, dems wurscht is, der wird sich auch durch n paar ausdruckdinger schwer beeindrucken lassen. und nein, ich meine jetzt nicht damit, dass es man eh nix an der welt ändern kann und es deswegen besser ist, einfach gar nix zu tun. ich bin für die an sich gute idee einfach nicht begeisterungsfähig genug. sorry, ich hätte vllt einfach besser die klappe halten sollen in diesem fall.

  • Fachkraft schreibt am 21. Mai 2012 um 13:14

    Hi,

    ich fand die Diskussion zwischen Tinka und Daniel sehr interessant! Sowohl thematisch als auch von der Art her. Konstruktiv und wertschätzend, das erlebe ich oft bei Diskussionen um Sexismus/Gender/Feminismus-Themen bei unterschiedlichen Ansichten leider oft anders.

    Die Aktion gefällt mir, vor allem so versöhnlich wie Daniel es beschreibt. Mir fällt eine Situation ein, die von meinem Gegenüber als sexistisch empfunden wurde. Da hätte ich mich über so einen Flyer gefreut, da dieser eben nicht automatisch davon ausgeht, dass ich das mit Absicht gesagt und verletzend gemeint habe. Wie gesagt, manchmal passiert (mir) sowas aber ich möchte gern dazulernen und daran arbeiten.

    Was die Situation von Männern angeht: Natürlich ist das imo was anderes als beispielsweise die Situation von Frauen. Ich meine aber auch, dass der Blick auf manngerichteten Sexismus die Situationen und Wirklichkeiten von nichtmännlichen Menschen doch überhaupt nicht relativiert – und umgekehrt natürlich genauso wenig. In Debatten nehme ich häufig Argumentationen wahr die nach dem Schema laufen, „dieser oder jener Sexismus ist aber viel schlimmer, weil …“ Diesen Meta-Sexismus finde ich aber besonders schlimm, weil es dem Menschen doch seine Erfahrung und Emotion aufgrund seines Geschlechts von vornherein abspricht.

    Sexismus ist niemals hilfreich, egal von wem und gegen wen er gerichtet sein mag.

    LG

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