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Papst Benedikt verklagt Satire-Magazin Titanic

Von Daniel • 10.07.2012

Unterlassung vom Papst für die Titanic„Satire darf alles“ oder eben doch nicht. So sieht das zumindest Josef Ratzinger, der fühlt sich verunglimpft und fordert von dem legendären Magazin Titanic eine Unterlassungserklärung. Der Erzbischof Angelo Becciu jat für Papst Benedikt XVI. die Bonner Kanzlei Redeker/Sellner/Dahs mit der Unterlassung beauftragt. Es geht um das aktuelle Titelbild des Heftes auf dem Papst Benedikt mit einer gelben Fleck im Schritt gezeigt wird. Dazu titelt die Titanic: „Halleluja im Vatikan – Die undichte Stelle ist gefunden!“

„In einer ersten Stellungnahme weist die Redaktion der TITANIC die Vorwürfe zurück. ‚Benedikt muß uns mißverstanden haben‘, erklärte Chefredakteur Leo Fischer. Der Titel zeige einen Papst, der nach der Aufklärung der Spitzelaffäre (‚Vatileaks‘) feiert und im Überschwang ein Glas Limonade über seine Soutane verschüttet hat: ‚Es ist allgemein bekannt, daß der Papst ein großer Freund des Erfrischungsgetränks ‚Fanta‘ ist.“ Man hoffe nun auf ein persönliches Gespräch mit dem Heiligen Vater, um das Mißverständnis auszuräumen. Die Unterlassungserklärung werde man einstweilen nicht unterzeichnen.'“

Ich glaube die Redaktion freut sich gerade diebisch. Die gewonnene Aufmerksamkeit wird auch sofort genutzt um das aktuelle Heft an die Leute zu bringen. So heißt es im Header:

Titanic Header Screenshot

Udo Vetter vom Law Blog sieht bei der Klage schwarz für den Papst:

„In ähnlich religiösem Kontext hat übrigens vor Jahren schon Jürgen Klinsmann gegen die taz verloren. Das Blatt hatte den damaligen Bayerntrainer als Jesus ans Kreuz genagelt. Selbst ein bayerisches Gericht kam nicht umhin, darin eine zulässige Satire zu sehen.

Es wird spannend sein, ob der Papst unter diesen ungünstigen Auspizien tatsächlich gegen die Titanic vor Gericht zieht. Und falls ja, was ihm die Titanic dafür zahlt.“

Mhm, heißt das jetzt etwa, dass Bushido cooler als der Papst ist? Hätte dem sofort rechtliche Schritte zugetraut. Der sichert sich doch sogar die Markenrechte an den Künstlernamen seiner „Freunde“.



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