Sick Sad World: Justizminister kann Vergewaltigung, Mobbing und Gewalt “gut akzeptieren”

Sick Sad World

Es gibt viel worüber Du abkotzen könntest die Tage. Pussy Riot oder den genehmigten Waffeneinsatz der Bundeswehr im Inland. Wenn Du es noch nicht gemerkt haben solltest. Sick Sad World ist eine ziemlich polemische Kolumne. Selbst für ein polemisches Blog wie dieses hier. Hier berichte ich über das was in der Welt passiert wo Du nur noch den Kopf schütteln kannst. Oftmals aber auch vor Schmerzen den Kopf gegen die Wand schlagen magst.

Diesmal geht der Pokal an Bernd Busemann, Justizminister des Landes Niedersachsen und bei der CDU. Dieser gab beim Kriminologischen Forschungsinistituts Niedersachsens eine Studie in Auftrag. Das Institut sollte Gewalt hinter Gefängnistüren beleuchten. Die Ergebnisse sind erschreckend:

“25,7 Prozent aller männlichen Befragten und 25,6 Prozent aller weiblichen Befragten gaben demnach an, innerhalb der letzten vier Wochen im Gefängnis Opfer physischer Gewalt geworden zu sein.

Bei den Jugendlichen waren es 49 Prozent. Für die Untersuchung waren 6.384 Häftlinge in 33 Gefängnissen in Brandenburg, Bremen, Niedersachsen, Sachsen und Thüringen anonym über Fragebogen befragt worden. [...]

Die Wahrscheinlichkeit, im Jugendvollzug innerhalb eines Monats vergewaltigt zu werden, liege bei sieben Prozent.”

Alarmierend, nicht? Bernd Busemann sieht das anders:

“Ein Knast ist eben keine Mädchenpension.”

Sagte der Politker gegenüber der dapd. Die Ergebnisse der Studie könne er “gut akzeptieren”. Sind ja auch alles Täter, nicht? Sitzen ja nicht ohne Grund im Knast. Büsemann hat für den Strafvollzug sowieso interessante Ideen. Eine Privatisierung würde er begrüßen. Und wie mag er mit unschuldig inhaftierten Bürgern umgehen? Kollateralschaden:

“Solchen Fällen begegnen manche Bundesländer mit kalter fiskalischer und juristischer Logik. ‘Ich streite nicht ab, dass die Haftentschädigung in Einzelfällen zu unbefriedigenden Lösungen führt’, sagt Niedersachsens neuer Justizminister Bernd Busemann (CDU), der sich allenfalls eine Erhöhung um einige Euro vorstellen kann. ‘Aber unbefriedigende Situationen sind dem Recht immanent.’ […] Die Forderung nach einer Erhöhung auf hundert Euro hält er daher ‘geradezu für abstrus’ […].”

Mir fehlen die Worte. Nun gut, ich hätte welche, aber für die müsste ich evtl. bezahlen. Gut, dass diese Rubrik mir welche gibt: Traurige, kranke Welt. So ein Mensch ist imho unwählbar auf Lebenszeit.

Die gesamte Studie findest Du hier.

Von: Daniel • Tags:

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