127 Kommentare

Die Sache mit den Fähnchen abreißen – Abreißer im Interview

Von Daniel • 11.06.2012

Nationalfahne entfernt

Ich hab mich heute ordentlich gebasht. Mit Leuten die ich nichtmal kenne. Ich nenne sie einfach mal Klaus und Heinz. Klaus und Heinz sind sauer. Warum? Weil Leute ihre Fähnchen abreißen. Klaus sagt: “Wenn es national-sozialistisch ist, wenn man bei einer EM oder WM zu seinem Land steht, dann bin ich ein Nazi.” Auch Heinz mag einer sein: “Nur das du es weißt ich bin nationalsozialistisch und stolz darauf!!!!” Heinz mag Ausrufezeichen, außerdem hat er Angst, dass die Fähnchendiebe ihm seine Kinder klauen. Da hört der Spaß auf. “Wenn ich so nen Idioten erwische der deutsche Fahnen klaut, den würde ich am liebsten aufhängen mit Benzin übergießen und anzünden!!!!”, schreibt er auf Facebook.

Auch Klaus weiß bescheid. In der Bild hat er gelesen, dass das die selben sind, die Rohrbomben legen, Autos anzünden und Häuser besetzen. Jetzt auch noch die Flaggen. Ohje, wieso hassen die Deutschland nur so?

Ganz unrecht haben Klaus und Heinz eigentlich nicht. Vandalismus ist eine Straftat. Nur Heinz ist da manchmal ein bisschen irritiert und vergisst, dass Leute anzuzünden und mich als “dummes Arschloch” zu bezeichnen auch Straftaten sind. Dabei glaube ich, dass Fähnchen abreißen nichts bringt, finde das auch eher mau. Spiele ihnen – um bei der EM zu bleiben – den Ball also noch zu. Gänzlich irritiert bin ich als Klaus mir dann erklärt, dass einige der Fähnchenklauer “Parasiten” und “Schmarotzer” seien, die auf “unsere Staatskosten” leben. Später räumt er ein, dass das nicht alle sind. Da gäbe es noch die “Anderen” die nicht autonom sind und Häuser anzünden. Ich traue mich gar nicht mehr zu fragen wen Klaus mit den anderen meint. Aber wie ist das mit den Fähnchenabreißern? Die könnte ich ja mal fragen. Sind das autonome Hausbesetzer, die Deutschland hassen und auf meine Kosten leben? Drei standen mir Rede und Antwort.

Sven – “Nur weil es mir gut geht, heißt es nicht, dass es allen gut geht.”

Hi Sven, es ist EM in Deutschland und Du reißt Fähnchen von Autos?
Ja, gerne auch diese Rückspiegelkondome.

Wieso tust Du das?
Weil ich diesen Nationalismus nicht sehen will. Nur weil es die deutsche Nationalmannschaft ist, muss man keine Deutschlandfahnen raushängen, die für ein Land stehen in dem viel falsch läuft. Wieso nicht das Logo des DFB? Dortmundfans fahren doch auch das BVB Logo rum, und nicht das Stadtwappen.

Ist es denn eine klare Antideutsch-Haltung oder eher eine ingsesamt Antinationalistische die Du damit zum Ausdruck bringen willst?
Antinationalistisch. Ich würde mich niemals als Antideutschen bezeichnen. Ich glaube sogar, großes Glück gehabt zu haben, in diesem Land geboren worden zu sein. Woanders könnte es mir schlechter gehen.

Apropos schlechter. Um mal ein paar Klischees abzufragen. Du bist doch als Fähnchenabreißer bestimmt Sozialschmarotzer, oder?
Nein. Ich kann mich über mein Gehalt nicht beklagen.

Aber Autos hast Du bestimmt schonmal angezündet, oder?
Natürlich nicht. Ich bin doch nicht bescheuert. Was sollte Autos anzünden denn für einen Sinn haben?
Das ist genau so dumm, wie aus Spaß Mülleimer anzuzünden.

Wo ist denn der Sinn in Fähnchen abreißen? Wie Du sagtest, für viele ist das wahrscheinlich nur ein Logo wie das des BVBs oder von Schalke. Oder sind das alles verkappte Nationalisten?
Es entsteht durch die Fahnen eine rassistische Grundstimmung. Eine Deutschlandfahne steht für viel mehr als nur für Fussball.

Das dürfte aber gar nicht die Absicht der meisten Fans sein. Die haben Spaß am Sport und an einer favorisierten Mannschaft.
Dann nehmt das DFB Logo, oder macht euch Gedanken darüber, welche Bedeutung das, was ihr rumwedelt, hat.

Es gehen ja gerade diese Flyer im Netz rum, ersetzt Du das Fähnchen mit den Flyern?
Nein.

Läufst Du da nicht gefahr, dass das als bloßer Vandalismus wahr genommen wird? Also wie eine abgebrochene Antenne oder ein entwendeter Scheibenwischer?
Entwendete Scheibenwischer gefährden die verkehrssicherheit eines Autos. Es geht nicht darum, diese zu beschädigen. Ich glaube, die meisten Besitzer werden das nicht als Vandalismus wahrnehmen. Die wissen schon sehr genau, warum das passiert ist.

Mhm, woher kommt diese Überzeugung?
Linkes Wohnviertel.

Aha, Du bist also so ein autonomer Hausbesetzer?
Nein. Ich lebe ein Leben im bürgerlichen Mittelstand. Ich bin keiner dieser Chaostouristen, die zu Anti-Nazi demos geht um sich mit Bullen zu prügeln. Mich findet man in den Sitzblockaden.

Aber warum schämst Du Dich dann für Deutschland, wo es Dir hier doch so gut geht?
Nur weil es mir gut geht, heißt es nicht, dass es allen gut geht. Ich kann doch nicht die Augen davor verschließen.

Also möchtest Du gar nicht raus aus Deutschland?
Mir ist es egal wo es mich hinverschlägt. “Deutschland” ist nur ein festgelegter Begriff auf einer Landkarte. No Borders. No Nations!

Du verleugnest Deine Herkunft!
Schwachsinn. Ich bin bewusst Mensch. Es steht nur eben aus Zufall “Staatsangehörigkeit: Deutsch” in meinem Ausweis.

Magda – “Ja, ich zahle auch Steuern.”

Hi Magda, Du knickst also auch Fähnchen?
Ja, ich knicke Fähnchen, aber wenig, eher bei Gelegenheit in einer Bierlaune. Und nicht geplant und mit irgendwelchen Spielchen oder so. Ich habe dazu zwar eine Meinung, aber ich glaube, ich bin nicht “was” du suchst.

Was ist denn Deine Meinung dazu?
Puh. Ich habe kein Problem mit Fußball – gar nicht. Aber mit Nationalflaggen, Nationen, Rassismus und Grenzen. Gäbe es eine Flagge, die für die deutsche Elf stehen würde – kein Ding. Aber Deutschland abfeiern geht halt nicht. Genug Missstände. “Wer nicht springt ist kein Deutscher” provoziert und bietet leider gewissen Gesinnungen eine Plattform. da sind die grenzen dann fließen. “ich bin ja kein Rassist,aber…” und genau damit ist man verdammt nochmal ein unscheinbarer Alltagsrassist.

Denkst Du nicht, dass die Flagge nicht eher als Logo dient? Also wie bei BVB oder Schalke? Die meisten die damit rumfahren sind doch keine Nationalisten, oder?
Richtig. Sind sie nicht. Auf keinen Fall. Aber sie bieten den Leuten damit eine Plattform und merken es nicht. und ich denke halt, dass man mit einer solchen Flagge nicht so unreflektiert umgehen sollte. Es geht ja nicht darum, die Leute als Nationalisten abzustempeln. das ist Quark. ganz ehrlich: das meiste Fahnengeknicke ist doch nur proletenhaftes rumgenerve und irgendwie rumrandalieren – aber es gibt auch eine reflektierte Kritik dahinter, die ich verstehe und vertrete.

Wie weit ist der Weg von der geringfügigen Sachbeschädigung einer umgeknickten Flagge bis zum, sagen wir mal angezündeten Auto?
Sehr weit. Ich käme niemals auf die Idee ein Auto anzuzünden, eine Mülltonne oder gar Menschen anzugreifen. Da mag es Ausnahmen geben. Aber vergleichbar ist das nicht.

Aber immerhin bist Du wahrscheinlich jemand der auf Kosten unseres Staates lebt! Ein Sozialschmarotzer?
Klar. Wie alle, die irgendwie linksradikale Ansichten vertreten. Ich habe eine gute Schulbildung, eine abgeschlossene Ausbildung und bin seit geraumer Zeit selbstständig. Durchschnittlich eine 60 Stunden Woche. Und ja, ich zahle auch Steuern.
Das ist das gemeine an Vorurteilen. Klar, gibt es, wie in jedem politischen Lager Arbeitslose – aber: gerade auch im Linksradikalen Raum gibt es clevere, gebildete Menschen, die eine reflektierte Meinung vertreten. Und diesen Leuten geht es nicht um stumpfen Vandalismus.

Wo es gerade fiel. Bist Du denn “linksradikal”? Der Radikalismusbegriff ist ja durchaus kritisch zu betrachten.
Puh. Vielleicht. In gewisser Hinsicht. Ich glaube, dass es ohne eine gewisse Militanz nicht möglich ist, gesellschaftliche Missstände zu beseitigen. Revolutionen waren auch nie friedlich. Trotzdem gilt es da vorsichtig zu sein und zu jeder Zeit daran zu denken, dass Gewalt kein pauschales Mittel sein sollte und ist. Und: fremdes Eigentum mit Vorsatz ohne wirklich ersichtlichen Grund zu beschädigen oder gar Menschen anzugreifen, ist ein NoGo.

Wo ist der Unterschied da zwischen Fähnchen und dem anderen Eigentum?
Schlicht und ergreifend in Geld, Wert und Notwendigkeit.

Vincent – “Durch das Abbrechen einer Fahne wird ein Symbol gesetzt, das in der Lage ist, einen Diskurs anzustoßen.”

Vincent, es ist EM in Deutschland und Du reißt Fähnchen von den Autos?
Technisch gesprochen knickt man sie vor allem ab, aber ja. Ich bin mit dem Gemeinwesen hier nicht zufrieden und die Symbole dessen stören mich deswegen.

Ist es also eine antideutsche Einstellung oder allgemein eine Antinationalistische?
Ich würde meine Kritik des Nationalismus auf jede Nation übertragen, nicht nur auf die Deutsche, auch wenn der Hauptfeind im eigenen Land steht, um Liebknecht zu bemühen.

Manche würden sagen, dass Du doch das Land verlassen solltest, wenn es Dir hier nicht gefällt. Was hindert Dich daran?
Vor allem, weil die Einrichtung der Welt global ist, und es deswegen anderswo auch nicht angenehmer ist. Außerdem glaube ich, dass durch Menschen errichtete Gesellschaften auch durch diese wieder gestürzt oder wenigstens verändert werden können. Deswegen erachte ich es als produktiver hier Kritik zu üben, als zu anderen Orten zu fliehen, an denen man dann ja doch wieder unzufrieden wäre.

Denkst Du nicht, dass die meisten die Du damit triffst einfach nur Freude am Sport haben? Sich der nationalistischen Aussage gar nicht bewusst sind oder im Zweifelsfalle gar keine Nationalisten sind? Sondern die Fahne ein “Logo” für sie ist wie das des BVB oder von Schalke?
Ja, die Gefahr besteht sicherlich. Dagegen möchte ich aber einwenden, dass eine Nationalflagge nicht das Symbol des DFB ist, sondern einer Nation, die für allerhand Elend auf der Welt, von den Ertrunkenen im Mittelmeer bis zu den Obdachlosen in U-Bahn-Stationen, zu einem Teil oder ganz zu verantworten ist. Ich habe nichts gegen Fußball als Sport, allerdings wird die Ebene reinen Sports ja verlassen, durch Schwenken der Fahne oder Singen der Nationalhymne. Es lässt sich also nicht aus einer Begeisterung für das Spiel, tolle Pässe oder spektakuläre Tore, direkt auf einen Nationalismus schließen, aber durch Aufhängen der Fahne lässt sich auch nicht eins zu eins auf Fußball schließen.

