19 Kommentare

Nachtrag zu Alice Schwarzer & EMMA

Von Daniel • 05.12.2012

Gestern behauptete ich, dass die EMMA ihre eigene Relevanz nicht deutlicher hätte zunichte machen können als mit ihrer Hetze gegen die Mädchenmannschaft und Alphamädchen insgesamt. Tja, hab ich mich eben geirrt. Geht tatsächlich noch deutlicher und so schreibt Alice Schwarzer selbst in einem Artikel:

“Da gibt es wieder mal Wichtigeres als den Kampf gegen den Sexismus, nämlich: den Antirassismus. Und laut dieser Debatte haben alle ‘People of Colour’ und ihre Gefolgsleute erst mal recht – und alle Weißen unrecht. Vor allem die ‘privilegierten weißen Mittelstandsfrauen’, wie die, die in der Berliner Bloggerinnen-Szene zurzeit unter dem Diktat von Sektiererinnen kuschen.”

Merkt Schwarzer eigentlich wie sie da reaktionäre Klischees bedient, die Antifeministen täglich rauskloppen? Du könntest in dem Zitat nur ein paar Worte austauschen. Aus “Weißen” machst Du “Männer”, aus “POC” machst Du “Frauen” und tataa hast Du den perfekten Chauvinismus. Da fragst Du dich was Du als erstes machen willst. Eine Best-Of-Liste der Diskriminierungen? Oder doch lieber ein Schwarzer-Meme? Ich dachte ich pack mal beides zusammen. Wer das Meme auch nutzen will, es funktioniert am Besten analog zum Almost Politically Correct Redneck Meme. Am Besten eine feministische Aussage mit einer rassistischen verbinden. Sowas wie “Kopftuchmädchen sind ja auch Frauen.”

Alice Schwarzer und der Rassismus

“My Feminism Will Be Intersectional Or It Will Be Bullshit!” (Flavia Dzodan)

(Foto unter CC 3.0-Lizenz von Itu)



2 Trackbacks »

    17 Kommentare »

  • Ann Teegen via Facebook schreibt am 5. Dezember 2012 um 16:36

    Richtig hart…

  • Jojo schreibt am 5. Dezember 2012 um 16:38

    Ich glaube der offizielle Internet-Meme-Font sind Impact-Versalien ;)

  • Anna-Sarah Hennig via Facebook schreibt am 5. Dezember 2012 um 16:40

    Das Zitat am Ende stammt übrigens von Flavia Dzodan. Sollte mensch sich merken :)

  • Anna-Sarah Hennig via Facebook schreibt am 5. Dezember 2012 um 16:43

    (Und: Die Mem-Action find ich etwas mit Vorsicht zu genießen. Auch wenn ich deine Position hier grundsätzlich teile.)

  • Emanon schreibt am 5. Dezember 2012 um 18:09

    An diesem Beitrag sieht man schön, was Nadine Lantzsch beschrieben hat. Alice Schwarzer zeichnet einen zum männlichen Chauvinismus antagonistischen weiblichen Chauvinismus, der sich durch die gleiche Bündelei und Ausgrenzung auszeichnet.

    Ich denke nicht, dass man der Menschheit einen Gefallen tut, wenn man Gewalt gegen Menschen auf ein Attribut zurück führt, dass nur mittelbar etwas damit zu tun hat. Körperliche Gewalt gegen Frauen, Vergewaltigung und strukturelle Benachteiligung geschehen nicht, weil es sich um Frauen handelt, sondern weil der jeweilige Täter auf seine Opfer ein gewisses Bild projiziert, das sich mit dem einer Frau in den meisten aber nicht allen Fällen überschneidet. Es ist das Bild des schwächeren, des begehrenswerten Objekts oder nur Mittel zum Zweck, als Projektionsfläche für die eigenen Antriebe. Aus diesem Grund können diese Formen der Gewalt ale Gender und Sexualitäten treffen. Männer können genauso von Männern vergewaltigt werden, wenn der Täter die gleichen Attribute anlegt, wie die meisten Täter bei Frauen.

