Realsatire: Imagevideo des Verfassungsschutzes

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Netzpolitik haben dieses echte (!!!) Video des Verfasungsschutzes auf YouTube gestellt. Sie selbst schreiben dazu:

„Das hat teilweise den spießigen Charme von 70er-Jahre Bildungsfernsehen, nicht nur wenn man sich dramaturgisch bemüht, irgendwie als coole Spione zu erscheinen, die Verdächtige mit einem Auto verfolgen. Lustige Momente gibt es auch, wenn man erklärt, dass ein Teil der Arbeit natürlich die Beobachtung von offenen Quellen sei und dazu die Tagesschau als Beispiel genannt wird. Die größte Herausforderung ist allerdings, zwölf Minuten wach zu bleiben.“

Leider ist es viel trauriger. Hier einige „Highlights“:

  • Gleichsetzung von Links und Rechts. So bei Minute 03:55 eine Aufzählung wo Antifa und NPD in Reihe gezeigt werden.
  • Anarchismus und Nationalsozialismus werden in Minute 06:56 nebeneinander gezeigt. Hat beides auch voll viel miteinander zu tun.
  • Zielpersonen die mit deutlichem Akzent dargestellt werden (Minute 04:28)
  • Minute 00:53: „unabhängig seiner Rasse“

Ich weiß sehr kleinteilig, imho dennoch sehr bedenklich. Wo sowas vor allem offiziell ist und in Hinblick auf aktuelle Ereignisse. Da wird auch gerne mal ne Punkband als beobachtenswert eingeschätzt und bekommt mehr Aufmerksamkeit als nötig. Was tatsächlich nicht drinn vorkommt ist wie man die Daten zu Rechtsextremismus vernichtet.

UPDATE:
Netterweise auf FB in den Kommentaren gelandet. Ein aktueller Artikel der die Extremismustheorien des Verfassungsschutzes nochmal verdeutlicht:

„In der Ausstellung geht es auch um Extremismus von links. In den Beispielen werden dabei auch Atomkraftgegner, die DKP und die Linke genannt.“

(via @moeffju)

    3 Kommentare:

  • sibiuaner schreibt am 7. November 2012 um 14:37

    Dieser unsägliche Begriff ‚Rasse‘ ist für deutsche Behörden ganz offenbar noch ein Muss. Seit Jahren protestieren Leute, die von Rassismus Ahnung haben gegen die Verwendung des Begriffs in der deutschen Gesetzgebung, offenbar erfolglos. Ein Brief des braunen mob e.v. und weitere lesenswerte Infos dazu gibts hier: http://blog.derbraunemob.info/2008/09/30/der-begriff-rasse-gehoert-auf-den-muellhaufen-der-geschichte/

  • Justin-Zane schreibt am 7. November 2012 um 14:40

    Der Film ‚Imagevideo des Verfassungsschutzes‘ zeigt sich am Anfang selbstironisch und unterhaltsam. Doch verliert sich dieses Hoch in seiner Langatmigkeit und lässt in den Eindruck erscheinen ernst gemeint zu sein. Auch die Logiklöcher in der Story und lieblose Darbietung der Schausteller lassen dieses potentielle Meisterwerk deutlich an Charme verlieren. Der große Pluspunkt des Werkes ist eindeutig die stimmungsvolle Soundkulisse, die den Film in einigen Szenen weit über den Durchschnitt gewöhnlicher Image-Videos hebt. Schließlich, aber nicht letztlich belasten die unnötig vielen Überblendungen die Kontuinität des Stücks, und machen es beinah unmöglich die realen Szenen von den Traumsequenzen zu unterscheiden.

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