Meinst Du diese Botschaft kommt bei denen an, deren Flagge Du abreißt? Es gibt ja gerade diverse Flyer im Netz, hängst Du die als Erklärung an den Stummelmast?
Nein. Allerdings glaube ich, dass durch das Abbrechen einer Fahne ein Symbol gesetzt wird, ähnlich wie bei einer Demo oder dem Demolieren eines Bundeswehrfahrzeugs – nicht, dass ich das tun würde -, das in der Lage ist, einen Diskurs anzustoßen. Viele der Flugblätter verbleiben leider auf dem Niveau von »Ahahaha, wir haben Dir deine Fahne geklaut«, das ist zu wenig. Ich glaube, dass die politische Aufklärung eher im Freundeskreis, im Alltag geschehen muss, weil da oft ein besserer Rahmen für Diskussion gegeben ist. Jemand, der seine Fahne gerade verloren hat, wird den Zettel vermutlich einfach auf den Bürger_innensteig werfen und sich für 1,99€ eine neue kaufen.
Im Zweifel bin ich auch gegen die Symbolpolitik, und würde eine inhaltliche Auseinandersetzung begrüßen — wo leider auch von Seiten der Linken oft Defizite bestehen.

Das heißt Du zündest keine Autos an? Die Bild schrieb ja sinngemäß “Rohrbomben, Autos anzünden, Häuser besetzen – jetzt klauen sie auch noch unsere Fähnchen”.
Nein, ich zünde keine Autos an und finde es auch politisch nicht sinnvoll. Nur, weil jemand sich ein teures Auto leisten kann, heißt das ja nicht, dass er rechter bzw. konservativer wäre, als jemand, der einen kleinen Fiat fährt. Da wird ein Automatismus vermutet, den ich falsch oder sogar gefährlich finde. Desweiteren ist ein Gutteil der angezündeten Autos ja offensichtlich keine Tat von Linken gewesen.
Ich finde, dass Häuser besetzen oder das Abbrechen kleiner Fahnen anders zu beurteilen sind als Brandanschläge.

Da bist Du der Masse nach zu urteilen aber alleine mit. Wie ist es denn mit Arbeit? Du liegst dem Staat den Du so doof findest doch bestimmt auf der Tasche, oder?
Nein, ich zahle Steuern, aber selbst wenn nicht. Das Scheitern in der kapitalistischen Konkurrenz und damit verbunden die Annahme von staatlichen Leistungen um zu überleben, würde ich nicht als verwerflich betrachten. Man darf ja nie vergessen, dass man hier einem gesellschaftlichen Zwang unterliegt und es nur eine Sache gibt, die schlimmer ist, als für den Gewinn weniger anderer ausgebeutet zu werden: Nicht ausgebeutet zu werden. In weiten Teilen der Welt bedeutet das einfach zu krepieren, hier hat man das »Glück« mit ein wenig Geld noch als Reservearmee gehalten zu werden.

Was bleibt?

Gut, übrig bleibt also Vandalismus. Durchaus mit einem politischen Hintergrund. Davon kann und soll man halten was man will. Ich begrüße jeden der das kritisch sieht. Aber vielleicht macht man es sich doch zu einfach die Fähnchenabreißer allerlei Klischees zu bezichtigen. Es kann durchaus Zufall sein, dass ich nur mit “braven” Steuerzahlern sprach. Nur so einfach wie Klaus und Heinz sich das gedacht haben scheint die Sache doch nicht zu sein. Und vielleicht sollte ich auch noch mit ein paar Fans reden, bestimmt bezeichnen sich viele Fähnchenschwinger nicht so freimütig als Nazis wie es Klaus und Heinz getan haben.

Alle Namen sind anonymisiert. Außer Vince, der heißt Vince.

Update: Sind es nur deutsche Fähnchen?

Oha, die Resonanz ist groß. Einige wollten wissen ob die Abreißer nur deutsche Fähnchen knicken. Vince war so nett darauf kurz zu antworten:

“Man sieht vor allem deutsche, aber wenn ich mal Fahnen abreiße, dann auch nichtdeutsche. Es geht mir ja mehr um die Kritik aller Nationen als Herrschaftsmechanismen und nicht um die Installierung eines alternativen Nationalismus.”



10 Trackbacks »

    117 Kommentare »

  • Werner Popp via Facebook schreibt am 11. Juni 2012 um 22:22

    Verstehe ich nicht , wozu Fähnchen abreissen? Die landen doch eh alle in der Gosse oder auf dem Mittelstrifen. Hier siehts jedenfalls so aus.

  • Werner Popp via Facebook schreibt am 11. Juni 2012 um 22:22

    +e.

  • Yanah Sleaze via Facebook schreibt am 11. Juni 2012 um 22:23

    wow fähnchen abreißen, mutige rebellen…

  • kevooor schreibt am 11. Juni 2012 um 22:29

    Man man man…das ist ja albern…Die Leute die die Fähnchen abknicken haben doch wirklich nichts besseres zu tun.
    Die handeln doch glatt nach dem Motto: Wenn´s uns gut geht, können wir uns auch mal “politisch” engagieren.
    Dann sollten sie doch lieber verstärkt für die Linken Parteien werben, anstelle durch zwielichtige Aktionen negativ aufzufallen.

    Verrückte Welt.

  • Christopher Sprelzner via Facebook schreibt am 11. Juni 2012 um 22:31

    genau, harte typen die sich dem deutschen mob mit keule und ugauga entgegenstellen wären besser

  • Mary Schultze via Facebook schreibt am 11. Juni 2012 um 22:34

    oder leute die gar nichts tun und nur darüber schimpfen das andere etwas tun was ja “gar keinen zwecke hat”. die sind praktisch!

  • Marco schreibt am 11. Juni 2012 um 22:38

    Wenn ich jetzt also eine Deutschlandflagge schwenke, bin ich Nationalsozialist? Den Zusammenhang hab ich jetzt nicht so richtig verstanden… und Leuten einfach ihre Fähnchen abzuknicken, find ich jetzt auch mehr so hosentaschenrebellisch. Klar, man droht niemandem mit anzünden und aufhängen, aber überzogenen Unsinn hat ja jeder schon mal in diese sozialen Netzwerke geschrieben. Soll eben die Schufa richten.

    Und übrigens sind in einigen Vereinsflaggen auch Wappen zu finden.

    tl;dr – anderer Leute Zeug kaputt machen ist Scheiße.

  • Yanah Sleaze via Facebook schreibt am 11. Juni 2012 um 22:40

    sind genauso idioten, wie die, die fähnchen an ihre autos machen. haben sie sich wieder gefunden <3

  • Daniel Decker
    Daniel schreibt am 11. Juni 2012 um 22:40

    @Marco Wo steht denn das mit Nationalsozialist?

  • Wendy schreibt am 11. Juni 2012 um 22:48

    danke für dieses fazit! ich kann diesen “deutsche dürfen seit dem 2.WK keine flagge mehr zeigen weil wir uns alle generationenlang in grund und boden schämen müssen”- kram nicht mehr hören. von anderen völkern wird das auch nicht verlangt obwohl diese ähnliche dinge verbrochen haben.

  • Sascha schreibt am 11. Juni 2012 um 22:50

    Wenn sie wenigstens konstruktiv an die Sache rangehen würden… Z.b. Einen Flyer mit denkanstössen dran hängen oder so… Aber so geht das einfach nicht. Ich Renn ja auch nicht durch die Gegend und mach in Kleingartenvereinen die Gartenzwerge kaputt, weil die für ein Spießbürgertum stehen auf dem rechte Gedanken gedeihen…

  • Vincent van Dance via Facebook schreibt am 11. Juni 2012 um 22:51

    Ich bin ein ziemlich feiger Rebell, sorry. Idiot werde ich auch recht selten genannt, aber das ist nicht verwunderlich. Ein Irrtum kommt selten allein.

  • Nycroft schreibt am 11. Juni 2012 um 22:51

    ach wieder diese nazi geschichte…
    warum nicht amerikaner die ihre flagge zeigen vietcongschlächter nennen? oder afghanen-vergewaltiger.
    das doch unsinn.
    ich mein ich finds auch blöd das das alles wieder durch den dämlich fussball passiert.
    das so ein nationalstolz erst wieder durch solchen quatsch hervortritt und danach wieder verschwindet. aber da jetz wieder auf teufelkommraus stunk machen?…
    mach ich ja nich mal…und ich tu sowas gerne =)

  • Yanah Sleaze via Facebook schreibt am 11. Juni 2012 um 22:56

    mach dir nix draus, keiner ist perfekt

  • Sumi schreibt am 11. Juni 2012 um 22:56

    Find’s nich okay und das obwohl ich mit Nationalstolz garnichts anfangen kann und alles andere als nationalistisch bin… Ich würde mir sowas nie an mein Auto hängen, aber das gibt mir noch lang nich das Recht anderer Leute eigentum zu klauen oder kaputt zu machen. Die haben imemrhin Geld dafür gezahlt und selbst wenn sie das nicht haben ist es immer noch ihre Entscheidung ob sie einen solchen Firlefanz ans Auto hängen. Sie verletzen damit niemanden, sind nicht rassistisch oder gewalttätig. Also lass ich ihnen halt ihren kleinen Spaß…
    Klar aber die Sache mit den “Parasiten” und “Schmarotzern” ist nicht weniger bescheuert.

  • Vincent van Dance via Facebook schreibt am 11. Juni 2012 um 23:01

    Stimmt, wo wir uns jetzt einig sind, wollen wir nicht vielleicht darüber reden, warum die Entfernung dieser wehende Umweltverschmutzung so verwerflich sein soll, aber die Parteiname für eine Institution, die für allerhand Elend (mit)zuverantworten ist (s. Welt), nicht?

  • skp schreibt am 11. Juni 2012 um 23:01

    immer schön Nationalist durch Nationalsozialist ersetzen, um dann der Diskussion zu entgehen, wieso man sich auf eine nationalstaatliche flagge einlässt, wenn man mit dieser nation doch so gar nichts am Hut hätte. statt dessen einfach irgendwas von nazivorwurf daherreden. auf alle fälle nicht darüber nachdenken, wieso das dfb logo das passende winkelement wäre, wenn man denn winken wöllte und nicht die staatsfahne.

    außer man will aus auf eine identifikationsebene mit dem Staat bringen. dann kann man aber auch ruhig als Nationalist bezeichnet werden.

  • OddNina schreibt am 11. Juni 2012 um 23:04

    Fähnchen Knicken ist Kinderkram und genau so falsch wie ein Auto anzuzünden. Es ist egal ob es 2 € oder 2000€ waren die ein anderer dafür ausgab. Fakt ist, das zerstören von anderer Leute Eigentum ist Unfug und macht nichts besser, setzt keine Zeichen, ändert keine Meinungen und schürt nur Wut. Lasst das. Engagiert euch politisch wenn ihr etwas ändern wollt und nicht kleinkriminell.

  • Marco schreibt am 11. Juni 2012 um 23:06

    Daniel: Na oben gleich, die erste Frage…

  • Christopher Sprelzner via Facebook schreibt am 11. Juni 2012 um 23:06

    eine mögliche antwort findet sich im blogpost vom einhorn: vandalismus. (was ist eigentlich das prinzipielle problem mit vandalismus? aber bitte nicht das bgb, oder)

  • Yanah Sleaze via Facebook schreibt am 11. Juni 2012 um 23:07

    zur zeit liegen diese wehenden umweltverschmutzungen überall auf der straße und wehen trotzdem vor sich hin. wie gesagt, ich find beides blöd und affig.

  • Matzilla Kong via Facebook schreibt am 11. Juni 2012 um 23:10

    Ist mir scheißegal ob irgendwer anti nationalistisch ist oder meint seine Weltoffenheit zeigen zu müssen. mir tun diese scheißfähnchen nicht weh -ok ok, ich mag sie auch nicht und mir müsste n ei fehlen wenn ich mir so n ding an die karre klemme. aber abbrechen finde ich fair. was geht mich mein Nachbar an, der vlt aus ner völlig banalen “ich bin fußball-fan” Laune heraus solche teile an sein auto klemmt. reden kann ich mit dem wenns mir wichtig sitz,. aber ich hab nicht das recht sein Eigentum zu zerstören, und wenns nur n verkacktes scheiß Fähnchen ist. nee. Leute, dann kann ich auch zu euch kommen und euch die Geranien vom balkom reißen, einfach weil sie mir nicht gefallen. fertig. dass ist dumm und bullshit und sowieso bnervt ihr Weltverbesserer… von links wie von rechts. alles Idioten. macht lieber was vernünftiges. erklärt es eurer Umwelt. aber eure drucks-flyer könnt ihr euch auch sonstwohin schieben. denn wenn mir wer mein fänchen klaut, habe ich sicherlich andere Interessen als so nen scheiß-flyer zu lesen.

