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Die Utopie leben! Vivir la utopía! Der Anarchismus in Spanien.

Von Daniel • 18.09.2012

Anarchie

Anarchismus ist imho eines der größten semantischen Missverständnisse die es gibt. Wenn die meisten (gerne auch die Medien) von Anarchismus sprechen meinen sie (eine Herrschaft des) Chaos und liegen damit grundsätzlich falsch. Denn das was sie meinen heißt Anomie. Anarchismus selbst ist eine Philosophie und eine Idee. Die Idee der Herrschaftslosigkeit. Dass Anarchie = Chaos bedeuten würde ist ein Bild das über Jahre konstruiert wurde. Und hat in meinen Augen genau so unsinnig wie die Behauptung dass ohne (gelebte) Religion keine Ethik und Werte bestehen würden. Hat aber geklappt, frag mal rum was die Leute denken, was Anarchie bedeute.

Übrigens würde man eine Gesellschaft ohne Ethik und Werte vermutlich auch als Anomie beschreiben.

„Die Utopie leben“ berichtet von anarchistischen Bewegungen während des Spanischen Bürgerkriegs und zeichnet (durchaus gezielt) ein ganz anderes Bild.

„Die Utopie leben! Der Anarchismus in Spanien (im Original Vivir la utopía), ist eine im Jahr 1997 unter der Regie von Juan Gamero für den Sender TVE produzierte Dokumentation. Das Werk beschäftigt sich mit den anarchistischen und anarcho-syndikalistischen Bewegungen während des Spanischen Bürgerkrieges 1936-1939. Dabei geht sie insbesondere auf den Bereich des Alltagsleben und die Kollektive Selbstverwaltung ein und versucht die radikalen Veränderungen aufzuzeigen, die sich in diesen Jahren ergaben.

Der Film besteht in erster Linie aus Interviews mit dreißig Anarchisten, die von ihren Erfahrungen in dieser Zeit berichten, wobei die einzelnen Interviews durch kurze Filmsequenzen, in der Regel Material aus der Zeit des Bürgerkrieges, voneinander getrennt werden.

Die Dokumentation nimmt hierbei eine weitestgehend pro-anarchistische Haltung ein und weist auf die ihrer Meinung nach konstruktive Rolle der Anarchisten bei der Organisation des Widerstandes gegen Franco und des Lebens nach dem Putsch allgemein hin.“

Quelle: Wikipedia

(via doktorsblog)



    Ein Kommentar »

  • Alex schreibt am 28. September 2012 um 22:11

    Danke für diesen Post, genau diese Schleife bin ich auch neulich noch gefahren. Anarchie entspricht nämlich nicht der landläufigen Auffassung, dass die Chaoten Dir alles wegnehmen wollen (=Gesetzlosigkeit). Das ist eine infame Verleumdung. Noam Chomsky hatte im letzen Jahr einen coolen Artikel @ZeitCampus der, wie es in den Kommentaren heißt „die komplette Scheiße, die sie im Jahr davor gebracht haben wieder gut macht“ (sinngemäß). „Studenten sollen Anarchisten werden“ googlen. Pluralismus ist imho zum Beispiel eine starke Form von Anarchismus. Oder Dinge konsequent zu Ende denken zu dürfen. Keine Denkverbote! Kein fxxxing taktisches Denken. Man gilt ja schon radikal wenn man Ansichten vertritt die damit zusammenhängen dass man seinen Kopf benutzt (frei nach Huss&Hodn, Album: der Stoff aus dem die Regenschirme sind). Danke Daniel, keep up the good work!

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