  • Matzilla Kong via Facebook schreibt am 11. Juni 2012 um 23:10

    nicht fair

  • Christopher Sprelzner via Facebook schreibt am 11. Juni 2012 um 23:15

    links-rechts-gleichsetzung ist aber garnicht cool, matzilla.

  • Daniel Decker
    Daniel schreibt am 11. Juni 2012 um 23:16

    @Marco In der Einleitung? Das kann Dir nur Klaus beantworten :-/

  • Marco schreibt am 11. Juni 2012 um 23:16

    Oh ups. Passend zum Kommentar von skp hab ich Nationalsozialist mit Nationalist verlesen. :D
    Aber das ändert eigentlich nix am Kern meines Kommentars.

  • GoaGoaZwerg schreibt am 11. Juni 2012 um 23:16

    “Wenn es national-sozialistisch ist, wenn man bei einer EM oder WM zu seinem Land steht, dann bin ich ein Nazi.”

    Wohooo, brems dich mal! Da wird sich längenweit zu etwas vorausbekannt, was ihm noch niemand vorgeworfen hat. Ich hätte es jetzt mit Patriotismus/Nationalismus versucht. Aber wer keine Berührungsängste damit hat, schon so weit vorzulegen, muss seine Gründe dafür haben.

  • Christopher Sprelzner via Facebook schreibt am 11. Juni 2012 um 23:19

    was auch in dieser diskussion immer irgendwie untergeht: die flagge als ensemble von drei unterschiedlich farbigen streifen kommt auch nicht irgend wo her, sondern hat ihre wurzeln in der deutschen burschenschaftsbewegung des 19. jahrhunderts und die inhalte dieser kann man eigentlich mit wenigen worten ganz gut zusammenfass: nationalismus, antisemitismus und sexismus.

  • Michael Ludwig Dietrich via Facebook schreibt am 11. Juni 2012 um 23:26

    Also ich versuch’ mir jetzt schon seit 10 Minuten, “rechte Weltverbesserer” vorzustellen.
    Da fehlt mir wohl allerdings die Kreativität.
    Trotzdem würde ich das mit der Symbolik echt nicht zu eng sehen.
    Im Prinzip ist das doch nicht mehr als ‘ne Diversifikation von Fasching.

  • Yanah Sleaze via Facebook schreibt am 11. Juni 2012 um 23:27

    ich fänd ne flagge mit einem einhorn drauf auch besser, aber mich fragt ja keiner

  • Daniel Decker
    Daniel schreibt am 11. Juni 2012 um 23:29

    @Marco Mhm, also die verschiedenen Meinungen stehen da ja. In meinen Augen “Nein”!

  • Butterflythoughts schreibt am 11. Juni 2012 um 23:41

    Woah! Da hab ich mich vorhin schon aufgeregt. Und diese Interviews zeigen mir auch wieder, dass da nicht viel Reflexion bei den Tätern dahintersteckt.
    Allein die Begründungen… Sven will den Nationalismus nicht sehen. Ich denke jeder wüsste auf Anhieb mehrere Sachen, die sie oder er nicht sehen will. Kein Grund, Sachbeschädigung zu begehen.
    Magda macht es “in Bierlaune”. Also.. nee. Genauso hat sie Probleme mit “Nationalflaggen, Nationen, Rassismus und Grenzen”. Aber wäre der Verzicht auf die Nationalflagge während eines Fussballspiels nicht eine Grenze, die ich mir setzen müsste, nur weil irgendwer ein Problem damit hat?
    Und Vincent… hat mit deutschen Symbolen ein Problem, weil er mit dem Gemeinwesen (auf was bezieht er sich eigentlich gerade?) unzufrieden ist, aber will durch Sachbeschädigung (wovon keiner wirklich zufrieden ist… oder?) ein Symbol setzen? WTF?

    Am schlimmsten finde dich dann noch, dass alle drei Befragte ein Zeichen setzen wollen, aber statt den Besitzer der Fahne aufzuklären, was für sie diese Fahne bedeutet und warum sie sie nicht sehen wollen, wird einfach nur beschädigt. So werden Symbole und Kritiken aber nicht wirkungsvoll verstanden! Und dann ist es kein Wunder, dass man jedes Mal mit Rohrbombenleger und Autoanzündern gleichgesetzt wird, wenn man sagt, dass man ne Linke Meinung hat. Und das finde ich richtig scheiße! Alle drei distanzieren sich von den radikalen Linken, aber Sachbeschädigung bleibt Sachbeschädigung, auch wenn pro Fahne nur 1,99 Euro draufgehen.

    Und zum Nationalismus-Argument an sich. Ich bin es leid, dass sobald man die Fahne rausholt, gleich die National(sozial)ismuskeule geschwungen wird. Ja, in Deutschland hat übersteigerter Nationalismus zum Nationalsozialismus geführt und das war eine schlimme Geschichte. Aber schuld waren auch eine schlecht ausgearbeitete Verfassung, die aufgedrückte alleinige Kriegsschuld, hohe Inflation, hohe Arbeitslosenzahlen und die damals moderne Rassenlehre (die, seien wir mal ehrlich, nicht nur in Deutschland herrschte). Jeder, der bei Nationalismus gleich Hitler und Nazi schreit, hat das nicht verstanden und sollte da nochmal ne Geschichtsstunde einschieben.

  • Gerd schreibt am 11. Juni 2012 um 23:46

    Ihr checkt es in eurer grenzenlosen Arroganz echt nicht, ne ? Lasst die Leute verdammt nochmal machen, was sie wollen. Nochmal: Solange es sich im Rahmen der Verfassung bewegt, können die Leute machen, was sie wollen !!! Überzeugt sie, argumentiert, demonstriert, macht, was immer euch beliebt, aber wenn die Leute ihr Fähnchen trotzdem behalten wollen, dann lasst ihr sie damit in Ruhe, capiche ?

    Die Leute empfinden Freude an diesen Fähnchen. Ob das nun primitiv, deutschtümelnd oder einfach nur doof ist, ist nicht euer Bier. Doch ihr meint tatsächlich, diese Leute kraft überlegenen Wissens (“Fähnchen schafft Nationalismus”) und überlegener Moral maßregeln und ihnen ihre kleine Freude nehmen zu können ?

    Meine Güte, ihr seid gefährlich.

  • Kotzendes Einhorn via Facebook schreibt am 11. Juni 2012 um 23:46

    Yanah Sleaze Das Reichshorn kam damals nicht so gut weg: http://www.facebook.com/photo.php?fbid=262822253737445&set=a.193660510653620.48041.139612832725055&type=3

  • Yanah Sleaze via Facebook schreibt am 11. Juni 2012 um 23:54

    Wahrscheinlich wegen dem deprischwarz…

  • Matt schreibt am 12. Juni 2012 um 00:00

    Genau. Deutschlandflaggen verbreiten Nationalismus und verdecken die Probleme die es in unserem Land gibt.. Pfff.
    Darüber dass das schwingen der Farben Schwarz Rot Gold auch eine integrative Wirkung haben kann, kommt in den Köpfen der allerwenigsten Fahnenknicker wohl nicht vor. Es gibt Szenen von Menschen mit ganz unterschiedlichen Herkünften die die Deutsche Nationalmannschaft bejubeln wo sich auch eine Mischung von Menschen zusammenfindet, die ganz unterschiedliche Hintergünde hat.
    Mal davon abgesehen, dass ich Menschen, die die Fahne als Perücke, Hasenohren oder sonst wie tragen nicht wirklich als Nationalistisch einstufen kann oder sonst wie besonders Ernst nehme.

    tl;dr: Entspannt euch! Nationalismus ist nicht: nur mal eben Fahne ans Auto….

  • frolueb schreibt am 12. Juni 2012 um 00:05

    Wow. Selten dämlichere Gründe zum Fähnchenabreißen gelesen.

  • GoaGoaZwerg schreibt am 12. Juni 2012 um 00:31

    @Wendy ich kann diesen “deutsche dürfen seit dem 2.WK keine flagge mehr zeigen weil wir uns alle generationenlang in grund und boden schämen müssen”- kram nicht mehr hören.

    Also durch die vierjährlichen Vuvuzela-, Flaggen- und Gröhlorgien in 150 dezibel würde ich gerne mal zu dir rüberbrüllen und dich fragen, wo du diesen “Kram” in der letzten Zeit mal gehört hast. Von Scham sehe ich weit und breit keine Spur. Man bespüht sogar Kakteen in schwarz-rot-gold und verkauft sie für 4.50 im Baumarkt. Sogar Schamgrenzen sucht man auf Fanmeile und in Fanshops eher verzweifelt.

    Manchmal lohnt es sich nach Spielen der DFB-Elf die Bullenticker zu lesen. Es gibt im ganzen Land nach jedem, wirklich nach jedem dieser Spiele so mindestens drei, vier Fälle von rassistischen Pöbeleien oder einem Angriff im Zusammenhang mit dem Fußballspiel. Solange das so ist, ist Fußball politisch. Und es muss sich politisch mit Fußball auseinandergesetzt werden.
    Schlussstrich-Forderungen, wie du wieder eine formulierst, haben ja auch ihre Geschichte. Die erste gab es wann? Genau, 1949. Zur ersten Bundestagswahl (http://de.wikipedia.org/wiki/Schlussstrichdebatte).
    Nationale Ausgrenzung, ob staatlich organisiert oder im Alltag, käme theoretisch auch ohne Auschwitz aus, es würde immer noch eine verhängnisvolle Wirkung entfalten.
    Fans wie du, die gleich Auschwitz und den Zweiten Weltkrieg vergessen machen wollen, ganz unabhängig vom nationalen Großevent Fußball, fallen ja selbst in der großen schwarz-rot-goldenen Masse auf. Der überwiegende Teil akzeptiert nach meinem Empfinden schon die deutsche Vergangenheit und macht beim Schland-Gegröhle mit irgendso einer Rechtfertigugnsfigur wie “Ist doch nur Fußball”, “Schwarzrotgold sind doch die demokratischen Farben”, “Auf die BRD kann man doch stolz sein” mit.

  • GoaGoaZwerg schreibt am 12. Juni 2012 um 00:39

    @Butterflythoughts
    aufgehört zu lesen habe ich bei “aufgedrückte alleinige Kriegsschuld”

  • Butterflythoughts schreibt am 12. Juni 2012 um 01:02

    @GoaGoaZwerg

    Warum? Das war zu jener Zeit üblich. Wer verloren hat, hatte Schuld und durfte zahlen.
    (Artikel 231 des Versailler Vertrag: „Die alliierten und assoziierten Regierungen erklären, und Deutschland erkennt an, daß Deutschland und seine Verbündeten als Urheber für alle Verluste und Schäden verantwortlich sind, die die alliierten und assoziierten Regierungen und ihre Staatsangehörigen infolge des Krieges, der ihnen durch den Angriff Deutschlands und seiner Verbündeten aufgezwungen wurde, erlitten haben.“)
    Das war ein Grund für die Frustration der Deutschen. Ein Grund, der zu einem neuen Krieg führte. Ein Grund, weshalb man die NSDAP wählte, denn die wollten “die Fesseln des Versailler Vertrag” sprengen.
    Oder wird mir, weil ich die Gründe für den Nationalsozialismus differenziert habe, jetzt unterstellt, ich würde nationalsozialistisches Gedankengut verbreiten?

  • Jenni schreibt am 12. Juni 2012 um 01:42

    Kann man eine Landesflagge eigentlich mehr entwerten als sie nur noch als Zeichen für eine Fußballmannschaft zu benutzen?
    Ehrlich gesagt ist dieser Gedanke der einzig tröstliche für mich, wenn ich dieses ganze Flaggenmeer sehe. Weshalb ich das Fahnenabknicken als unnötig erachte. Ich glaube man erreicht damit kein nachdenken sondern das Gegenteil.

    Ich finde es immer viel schlimmer, wenn alle im Stadion, beim Zuschauen oder beim Feiern “Sieg” rufen. Das erinnert mich sehr stark an einen Ruf an dem man noch heil hinzufügt

  • Bjoeke schreibt am 12. Juni 2012 um 02:09

    Achtung Text…

    Also ich habe mich ja lange rausgehalten aus dieser Diskussion. Bei Max hab ichs lang genug geschafft bis er die Kommentare (vorläufig?) geschlossen hat. Jetzt hats also auch das Einhorn getroffen und hier hab ichs auch versucht, aber so langsam ging das einfach nicht mehr.

    Vorneweg, Fahnenabreißer mit Autoanzündern und Bombenlegern gleichzusetzen ist natürlich totaler Unfug. Nichtsdestotrotz ist und bleibt es Sachbeschädigung und wie schon mehrfach erwähnt, stellt sich natürlich die Frage, wo die moralische Grenze liegt. Liegt sie bei den Fähnchen, weil man damit ja eine politische Aussage tätigt? Oder liegt sie bei den Gartenzwergen, weil die ja für das Spießertum schlechthin stehen und man damit eine ähnliche Aussage tätigt? Oder liegt sie am Ende vielleicht doch bei den Bonzenschlitten im reichen Vorort, wo man weiß, dass es nur Topmanager und Ja-Sager trifft? Man kann das alles natürlich nicht gleich setzen, aber man muss sich doch fragen, wo der Unterschied liegt.

    Dann muss man sich natürlich die Frage stellen, ob jemand, dem seine Autofahne “entfernt” wurde, das auch tatsächlich als politischen Akt versteht. Ich wage zu behaupten: Nein. Hätte ich Fähnchen an meinem nichtexistenten Auto, würde ich das vermutlich nur als ziellosen Vandalismus begreifen. Als würde man mir den Seitenspiegel abtreten oder die Scheibenwischer rausreißen. Grund für Wut? Natürlich. Grund für politische Diskussion? Mit Sicherheit nicht. Wenn man etwas erreichen will, muss man auf direkte Konfrontation setzen, auf Diskurs und Diskussion. Nicht auf ziellose “Zeichen”.

    Ich persönlich empfinde diese Häuser- und Autobeflaggungen auch eher als befremdlich, dennoch denke ich nicht, dass die Leute, die diese Fähnchen spazieren fahren wirklich nationalistisches Gedankengut verbreiten wollen. Sie wollen zeigen, dass sie die deutsche Nationalmannschaft unterstützen. Natürlich könnte man dazu auch das DFB Logo benutzen, aber mal ganz ehrlich: Wer außerhalb (und vermutlich auch innerhalb) Deutschlands erkennt das denn? Da ist Schwarz-Rot-Gold eben doch bedeutend einfacher. Was mich auch zum nächsten Punkt bringt.
    Der eine meinte noch, dass diese Fahne doch so viel mehr bedeutet, der andere meinte, dass man sich doch nicht damit rausreden sollte, wofür diese Fahne steht (in beiden Fällen die deutsche Demokratie, weder Kaiserreich noch Nazis benutzten Scharz-Rot-Gold). Dann hieß es, dass Schwarz-Rot-Gold auf die Burschenschaften zurück geht. Natürlich, aber auf die Urburschenschaften in den napoleonischen Befreiungskriegen, die mit den modernen Burschenschaften ähnlich viel gemein hatten, wie die Einwanderungspolitik der USA 1812 und 2012.

    Ich frage mich auch, was man mit anderen Flaggen anstellt. Ich habe schon mehrfach türkische (ok, nicht bei dieser EM ;) ) und polnische Flaggen gesehen. Reißt man die auch ab?

    Als nächstes der Punkt mit den rechten Übergriffen nach Länderspielen. Natürlich gibt es die. Das ist kacke und Nazis sind eh scheiße. So weit, so klar. Aber die Frage ist doch, wieviele Übergriffe gibt es an Tagen ohne Länderspiele? Oder an normalen Ligaspieltagen? Ohne die Statistiken zu kennen, wage ich zu behaupten, dass da kein statistisch signifikanter Unterschied besteht. Und ob die Rechten jetzt dienstags oder donnerstags nen Dicken machen ist eigentlich egal. Scheiße ist es immer!
    Da muss man prinzipiell Front zeigen. Nicht nur zur EM/WM.

    Um dann auch endlich mal zu einem Ende zu kommen: Nationalismus ist immer schlecht.
    Wir sind alles Menschen und keiner ist besser als der andere.
    Aber von Fahnen schwenkenden Fans gleich auf Nationalismus (oder schlimmer, das mit dem sozial in der Mitte) zu schließen ist auch Unsinn. Ob man jetzt Fan von Bayern, dem BVB, Schalke, Alemannia Aachen und/oder der deutschen Nationalmannschaft ist, man ist und bleibt Fußballfan. Lediglich die Symbole sind andere. Das zeigt auch das Bild, dass man an so vielen Fanpunkten sieht und ich auch selbst oft genug miterlebt habe: Menschen ohne deutschen Pass sind mit deutschen Flaggen und Trikots unterwegs und feuern die deutsche Nationalmannschaft an. Was kann denn an so einem friedlichen Miteinander schlecht sein?

    tl;dr
    Nazis sind doof, Nationalismus führt zu nix, Sachbeschädigung ist auch doof und nur weil man Schwarz-Rot-Gold zur EM/WM schwenkt ist man kein Nationalist und erst recht kein Nazi. :)

  • Schmunzelhase des Todes via Facebook schreibt am 12. Juni 2012 um 05:59

    haha, “Rückspiegelkondome”. hab ich auch schon gesehen. Toll, wenn man immer denkt, absurder geht es nicht mehr, kommt jemand mit was neuem um die Ecke.

  • Schmunzelhase des Todes via Facebook schreibt am 12. Juni 2012 um 06:13

    Ist schon krass, die Deutschtümelei nimmt zu, Naziparteien bekommen, sogar Europaweit gesehen, immer mehr Zuspruch, aber Leute die irgendwelche Fähnchen abreißen, die eh bald in den Müll landen und die Umwelt verschmutzen, sind gefährlich? Ich glaub, ich bin im falschen Film.

  • Justin schreibt am 12. Juni 2012 um 07:25

    Glauben einige wirklich es ist o.k. Dinge zu zerstören, die einem nicht gefallen? Fail!

  • Gerd schreibt am 12. Juni 2012 um 07:40

    @Schmunzelhase: Eeeeeexakt ! Gefährlich. Linker Faschismus. Wer ernsthaft vertritt, dass es eine politische bzw. moralische Rechtfertigung für den Fähnchenklau gibt, ist gefährlich. Meine Fresse nochmal, LASST DIE LEUTE MACHEN, WAS SIE WOLLEN!!! Das ist Demokratie, freie Meinungsäußerung und so. Ihr habt nicht das Recht, diese Leute zu erziehen !!! Da kommt einem ja die Galle hoch. Es ist ekelhaft, nichts anderes.

  • Matzilla Kong via Facebook schreibt am 12. Juni 2012 um 07:54

    A ist das kein vergleich oder gar eine gleichstellung, außer darauf bezogen, dass die einen idioten sind und es bei den anderen auch idioten gibt.
    B ist das Weltverbesserer auf die jeweilige Eigenwahrnehmung bezogen. Denken doch alle, dass sie der Welt nen Gefallen tun.

  • Dennis Gee via Facebook schreibt am 12. Juni 2012 um 09:07

    Die gesamte Argumentationslinie der “Pro-Fähnchenknicker” ist nicht mehr als eine überromantisierte Weltverbessererattitüde mit der schlicht und ergreifend Sachbeschädigung gerechtfertigt wird. Leben und leben lassen.
    3/4 der Argumente sind nur “mimimi-Rassismus” Argumente und kein einziges zieht und kann in irgendeiner Weise die Straftat die es nun mal ist rechtfertigen. Da bringt es auch so gut wie nichts zu sagen das man ja sonst voll die kommodige Type ist die ja keine Autos anzündet und sich nicht mit der Polizei prügelt sondern auf dem Boden sitzt.
    Und auch wenn es nur 1-2€ pro Fahne sind…das geht garnicht. Geld ist Geld.

  • Jennifer Pfahl via Facebook schreibt am 12. Juni 2012 um 09:12

    Was für eine bescheuerte Diskussion! Was für ein zeitvergeudendes Thema! Sonst nix zu tun?! lasst den Leutz doch ihre NATIONAL-Fahne. Sie fühlen sich eben der deutschen NATIONAL-Mannschaft zugehörig, möchten dies auch zeigen… und was hat das jetzt mit NAZIS zu tun???

  • Weazel Weasel via Facebook schreibt am 12. Juni 2012 um 09:54

    Wo fängt es an, wo hört es auf? Wenn es keine Fähnchen wären, sondern das Auto schwarz, rot, gold? Wird dann der Lack zerkratzt? Das Beschädigen oder Entwenden fremden Eigentums bleibt eine Straftat! Ich finde beide Seiten dämlich, aber den “Knickern” sollte man das “Horn” abbrechen, Eier haben sie eh nicht!

  • boom schreibt am 12. Juni 2012 um 10:11

    schreibt mal bitte drüber: kommentieren bitte nur nach lesen und verstehen des textes…ist ja schrecklich immer 1 zu 1 die gleiche scheiße zu hören….ob hier oder auf diesen ekelmeilen

  • Daniel Decker
    Daniel schreibt am 12. Juni 2012 um 10:16

    Haha Boom, hab ich mich auch gefragt, ob viele gemerkt haben worum es in dem Text geht ;)

  • lmnd schreibt am 12. Juni 2012 um 10:16

    Super Idee…den Umsatz der Fähnchenhersteller in China verdoppeln…Klasse!

  • Roland Leliveldt via Facebook schreibt am 12. Juni 2012 um 10:20

    Kindergartenaktionen gebären Kindergartendiskussionen. Das Abreissen von Fähnchen als revolutionäre Tat. Völliger Quatsch. Es geht nicht um Nationalismus, sondern um Marketing. Dass die Fähnchen nach zwei oder drei Wochen im Müll landen sagt alles. Was sind dann Badelatschen mit Sohlen in den Farben der Nationalflaggen? Vorboten der Weltrevolution, weil man die Flaggen dann im wahrsten Sinne des Wortes mit Füßen tritt?
    Dass man davon natürlich auch Augenkrebs bekommen kann ist eine andere Sache und sollte gesundheitspolitisch angegangen werden.

  • Michael Ludwig Dietrich via Facebook schreibt am 12. Juni 2012 um 10:25

    Vom Eiermangel mal abgesehen finde ich den Mangel an Differenzierungsfähigkeit viel bedenklicher.
    Es sind ja schließlich nicht nur deutsche Fußballfans, die ihre Vehikel mit den Farben der Nationalflagge schmücken.
    Welchem drohenden “Nationalismus” beugt man denn vor, wenn man dem türkischen Nachbarn das Deutschlandfähnchen vom Auto bricht?
    Wenn den Aufklärern tatsächlich daran gelegen wäre, einer gefährlichen Nationaltümelei vorzubeugen, können sie ja auch in die Fanmeilen gehen und vor Ort an Mann und Frau Aufklärungsarbeit leisten.
    Das ist jetzt schon viel zu viel unverdiente Aufmerksamkeit für infantile Heulsusen.

  • Kotzendes Einhorn via Facebook schreibt am 12. Juni 2012 um 10:32

    Ich weiß, das wird eh keiner lesen, aber es ist müßig über Sinn und Unsinn anhand des Artikels zu diskutieren, dafür ist er zu launig. Es geht eher um die Klischees die verbreitet werden und wie diese dankbar angenommen werden. Daher auch der letzte Absatz der ausdrücklich sagt, dass Klaus und Heinz eben nur solche Klischees sind (leider echte).
    Mir ging es darum aufzuzeigen, dass vieles schlichtweg falsch ist (Antideutsch / hassen Deutschland / gefährliche Randalen) und man das ganze eben nicht so leicht in Schwarz und Weiß aufteilen kann wie viele das tun. Es wird einfach viel zu oft die politische Botschaft dieser Aktionen unterschlagen mit dem üblichen Idioten, Chaoten usw. das ist seit Jahrzehnten gängie Praxis in den Medien. Nach den Beweggründen fragt da keiner mehr und denkt vor allem niemand nach. Dies ist kein Por-Fähnchenabreißer Post, was durch Einleitung und Fazit klar sein sollte, also sind vor allem die “Ihr” und “Euch” Kommentare am falschen Ort.

  • Michael Ludwig Dietrich via Facebook schreibt am 12. Juni 2012 um 11:05

    Aber wäre es nicht viel müßiger, darüber zu diskutieren, ob und welche Klischees greifen oder Unsinn sind?
    Dass das mit dem Austeilen stereotyper An- und Beschuldigungen nicht so dolle funktioniert, hast Du ja selbst schön dargelegt. Deshalb muss ich mich nicht allzu weit aus dem Fenster lehnen, um zu behaupten, dass die Intention Deines Artikels schon verstanden wurde.
    Ansonsten würden sich hier deutlich mehr Tollwutverdachtsfälle tummeln.

  • g_rantelhuber schreibt am 12. Juni 2012 um 11:07

    Normalerweise spielen sie nicht miteinander, die Nationen dieser Welt. Der internationale Vergleich, den sie in der Hauptsache pflegen, besteht in der Waffe der ökonomischen Konkurrenz und – wegen deren Resultaten – in der Konkurrenz der wirklichen Waffen, deren friedlich-erpresserischer Einsatz die normalen diplomatischen Beziehungen ausmacht. Der volkstümliche, weil auf den für den Frieden unerläßlichen Inter-Nationalismus des Volkes gemünzte Teil der Diplomatie besteht aus Kultur. Dazu gehört der Sport. Wegen des praktischen Interesses an der geschäftsfördernden Benutzung von Land und Leuten fremder Souveränität, und wegen der damit unvermeidlichen handfesten nationalen Gegensätze, kultivieren die politischen Herrschaften das komplementäre Ideal der Völkerfreundschaft. Für die Zelebrierung dieser notorischen Heuchelei haben sie eigens Spielwiesen eingerichtet, auf denen periodisch ein garantiert friedlicher Wettkampf unbewaffneter Mannschaften simuliert wird. Ein solches Großereignis, die Fußball-WM, hielt jetzt wieder einmal die Hälfte der Erdenbewohner in seinem Bann. Weier -> http://www.gegenstandpunkt.com/msz/html/86/86_7/fussball.htm

  • Kotzendes Einhorn via Facebook schreibt am 12. Juni 2012 um 11:12

    Michael Ludwig Dietrich Da hast Du wahrscheinlich recht. Dass es weitaus schlimmer geht zeigt ja die Einleitung. Ich finde es tatsächlich müßiger nach Sinn und Unsinn der Aktion zu fragen. Da wird keiner auf einen Nenner kommen. Ich finde das selbst doof, wenn Leute sich aber dadurch klar als “Nazis” outen wollen um eine Gegenposition einzunehmen mit Klischees um sich schmeißen und Gewaltphantasien aussprechen, dann ist das dümmer als 20 abgebrochene Fähnchen imho. Und das ist traurig!

  • Michael Ludwig Dietrich via Facebook schreibt am 12. Juni 2012 um 11:36

    Hier kommt aber auch die häufig bemühte self-fulfilling prophecy voll zum Tragen. Viele outen sich nicht, sondern werden quasi geoutet. Ich denke, jeder hat in seinem Freundes- und Bekanntenkreis das ein oder andere Exemplar, das sich durch ein Minimum an Manipulation zu fragwürdigen Statements hinreißen lässt – und das werden immer mehr. Ade Schwarmintelligenz! Hallo Schwarmdummheit!
    Natürlich ist das traurig, man darf aber auch nicht vergessen, dass sich hinter den lautesten Schreihälsen meistens nur kontaktarme Keyboardartisten verbergen.

  • Yanah Sleaze via Facebook schreibt am 12. Juni 2012 um 11:51

    um mich nochmal kompetent einzubringen, nix gegen keyboardartisten: http://www.youtube.com/watch?v=J—aiyznGQ&feature=list_related&playnext=1&list=SP4BCA32365AF81D7F

  • Harry schreibt am 12. Juni 2012 um 12:20

    Yeah. Da kochen die Emotionen hoch. Besoners gut fand ich dann richtung schluss, dass Fahnenabreißer keine Eier haben und Heulsusen sind.
    Falls dir jemals eine Fahne geklaut wird bedanke ich mich hiermit herzlich beim “Täter”. Es hat genau den richtigen getroffen.

    Ich oute mich hier jetzt auch mal als Fähnchen-Abreißer.
    Ich seh darin aber ehrlich gesagt nicht wirklich was politisches. KLar find ich Deutschlad doof und Nationen sowieso. Einmal folgenden Link verbreitet ( http://jungle-world.com/artikel/2012/23/45605.html ) ist allerdings wesentlich politischer als 100 Fahnen abgerissen zu haben.

    Ich reiße Fahnen ab, weil ich – wie gesagt – an Nationen nix besonderes finde und es mir schlicht und ergreifend spaß macht. Im großen und ganzen hat es für mich einen ähnlichen Stellenwert wie früher Klingelstreiche.

    Und ja: Ich habe keinen Respekt vor Eigentum. Es ist mir egal. Was natürlich nicht heißt, dass ich es gut finde wahllos alles zu zerstören. Das herumreiten auf dem Begriff Eigentum verhindert aber letztlich eine Auseinandersetzung um reflektierte Militanz. Wenn ich jemandes Fahne abknicke bedeutet das nicht, dass ich der gleichne Person das Auto anzünden will oder die Zahnbürste dieser Person benutzen möchte.

    2 Euro für einen hässlichen Lappen auszugeben, den man dann auch noch an sein Auto hängt ist dumm genug. Wenn hier in den Kommentaren dann aber teilweise jeglicher politischer Inhalt so einer Fahne geleugnet wird (die wollen doch nur Fußball gucken) setzt das der Dummheit noch die Krone auf.
    Nationalfahnen sind immer politische Symbole und die Begeisterung für die “Nationalelf” ist wesentlich mehr als eine Begeisterung für Sport. Das es vielen so normal erscheint eine Deutschland-Fahne aufzuhängen, dass sie nicht einmal daran denken es könne etwas politisches sein zeigt schon wie sehr die Idee der Nation als etwas natürlichem in ihren Köpfen steckt.

    Mein persönliches Fazit:
    Fahnen Abreißen ist sicherlich keine politische Aktion und man verbessert damit auch nix. Aber es macht spaß. Und man schadet auch nicht wirklich jemandem damit. Um es mal provokant zu sagen: Wer wegen 2 Euro so einen Affentanz veranstaltet ist entweder ein ziemlich verkorkster Spießer oder tatsächlich ein Nationalist. In beiden fällen tut es mir kein bisschen leid diese Person geärgert zu haben indem ich die Fahne abgerissen habe.

  • Nycroft schreibt am 12. Juni 2012 um 13:14

    hihi wisst ihr was ich mir grade witziges vorstelle?
    wenn jemand negatives…PUR schlechtes sieht wenn er die deutschland fahne sieht dann mach ich mir noch ein paar mehr flaggen ans auto. wie da wären russland,china,amerika,bosnien,ruanda u.s.w.
    er würde dann automatisch nur bosheit und menschenverachtung assoziieren oder?
    ich wäre für ihn dann der inbegriff des teufels in person und es wäre für ihn ein freibrief mein auto zu vernichten.
    überspitzt oder?

    ganz oder ganich! wir tun hier keine halben sachen! =)

  • die welt ist unser zuhause schreibt am 12. Juni 2012 um 13:35

    der völkische mob hat in der kommentar-spalte wieder zugeschlagen. wieso lest ihr nicht einfach mal mehr als die überschrift? darüber hinaus: in der jungle world isn beitrag (‘pech im job, glück im spiel’) von dagmar schediwy zum nationalismus im zusammenhang mit em/wm

    adios & remember:
    kommunismus statt deutschland

  • Vincent, der Fahnenabreißer schreibt am 12. Juni 2012 um 13:38

    Hallo. Ich heiße Vincent und ich habe Fahnen abgerissen. Aber das wisst ihr ja, ihr hasst mich ja deswegen.
    Zunächst muss ich euch enttäuschen und euch dann bitten, den Schaum vorm Mund zu entfernen. Mit haltlosen Anschuldigungen und Assoziationen diskutiert es sich immer so schlecht. Ich finde gar nicht, dass ihr nationalsozialistische Monster seid, vermutlich würde ich mit einigen von euch sogar Bier trinken. Das, was ihr hier von euch gebt, finde ich aber trotzdem gefährlich und verkehrt.
    Zunächst zum Argument, dass das doch alles Sport sei. Ist es nicht. In unserer Gesellschaft kommt der Sport nicht mehr abstrahiert von den Individuen vor, die ihn betreiben, oder sich für ihn begeistern. Dabei stimmt das eigentlich: Fußball ist nur ein Sport und der Zweck des Fußballs ist das Tore schießen, nicht das Jagen von Ausländer_innen[1] durch Fußgänger_innenzonen, das Brüllen von »Jude, Jude« oder Affengeräusche, wenn ein nichtweißer Spieler den Ball berührt, von den Rängen. Fußball ist auch nicht der Wettkampf verschiedener Nationen, sondern der Wettkampf von 22 Menschen um einen Ball. Dass beim Fußball jetzt aber Affengeräusch vorkommen oder die Fortsetzung der Konkurrenz der Nationen auf dem Platz, sollte doch aber zu denken geben und die Sicht auf eine politische Dimension öffnen. Und darum geht es mir, wenn ich sage, dass das Anbringen von Nationalsymbolen oder das Singen der Nationalhymne nicht 1 zu 1 auf Fußball zu übertragen sind. Das hat mit Fußball nämlich eigentlich gar nichts zu tun.
    Zur Repräsentation der Liebe zum Spiel werden Symbole genutzt, die mit dem Spiel eigentlich gar nichts zu tun, sondern für die Herrschaft der Menschen über Menschen stehen. Dabei ist auch egal, ob diese Symbole schwarz-rot-gold, blau-weiß-rot oder cyan-magenta-yellow aussehen. Alle diese Symbole stehen für Nationen, die ihre Untertanen vor allem zu Sachen zwingen. Ganz basal durch das Fortschreiben der kapitalistischen Konkurrenz, dass sich die Individuen in dieser bewähren müssen, bei immer gegenwärtiger Furcht vor dem Untergang, vor der Niederlage gegen Mitbewerber_innen oder weil der Firma schlicht und einfach das Geld ausgeht. Der Staat funktioniert als Übersichtsinstanz, die abstrahiert von dem Willen einzelner Funktionen, dafür sorgt, dass auch morgen noch Mensch und Umwelt ausgebeutet werden können. Er schlichtet, spricht Recht und erscheint so als »neutraler Sachwalter«, wobei er nie wirklich neutral ist. Er ist auch darauf angewiesen, Geld zu verdienen — in Form von Steuern oder Staatsanleihen (was passiert, wenn das nicht klappt illustriert gerade zum Beispil Griechenland) — also darauf angewiesen, dass sich die heimische Unternehmer_innenschaft in der globalisierten Konkurrenz behaupten kann und die Angestellten in ihren Forderungen nicht zu unverschämt werden. Die Mittel dafür sind vielfältig. Verfassungsgericht, Freihandelsabkommen, Subventionen, Kulturpolitik, Sozialpolitik, Straßenbau, Polizei, Armee usw.
    Fernab von Nationalsozialismus oder der praktizierten Menschenfeindlichkeit eines Mobs sind die Gründe, sich mit diesem Staat gemein zu machen, also nicht vorhanden.
    Und: Warum ich nicht auf die Fanmeile gehe oder an Autos anklopfe, an denen die Fahnen hängen? Die gereizte Stimmung hier verdeutlicht das ganz gut. Und ihr werdet lachen: Ich habe das sogar schon mal versucht. Es ist allerdings unmöglich zu diskutieren, wenn eine Horde besoffener Fans auf einen einbrüllt, dass man ein Vaterlandsverräter und Spielverderber sei. Hier wird zwar auch auf mich einbegrüllt — aber ich habe wenigstens die Möglichkeit ungestört Stellung zu nehmen und einen Gedanken zu entfalten. Mir geht es auch nicht um Sachbeschädigung, sondern um einen Diskurs über etwas, das ich falsch finde und glaube ein paar gute Gründe dafür zu haben. Dass es möglich ist durch die Entfernung eines Symbols eine Diskussion anzustoßen, zeigt das Feedback hier ja. Niemand würde diesen Beitrag lesen, weil ich ihn nicht geschrieben hätte, wenn nicht vorher Deutschlandfahnen in der Gosse gelandet wären. Selbst wenn ich in irgendeiner Ecke des Interwebs diesen Kommentar geschrieben hätte, hätte ihn vermutlich niemand gelesen.
    Zu dem Argument, dass das ja eh bald vorbei wäre, mit dieser EM: Stimmt. Aber auch nach der EM werden Asylsuchende im Mittelmeer ertrinken, im Winter werden wieder Obdachlose auf der Straße erfrieren usw. Deswegen ärgern mich Deutschland, Frankreich, die Ukraine, Malta und wie diese Staaten alle heißen.

    _________________________
    [1] Ich verwende in meiner Schriftsprache den Unterstrich, um die binäre Aufteilung der Menschen in Männer und Frauen zu thematisieren und Raum für Geschlechter zu schaffen, die dieser Aufteilung nicht entsprechen. Diese Geschlechterbilder sind nur Konstrukte (wenn auch mit einer unwahrscheinlichen Wirkmacht) und es gibt viele Menschen (vermutlich die Meisten), die sich mit den Bildern nicht ganz oder gar nicht identifizieren können. Und ja, ich habe wirklich immer was zu meckern.

  • g_rantelhuber schreibt am 12. Juni 2012 um 14:04

    Arme! Kleine! Deutsche!

  • egal schreibt am 12. Juni 2012 um 14:39

    ein <3 für vincent den fahnenabreißer

  • g_rantelhuber schreibt am 12. Juni 2012 um 14:44

    Ich wette einfach mal schon jetzt, es wird einfach so weiter gehen und nicht auf einem Punkt von Vincent wird eingegangen. Lieber heult man rum man sei nicht Hitler und überhaupt sei das doch alles total uuuuungerecht und vielleicht sollten wir lieber einfach nach Russland gehen da würde man nicht so zimperlich mit uns umgehen. Mit “Deutschland du Opfer” ist es schon vor Jahren passend auf den Punkt gebracht worden und ein “Heult doch” würde ich dazu fügen.

  • g_rantelhuber schreibt am 12. Juni 2012 um 15:15

    Gerne auch nochmal zum anhören: “Zur Fußballweltmeisterschaft
    Vom Nutzen des Balltretens für den (Inter-) Nationalismus” -> http://grantelhuber.tumblr.com/post/24951440150/cosmoproletarianresonance-zur

  • b_t_pink rabbit schreibt am 12. Juni 2012 um 15:23

    in dieser langen langen kommentarleiste findet man ja noch mehr unterschwelliges und unreflektiertes rechtes bzw. nationalistisches getangengut als ich sowieso schon erwartet hätte. und da wundere sich noch einer dass es nach vielen verlorenen nationalspielen schon hieß: ‘wir bauen eine bahn von x nach auschwitz’, ohne dass das unbedingt von klassischen neonazis kam… traurig dass viele das gefahrenpotetial von patriotismus hin zu nationalismus bis zu autoritärer mentalität immer noch verkennen!

  • b_t_pink rabbit schreibt am 12. Juni 2012 um 15:23

    hoppla natürlicht gedankengut… :)

  • Ministerium für Innere Schönheit schreibt am 12. Juni 2012 um 16:35

    Guter Artikel. Der Gedanke mit dem DFB-Logo ist mal gar nicht schlecht, nichtsdestotrotz halte ich die Abknickerei für dumm auf mehreren Ebenen:

    1. Purer Vandalismus, gepaart mit unreflektiertem politischem Dogma und der pupertären Freude am Straßenkampf (was wohl bei vielen der Abknicker zutrifft, wie ja auch aus den Interviews hervorgeht.)

    2. Durchaus fundierte und berechtigte Kritik am System des Nationalstaates. Nur ist dann der gewählte Weg der falscheste, denn wer geht schon mit Leuten, die ihre eigene Meinung mit Vandalismus vertreten, eine ernsthafte Diskussion ein?

    3. Der Zweck heiligt die Mittel? Nein. Das falsche Mittel macht dann eher den Zweck zunichte.

    http://mfis.wordpress.com/2012/06/10/fusball-antifa-ein-ding-der-lacherlichkeit/

    Und im Endeffekt eine vertretbare Meinung peinlich pseudovertreten…

  • Torben schreibt am 12. Juni 2012 um 16:53

    “Gesundes Nationalgefühl vom pathischen Nationalismus zu scheiden, ist so ideologisch wie der Glaube an die normale Meinung gegenüber der pathogenen; unaufhaltsam ist die Dynamik des angeblich gesunden Nationalgefühls zum überwertigen, weil die Unwahrheit in der Identifikation der Person mit dem irrationalen Zusammenhang von Natur und Gesellschaft wurzelt, in dem die Person zufällig sich befindet.”

    Theodor W.Adorno

  • Christian schreibt am 12. Juni 2012 um 17:30

    Das sind doch Hedonisten… Das gehört bei denen zur Selbstdefinition, dass man dagegen und total politisch engagiert ist. Und dann gehen sie auf Schland-Fähnchen los… Ich finde die Flaggerei auch nicht prickelnd (besonders, wenn man die Doppelmoral dahinter bedenkt: im Rest des Jahres wird wieder über D gezetert)… Aber Fähnchen abreißen erfüllt den Tatbestand der Sachbeschädigung… Und das ist vielleicht auch das Güte, dass man das in D nicht wegdiskutieren kann,

    Fähnchen symbolisieren eine Abgrenzung einer bestimmten Gruppe. Keine Fähnchen, Fähnchenfreie Zone oder die schwarzen Kapuzen sind genau so eine Abgrenzung, die rassistisch, ablehnend, ausgrenzend, extrem ist!!!

  • Böser Mensch schreibt am 12. Juni 2012 um 17:36

    http://fudder.de/artikel/2012/06/06/meine-meinung-warum-party-nationalismus-total-eklig-ist/

    Eine kleine Erklärung für die, die immer noch nicht ganz verstanden haben warum das viele machen.

  • piano schreibt am 12. Juni 2012 um 21:20

    Die Meinungsdiktatur der Faschisten in Aktion … soso, du störst dich also an Deutschlandfahnen, du möchtest sie nicht sehen. Dann schau weg und sei das, was du von anderen einforderst: tolerant. Geh auf Demos wenn es wirklich um etwas geht, gegen wirkliche Neonationalsozialisten, extremistische Moslems oder eben gegen intolerante Meinungsfaschisten. Aber sei bitte tolerant, wie jeder normale Mensch. Danke!

  • g_rantelhuber schreibt am 12. Juni 2012 um 22:21

    @piano

    Eine unserer geheimen Superkräfte besteht darin anderen unsere Meinung aufzwingen zu können. Das ist total praktisch. Wenn du was sagst was mir nicht passt breche ich allein mit meinen Gedanken deinen Willen. =)

  • El Spotto schreibt am 13. Juni 2012 um 01:04

    Nun wurde hier ja schon alles gesagt,und noch viel mehr, ich möchte aber dennoch den ein oder anderen Punkt dazusenfen.

    Zunächst mal, trotz vermutlich großer Missverständnisgefahr: Ich sehe nicht ganz, wo oder wie sich Klaus als Nazi bezeichnet. Rein formal lautet seine Aussage: “FALLS A = B und ich = A, dann ich = B”… eine logisch völlig korrekte Aussage und, ganz nebenbei ein nicht selten verwendetes Stilmittel um zu sagen, dass A eben NICHT gleich B ist. Allerdings ist es in diesem speziellen Fall in der Tat sehr problematisch, sich so bereitwillig mit B gleichzusetzen. Außerdem denke ich mal, dass du, Daniel, dir in deinem Schriftverkehr mit Klaus ein besseres Bild von ihm machen konntest, als es durch das obige Zitat uns vermittelt werden kann… Aber das sowieso nur am Rande.

    Im Grunde geht es dir, wenn ich das richtig verstehe, mit diesem Beitrag um das voreilige Rasterdenken anhand eines kleinen Verhaltensausschnitts eines dem Urteilenden völlig fremden Menschen. Ist Mist, sowas, das ist klar, und ich denke, das werden die Allerwenigsten hier bestreiten. Viel mehr gibt es dazu nicht zu sagen und ganz sicher bedarf das keiner 80+ Kommentare. Die Tatsache, dass es diese vielen Kommentare hier aber gibt, zeigt, dass du mit dem “vorgeschobenen” Thema einen empfindlichen Nerv getroffen hast…und diesen Nerv möchte ich nun auch noch ein bisschen bearbeiten.

    “Der Mensch ist ein politisches Geschöpf, das am liebsten zu Klumpen geballt sein Leben verbringt. Jeder Klumpen haßt die andern Klumpen, weil sie die anderen sind, und haßt die eignen, weil sie die eignen sind. Den letzteren Haß nennt man Patriotismus. Jeder Mensch hat eine Leber, eine Milz, eine Lunge und eine Fahne; sämtliche vier Organe sind lebenswichtig. Es soll Menschen ohne Leber, ohne Milz und mit halber Lunge geben; Menschen ohne Fahne gibt es nicht.” (aus: Kurt Tucholsky – “Der Mensch”)

    Dieser sehr zynische und misanthropische Absatz ist, vermutlich aus Tucholskys Zeit und Geschichte heraus, in meinen Augen überzeichnet, hat aber doch viel Wahres. Der Mensch verklumpt in der Tat sehr gerne,das hat aber keine politischen sondern psychologische Gründe. DerMensch an sich ist stets bestrebt,sein Selbstbild zu aktualisieren. Das geschieht über Vergleiche, sowohl auf individueller Ebene, als auch auf Gruppenebene. Für Letzteres braucht er das, was Tucholsky als Klumpen bezeichnet: eine Ingroup (also seine Gruppe) als auch eine Outgroup (“die Anderen”). Daran ist nichts verwerflich, das ist menschlich. Diese Gruppen konstruiert man sich je nach Bedarf anhand von momentan besonders salienten Eigenschaften (z.B. Fußballfan), Leute, die man als sich ähnlich empfindet (Fans der deutschen Mannschaft) werden zur Ingroup, jene, denen man sich unähnlich fühlt (Fans anderer Mannschaften) zu den Outgroups.

    Vergleiche durch stellvertretende Sportler haben also tatsächlich nicht (nur) mit dem Sport zu tun, sondern damit, sich besser zu fühlen (als andere). Das ist aber keine Entwicklung der Brave New World, schon bei den Olympischen Spielen der Antike traten verschiedene Völker-/Volksgruppen gegeneinander an. Darin etwas unsagbar Böses zu sehen ist aber schlicht übertrieben. Die allermeisten Fußballfans freuen sich, wenn ihre Mannschaft gewinnt (besser ist als die gegnerische Mannschaft), nicht, weil die Anderen dadurch abgewertet, sondern sie aufgewertet werden. Der Otto-Normal-Deutschlandfan kann selbst mit Oranje-Anhängern gut ein Bier trinken – vor, während und auch nach dem Spiel. Fahnenschwenken bei Fußballspielen mit Affengeräuschen in Verbindung zu bringen ist (mindestens) genauso (wenig) zulässig, wie Fähnchenabreißen mit Rohrbomben.

    Wenn man diesen Selbstbildaspekt von Sportereignissen betrachtet, wird auch klar, warum Deutschlandfahnen als Symbol der Unterstützung gewählt werden und nicht etwas das DFB-Symbol, denn durch Letzteres würde man sich ja, sofern man nicht Mitglied des DFB ist, selbst aus seiner Ingroup ausgrenzen. Schwarz-Rot-Gold ist ein Symbol, Symbole können in unterschiedlichen Situationen unterschiedliche Bedeutungen annehmen. Alle 2 Jahre im Sommer steht die Deutschlandfahne für große Teile der fußballbegeisterten Bevölkerung eben nicht für den Staat, sondern für die DFB-Auswahl UND ihre Anhängerschar. Ist das Turnier beendet, wird es wieder umgedeutet und die Fähnchen verschwinden von den Autos, weil die Autobesitzer eben keine Nationalisten, sondern Fußballfans sind. Ich meine aus den Aussagen mancher Fähnchenabreißbefürworter eine tiefe Abneigung zu Fußball herauszulesen… vielleicht rührt das Unverständnis da her?

    Klar, auch ich sehe die Fahnenflut zu EM/WM kritisch, weil ich persönlich die symbolische Bedeutung der Fahne/Flagge eben nicht so losgelöst sehen kann. Deswegen kann ich den Ansatz der Fahnenabreißer auch irgendwie nachvollziehen, wenngleich ich Deutschland bei Weitem nicht so tiefschwarz sehe. Wenn das Ziel aber wirklich nur ist, die Fahnenfahrer zum Nachdenken zu bringen, wäre mein Vorgehen das Hinterlassen von informativen, zum Nachdenken anregenden Flyern, ohne fremdes Eigentum zu beschädigen. Die Autobesitzer wären dann nicht so empört ob des mangelnden Respekts vor fremden Eigentum und vielleicht sogar empfänglicher für die Botschaft der Flyer. Und darüber würde auch gesprochen. Als Bonus könnte man dann, sollten die Autofähnchen weniger werden, sichergehen, dass das aus Einsicht der Fußballfans geschieht, freiwillig!

  • Sloth schreibt am 13. Juni 2012 um 08:44

    da stellt sich die frage, ob das eigentliche netzt, bzw. das www, nicht als ‘links’ und als oppositionspool zu bezeichnen ist, ähnlich wie die kirchen in der ddr? nur größer. es wird eben nur von einigen idioten wie pi, insm, bdi, bda, npd u.s.w, cdu/csu, fdp, spd und grüne unterminiert. von diesen wird ja auch die netzüberwachung und beschränkung der netztfreiheit sowie ein abmahn- und bestrafungswahn gefordert und forciert.

  • JayvH schreibt am 13. Juni 2012 um 16:06

    Diese Schalke-, BVB-Logo Vergleiche zeigen doch mal wie wenig der Abknicker von Fußball versteht. Ultras GE haben eine riesege Fahne mit Stadtwappen von Gelsenkirchen und den Stadtfarben Schwarz-Weiss-Grün.

    Das ist Sachbeschädigung von Menschen, die sich für was besseres und weltoffeneres halten als sie sind.

  • Eisboer schreibt am 13. Juni 2012 um 16:08

    El Spotto hat mMn. völlig Recht. Habe dem Nichts hinzuzufügen.

  • Lyhaire schreibt am 13. Juni 2012 um 23:45

    Ich sag dazu nur:
    Das zu dem Thema

    Ich finde ja weltoffener und Internationaler gehts kaum. Und nur weil ich für ein Land jubel heisst es noch lange nicht das ich nicht auch für alle anderen jubel.

  • BL schreibt am 14. Juni 2012 um 12:33

    woher nehmt ihr die irrige überzeugung, dass ihr ausgerechnet mit solchen billigen aktionen irgendeine art von “diskurs” provoziert?
    ihr pisst den leuten zuallererst ans bein und erwartet dann, dass diese sich dann über eure motive informieren, um dann ihr eigenes verhalten kritisch zu hinterfragen?
    dass das völliger unsinn ist, müsste euch eigentlich klar sein.
    was ihr praktiziert ist partyantinationalismus. billige, leere provokation; die dazu führt, dass ernsthafte diskurse über den sinn und unsinn von nationalismus irgendwann nicht mehr möglich sein werden, weil der gemeine bürger bei “antinationalismus” sofort an ‘linke chaoten’ denkt, die aus spaß an der freude eigentum beschädigen.
    würde es euch tatsächlich um die_sache gehen, würdet ihr nicht destruktiv agieren.
    ein herzliches “dankeschön”, an euch.

  • Vincent, der Fahnenabreißer schreibt am 14. Juni 2012 um 19:49

    Dass der »gemeine Bürger« bei Antinationalismus an linke Chaoten denkt, liegt wohl eher daran, dass BILD, Zeit und Konsorten (plus Schule …) das Bild der »linken Chaoten« in allen Farben an die Wand malen. Man muss ja jetzt nicht so tun, als würde linke Praxis sich in abgebrochenen Fahnen oder angezündeten Autos erschöpfen. Oder als wären diese Sachen unumstritten. Gerade zu dieser Auto-Sache bzw. Gewalt und Militanz generell gibt es sogar in regelmäßigen Abständen Streit.

  • auch schreibt am 15. Juni 2012 um 00:16

    Danke an Vincent für die ruhige Darlegung seiner Position und Daniel für den Raum dafür. Finde Fahnenabreißen ähnlich sinnvoll wie Mercedes-Sterne-Abknicken, was ich früher auch mal gemacht habe (also nicht), aber in dem ganzen aufgeregten Gebrülle hier gewinnt Vincent in der Kategorie “Ein Bier mit wem?” um Längen (abgesehen vielleicht von Adorno).

  • Claus schreibt am 16. Juni 2012 um 03:08

    Jemanden Parasit oder Schmarotzer zu nennen ist nicht nett. Ihm deswegen die D-Landfahne abzuknicken ist dennoch auf dem selben Niveau hohl. Nicht ein Argument überzeugt. “Nur 1,99 € pro Fahne, die landet ja sonst eh im Müll-Argument.” Was ist das?! Die neue, geile Antikapitalismus-Wegwerf-Bewegung?
    Aber egal, ich war auch mal unter 30, da hatte ich meinen Zeigefinger auch noch nicht so gut unter Kontrolle :)
    Aber spannender Blog, ist abgespeichert.

  • Claus schreibt am 16. Juni 2012 um 03:11

    Ach so:
    Deutschlandfahne = Nationalismus finde ich nicht schlüssig. Oder andersherum, vielleicht bin ich ja Rassist wenn ich diese Form von Nationalismus nicht schlimm finde. Hoffentlich wird dafür jetzt nicht mein Fahrrad angezündet…

  • Daniel Decker
    Daniel schreibt am 16. Juni 2012 um 11:22

    @Claus Das Problem mit dem “Parasit” ist vor allem, dass der Typ (die ganze Einleitung ist übrigens nicht erfunden) bewusst oder unbewusst auf eine klassische Nazimethodik zurückgreift. Die Nationalsozialisten nutzten die Gleichsetzung von Menschen mit Ungeziefer um diese zu entmenschlichen und die Tötungsmaschinerie des Holocausts vorzubereiten. Das ist einfach ein absolutes NoGo! Wobei ich mir fast sicher bin, dass Klaus das nicht bewusst tat.

    Und auf Deinen zweiten Kommentar. Kein Nationalist ist automatisch Rassist. Allerdings ist in Studien nachgewiesen, dass Nationalismus tatsächlich eine Basis für intolerantes Verhalten liefert. Das mit der Fahrradkoketterie ist schade, denn genau um solche Formulierungen und lächerlichen Annahmen geht es in diesem Post. Diese schreckliche Schwarz/Weiß-Malerei. Schade, den ersten Kommentar fand ich sehr gut.

  • Claus schreibt am 16. Juni 2012 um 17:23

    @ Daniel
    zu 1: Dito, NoGo = nicht nett. Aber der “Denkzettel – Dafür reiß ick Dir – und allen anderen Fahneschwenkern die Fahne ab – denk mal drüber nach!” erschließt sich mir immer noch nicht.

    zu2: Selbst wenn Studien das belegen, ist intolerantes Verhalten nicht gleichzusetzen Rassismus – i beg to differ. Habe den Artikel jetzt nicht gelesen, weil ich raus an die frische Luft will. Zeig mir die Studie die Fußballfans aller Nationalitäten zu Nationalisten = Rassisten macht… ich bitte Dich.

    Zum Thema Fahrrad: Das war keine Koketterie, sondern ausgesprochener Respekt vor dem Mob… “Doxen” – habe ich schon in der Familie erlebt.

    In dem Sinne.
    LG

  • Daniel Decker
    Daniel schreibt am 16. Juni 2012 um 17:30

    @Claus zu 1. Das steht hier nirgends und behauptet auch keiner, dass man Leuten die andere als Parasiten bezeichnet die Fahne abreißen soll. Das ist auch nicht die Motivation der Fahnenabreißer.

    2. Auch das schreibe ich nicht. Bitte unbedingt Vorwort und Fazit betrachten. Die Interviewten sprechen für sich selbst, ich habe da eine Gegenteilige Meinung. Ich hab nur keinen Bock das Leute denken ihr Fahrrad brenne gleich, weil ein paar Leute Fähnchen abreißen.

  • Claus schreibt am 16. Juni 2012 um 17:31

    In dem von Dir geschilderten Fall hätte ich natürlich gegen einen Denkzettel auch nichts einzuwenden. Nur um das klarzustellen. :)

  • Claus schreibt am 16. Juni 2012 um 17:34

    @Daniel:
    Naja, also Vorurteile nerven mich auch. Gegenüber Fähnchenknickern, wie auch gegenüber Fähnchenschwenkern…

  • Daniel Decker
    Daniel schreibt am 16. Juni 2012 um 17:36

    @Claus: Da sind wir uns einig!

  • Embo schreibt am 16. Juni 2012 um 19:20

    Lappen einfach umdrehen auf gelb-rot-schwarz. Die Prolls merken das nicht mal… und alle anderen lachen ihn aus.

  • Zombie-Elvis schreibt am 17. Juni 2012 um 11:00

    @ Butterflythoughts

    “Und zum Nationalismus-Argument an sich. Ich bin es leid, dass sobald man die Fahne rausholt, gleich die National(sozial)ismuskeule geschwungen wird. Ja, in Deutschland hat übersteigerter Nationalismus zum Nationalsozialismus geführt und das war eine schlimme Geschichte.”

    Dass Fähnchen-Schwinger gleich Nazis sind, ist anscheinend ein Vorwurf, der vornehmlich in deren eigener Phantasie vorkommt. Ist mir von fahnenkritischer Seite jedenfalls noch nicht untergekommen.
    Die paar linken Nationalismus-Kritiker_innen, die es momentan gibt, sind meistens politisch soweit gebildet, dass sie durchaus zwischen Nazi-, konservativem, sozialdemokratischem usw. Nationalismus unterscheiden können.
    Aber wie hieß es vor allem in Vor-Wende-Zeiten so schön: Wehret den Anfängen!

    Zur Formulierung “übersteigerter Nationalismus”: Leider war es auch schon in der alten BRD Staatsdoktrin zwischen gutem, kosmopolitischem Patriotismus und bösem, übersteigertem Nationalismus zu unterscheiden. Dass diese Unterscheidung nicht zu halten ist, kann mensch sogar der (m.E. auch nationalistischen, wenn auch nicht tümelnden) ‘Süddeutschen’ entnehmen:

    http://www.sueddeutsche.de/wissen/liebe-zum-land-die-maer-vom-guten-patrioten-1.912131

  • Conny Leyland schreibt am 17. Juni 2012 um 17:59

    Die Typen die die Fahnen abreißen haben keinen Arsch in der Hose, denn wenn hier Leute auftauchen und die Scharia einführen wollen, dann halten die Fahnenabreißer ihre große Klappe. Ja ihr lieben Deutschlandabschaffer, sorgt ruhig weiter dafür das Deutschland abgeschafft wird, die Schariabefürworter werden es euch danken und sind sehr Stolz auf euch. ;)

  • Daniel Decker
    Daniel schreibt am 17. Juni 2012 um 19:32

    @Conny Leyland Respekt der dümmste Kommentar bisher. Die mit den Gewaltandrohungen nicht mitgerechnet. Wow!

  • Conny Leyland schreibt am 17. Juni 2012 um 20:03

    Danke @Daniel das Du dich in der Lage siehst mein Wissen zu beurteilen, obwohl Du mich und meine Erfahrungen nicht kennst. Du musst schon ein besonderer Hellseher, oder meinetwegen auch eine Hellseherin sein. Respekt und immer schön mutig die wehrlosen Fähnchen abreißen, die eigenen Erfahrungen kommen dadurch noch von ganz alleine! Bei dem Einen kommen sie früher, bei dem Anderen kommen sie später, oder einfach nur zu spät! ;-)

  • Daniel Decker
    Daniel schreibt am 18. Juni 2012 um 11:23

    @Coney Leyland Also die Einführung der Sharia ist eine empirische Erfahrung oder wie? In welchem Bundesland ist das passiert? Ich habe auch keineswegs Dein Wissen sondern lediglich diesen einen Kommentar beurteilt.

  • Daniel schreibt am 18. Juni 2012 um 14:28

    “Autos anzünden” & “Fahnen abknicken” kann man nicht vergleichen?

    Dann ist Musik illegal aus’m Internet runterladen auch nicht schlimm – ist ja nicht damit vergleichbar, in einen Laden zu gehen und eine CD zu klauen…

    Für mich bleibt das Vandalismus. Und diese militanten Rebellen gehören dafür bestraft. So etwas macht man einfach nicht… :(

  • Daniel Decker
    Daniel schreibt am 18. Juni 2012 um 14:36

    @Daniel Nein, der Punkt ist eher, dass die Hemmschwelle eine andere ist. Nicht jeder der illegal Musik aus dem Netz lädt wwürde im Laden klauen. Es geht nicht um die moralische Frage, da bin ich Deiner Meinung. Wobei es natürlich auch rein rechtlich da Unterscheidungen gibt!
    Es geht vielmehr um die irrige Annahme, das Fahnenabbrecher auch Autos anzünden würden.

  • Claus schreibt am 18. Juni 2012 um 14:50

    @Conny Leyland:
    ja, Salafisten wohin das Auge blickt…
    Kannst Du das vielleicht für einen ungläubigen Ungläubigen etwas ausführen? Wo siehst Du die Scharia in Deutschland? Doch nur auf den Umschlagszeitungen der Bild und in den Nachrichten auf Rtl2?
    Ich bilde mir ein, die Medien ganz gut zu verfolgen, daher die Frage.

    peace and out.

  • Conny Leyland schreibt am 18. Juni 2012 um 16:39

    Es ist doch egal wo ich die Scharia sehe, ich habe mit ihr schon meine Erfahrung gemacht, (übrigens u. a. auch in Deutschland-NRW und gar nicht so weit vom Kaarster Baggerloch entfernt) aber das ist doch nicht das Problem, das Problem werden die noch zu spüren bekommen die “SAG NEIN ZU DEUTSCHLAND” auf ihrer Fahne geschrieben haben, womit sie sich ja das selbe Ziel wie die Salafisten auf ihre “Fahne” geschrieben haben, mit dem einen Unterschied, den Salafisten gefällt ein Leben unter der Scharia, die ungewollten Unterstützer der Salafisten werden ihre eigene Musik am Ende auch nicht mehr hören dürfen. Salafisten machen am Ende keinen Unterschied zwischen rechtsradikalem Gesocks, verblendeten Linken, oder denen die keinem Glauben angehören. “SAG NEIN ZU DEUTSCHLAND” Die Salafisten werden es euch auf ihre Art und Weise danken, denn die gewaltsamen Vorfälle in Bonn waren nur der Anfang der medienträchtig in den Schlagzeilen stand, von vielen anderen Vorfällen ist in den Medien vorher aber kaum berichtet worden. Um es jetzt noch einmal zu betonen, haltet ruhig eure Fahne “SAG NEIN ZU DEUTSCHLAND” hoch, und reißt die Deutschlandfahnen von den KFZ-Fahrzeugen herunter, doch die Welt ist komplexer als ihr euch vorstellen könnt.

    So, jetzt lasse ich euch alleine, damit ihr weiter mit den Fähnchen der Anderen spielen könnt und wie sagt man noch? Jedem Tierchen sein Pläsierchen, es sei denn, man macht kaputt was einem nicht gehört!

    In diesem Sinne und long Life

    Conny Leyland

    https://linksunten.indymedia.org/de/node/59620

  • Daniel Decker
    Daniel schreibt am 18. Juni 2012 um 16:53

    Huuuhhh, mystisch Nostradamus! Du verstehst es mit Supsense zu arbeiten. Ist “SAG NEIN ZU DEUTSCHLAND” ne Keyphrase für Google? Das mit dem “Euch” ist so übrigens inkorrekt. Artikel bitte nochmal lesen. (Tipp: Fazit v.a.) Danke.

    Aber das Kaarster Baggerloch als demografische Mitte unterschreib ich natürlich sofort!

  • Claus schreibt am 19. Juni 2012 um 10:46

    Ich bin wieder nicht auf dem laufenden… das Kaarster Baggerloch muss ich jetzt erstmal googlen. Polemik spar ich mir mal mit letzter Kraftanstrengung.

  • Frenulum schreibt am 22. Juni 2012 um 21:55

    Ach,fahne abknicken ist nicht so schlimm,die sind ja auch in esthetischer hinsicht vollkommen inakzeptabel.Man könnte denen ja auch einen Zehn-euro-schein als Schadensersatz versteckt hinter einem flyer an die Windschtzscheibe kleben,aber ich habe die Befürchtung das die armen Sudenten sich das garnicht leisten können.

  • Harald schreibt am 27. Juni 2012 um 11:09

    Meine Güte. Heute morgen hatte ich eine Unterhaltung mit einem dieser Fähnchenabreisser. Ich hab zwar selbst keine dieser Deutschlandfähnchen am Auto, aber meine Nachbarin hat. Und als ich zu meinem Wagen lief, brach ein ca. 25jähriger Mann gerade eben diese Fähnchen am Kfz meiner Nachbarin ab. Mein erster Reflex war es ihn dabei zu fotografieren. Er fühlte sich dann wohl ertappt und fragte, was ich da gerade mache. Meine Antwort: “Sie bei der Beschädigung von fremdem Eigentum fotografieren, um dies dann einerseits meiner Nachbarin weiterzugeben, die Geld für die Fähnchen gezahlt hat und um Sie gegebenenfalls anzuzeigen.”. Er meinte das sei keine Eigentumsbeschädigung, wenn er diesen Ausdruck von gefährlichem nationalsozialistischem Stolz beseitigt. Auf die Frage, ob er die Deutschlandfahnen vor Weltausstellungen oder Botschaften oder ähnlichem auch abbricht, verneinte er dies. Die Frage ob er auch Fahnen von anderen Nationalitäten abbricht, verneinte er auch. Auf die Frage, ob er schonmal was von freier Meinungsäußerung gehört hat, kamen eine Menge Ausflüchte und eigentlich nur schwachsinnige Argumente. Meine Frage nach Seinen Personalien hielt er erst für einen Spaß. Als ich ihm anbot als Alternative meine Nachbarin zu wecken und die Polizei zu rufen, kramte er seinen Personalausweis raus.
    Ob so ein Fähnchen nur 2 EUR kostet ist mir dabei egal. Jemand hat Geld dafür ausgegeben. Damit ist es sein Eigentum und andere haben Ihre Finger davon zu lassen. In meiner Strasse stehen Autos mit drei verschiedenen Flaggen. Griechisch, Italienisch und Deutsch. Ich hab eine super Nachbarschaft und teilweise schauen alle Nationalitäten gemeinsam in einem Garten beim Grillen die Spiele. Weder als Griechenland verlor wurden deutsche Flaggen abgerissen, noch gab es sonst irgendwelchen Ärger hier in der Strasse. Ich hab absolut keine Lust, dass dieses gute Verhältnis durch irgendwelche Sachbeschädiger mit an den Haaren herbeigezogenen Meinungen beschädigt wird. Wenn er ein Problem mit den Fähnchen hat, soll er mit dem Besitzer des Fahrzeugs in Kontakt treten und kann gerne mit diesem darüber diskuttieren. Dazu hat die Evolution irgendwann den Menschen so viel Köpfchen gegeben um sich der Sprache zu bemächtigen.

    Hypersensible Flaggenabreisser mögen gerne mehr in diese Autoflaggen interpretieren, als es Sinn ergibt. In diesem Fall zeigen diese Flaggen in erster Linie Sympathie für eine Mannschaft eines Landes und keine rechte Gesinnung. Ich bezweifle auch stark, dass diese paar Wochen in denen diese an Autos zu sehen sind, eine Wachstumsgrundlage für irgendwelche idiotischen rechten Gesinnungen sind. Weder ist meine Nachbarin von rechter Gesinnung, noch gehören die Griechen oder Italiener in meiner Strasse diesem Menschenschlag an. Man kann gerne Fussball nicht mögen. Ich bin auch kein großartiger Fussballfan. Allerdings sollte so viel Respekt für andere und vor allem deren Eigentum da sein, dass man die zwei Wochen damit auskommt, dass Fussballfans Ihren Respekt für eine Mannschaft zeigen. Seltsamerweise haben die Fussballspieler verstanden, worum es dabei geht und freuen sich über die Unterstützung.

    Aber hier zeigt sich wie so oft: Menschen die anderer Leute Eigentum zerstören (mir vollkommen Wurst, um was es sich dabei handelt und wie hoch der Streitwert ist) und behaupten Sie möchten damit “ein Zeichen setzen” und das sei ok, sind meistens arm an Worten. Leider. Und sie tun mir leid. Weil sie ein paar grundlegende Prinzipien von friedlichem und respektvollem Zusammenleben nicht verstanden haben.

  • red schreibt am 27. Juli 2012 um 15:17

    Ich verstehe nicht, warum man mit offenem Vandalismus einer Strömung begegnet, die in ihrer Ausprägung keinem Aas schadet.

    Und selbst wenn es eine Strömung wäre, die in eine Richtung gehen würde wie vor 70 Jahren. Wäre Fläggchen abreissen dann tatsächlich das Mittel der Wahl, der Sache entgegenzutreten? Würde ein erneuter Aufmarsch über Europa und die Welt verhindert werden, weil ein paar selbsternannte Zorros in Nacht- und Nebelaktionen feige Plastikflaggen abreissen? Ich glaube nicht.

    Wenn ihr tollen Flaggenabreisser wirklich gegen Nationalismus seid, dann steht dafür auf und steht dazu – in der Öffentlichkeit.
    Mit Fotos, die Euch vermummt vor einem Haufen abgerissener Flaggen zeigen mögt Ihr vielleicht in Eurer kleinen Welt ein Held sein und vielleicht da das AntiFa-Abzeichen in lila-blass-blau kriegen, aber in der Realwelt zieht ihr Euch – zu Recht – nur den Hass der von Euch geschädigten Mitbürger zu.

    Gewalt in Form von Vandalismus wird nur eine entsprechende Gegenreaktion erzeugen, und die wird mit Sicherheit nicht immer friedlich und passiv sein. Ich würde es keinem verübeln, wenn er mal ne dicke Ohrfeige auspackt, wenn er einen Flaggenabreisser inflagranti erwischt.

  • Daniel Decker
    Daniel schreibt am 27. Juli 2012 um 15:21

    @red Das Bild auf dass Du anspielst ist aus der Bild und versucht genau das Image zu vermitteln, dass Du hier propagierst.

  • Saviour1981 schreibt am 10. August 2012 um 00:39

    Alter, die ANTIFA ist mittlerweile so unnütz… so ein Scheiß, das ist SACHBESCHÄDIGUNG und DIEBSTAHL, was diese Zecken da machen!
    Denen müßte man mal die Hände brechen! Unnormal sowas!

  • Felix schreibt am 4. September 2012 um 20:13

    Also ich habe mir jetzt den Artikel auf Anraten hin nochmal aufmerksam durchgelesen.
    Ich bin mir bewusst, dass ich mit dem nachfolgenden Vergleich einige Kritik ernten werde.

    Wenn ich das richtig verstanden habe, ist es nach der Auffassung auch in Ordnung, einer Türkin das Kopftuch zu zerreisen, oder?

  • Daniel Decker
    Daniel schreibt am 4. September 2012 um 20:16

    @Felix Klar erntest Du Kritik, weil Du eine “religiöse Tradition” mit einem “nationalistischem Statement” verwechselst. Und dieser Artikel sagt keineswegs, dass Fähnchen abreißen okay ist. Nochmal lesen!

  • Benjamin schreibt am 8. Dezember 2012 um 14:37

    Don´t shit where you eat!

    Ich muss ganz ehrlich sagen wenn ich so jemanden erwischen würde, der Fahnen von fremden Personen abreißt…

    Die Knallköppe aus dem Interview haben Recht es läuft etwas schrecklich schief in Deutschland.
    In Amerika würden solche Leute angezeigt werden, und hier in Deutschland sind die arschgeigen noch stolz drauf!

  • Daniel Decker
    Daniel schreibt am 9. Dezember 2012 um 13:46

    @Benjamin Da bleibt ja fast nur eine Möglichkeit: Nach Amerika auswandern!

Dein Kommentar:

Kommentarfeed zu diesem Artikel via RSS abonnieren.

Aktuelle Posts

Blogstöckchen: Fünf Buchvorsätze

Nadia hat mich mit einem Stöckchen beworfen welches sie von Ninia zugeworfen bekam. Es geht um Folgendes: “Zähle 5 Bücher auf, die ganz oben auf deiner Wunschliste stehen, die aber KEINE...

Blog Of The Day: IKEA Hackers

Im Internet findest Du vermutlich alles. So auch ein Blog, das sich dem Thema Hacking von IKEA-Möbeln widmet. Besonders imposant ist die Ikeakade und der Lack Arcade Coffee Table, aber Du findest...

Kotzbröckchen-Special zum Welttag des Buches

Früher gab es hier öfter mal den Büchersonntag und auch wenn es den nicht mehr gibt, um Literatur und Bücher geht es hier immernoch oft genug. Für alle die es wissen wollen, hier ist der...

Ihr glaubt dem Fernsehen?!

“‘You Believe Everything You See On TV?…PFFT…Sheeple’ Believes Every Poorly Edited YouTube Video On Conspiracy.” Mich lässt das Thema um die Friedensdemos nicht...