    Der Feministmus von Schwarzer übersieht das und kleidet sich erstens im klassischen Rollenmodel der bürgerlichen Gesellschaft nach dem Krieg und spiegelt lediglich den ausschließenden Chauvinismus. Da Geschlechter-Chauvinismus, Nationalchauvinismus und Rassismus nah beieinander liegen und das Produkt ignoranter Bündelei und Schubladendenkens sind, ist es nicht verwunderlich, dass Alice Schwarzer sich da so unsensibel bewegt. Das ist ein bisschen wie bei Menschen, die die Benutzung des Wortes “Neger” als nicht rassistisch verteidigen wollen. Insofern trifft das Meme die Angelegenheit ziemlich gut.

  • Kotzendes Einhorn via Facebook schreibt am 5. Dezember 2012 um 18:12

    Anna-Sarah Hennig Ich hoffe, dass die Mem-Action bei meinen Lesern als das ankommt was es ist: Satire!

  • Nadine Lantzsch via Facebook schreibt am 5. Dezember 2012 um 18:12

    ein bisschen tiefer stapeln würde jedem vermeintlichen pro-feministen stehen. und zitate und quellen angeben ebenso.

  • Anna-Sarah Hennig via Facebook schreibt am 5. Dezember 2012 um 18:20

    Ui, das S-Wort :D

  • Kotzendes Einhorn via Facebook schreibt am 5. Dezember 2012 um 18:24

    Nadine Lantzsch Welche Quellen/Zitate sind nciht gekennzeichnet? FYI: Flavia Dzodan ist nachgeholt.

  • Nadine Lantzsch via Facebook schreibt am 5. Dezember 2012 um 18:25

    Flavia Dzodan. Genau. Das war aber ein genereller Hinweis an dich.

  • Kotzendes Einhorn via Facebook schreibt am 5. Dezember 2012 um 18:28

    Nadine Lantzsch Yep, habe den Artikel bei Dir damals gelesen. Liebesschloss, etc.

  • Karl Napf via Facebook schreibt am 5. Dezember 2012 um 18:43

    ein diskussionsverlauf, der mir leider nicht neu ist. unabhängig von schwarzer, emma und der mädchenmannschaft.

  • Anna-Sarah Hennig via Facebook schreibt am 5. Dezember 2012 um 18:58

    @Karl: Welche(n) Diskussion(sverlauf) meinst du?

  • Emanon schreibt am 5. Dezember 2012 um 19:11

    Ich verstehe die Diskussion in den fb-comments nicht so recht, weil die in mir zu knappen Sätzen geführt wird, die irgendeine Information voraussetzen, die mir fehlt.

    Wen adressiert Nadine Lantzsch mit “vermeintliche pro-feminsten” und was genau war ihr “genereller Hinweis”?

  • Daniel Decker
    Daniel schreibt am 5. Dezember 2012 um 19:32

    @Emanon Gemeint werde wohl ich damit sein, vor allem wo sich der weiterer Teil des Kommentars eindeutig auf mich bezieht. Auch ohne Personalpronomen bzw. direkte Ansprache.

    Und der Quellen-Vorwurf bezog sich auf einen Artikel, den ich leider gerade nicht mehr finde, wo die Backverlinkung und Creditvergabe in Male-Gazes wie der (Reblog-)Blogosphäre kritisiert wurde. Ich versuch mal den Artikel zu finden.

    Damals ging es um das auch von mir verbloggte Graffito zu den Liebesschlössern…

  • Emanon schreibt am 6. Dezember 2012 um 02:35

    @Daniel

    Das habe ich mir auch gedacht. Aber weil ich dich nicht für den klassischen “vermeintlichen pro-Feministen” halte und deine Beiträge auch nicht zu hoch gestapelt finde, konnte ich mir nicht so richtig vorstellen, dass Nadine Lantzsch (nach so einem eloquenten und ausgeglichenen Artikel ihrerseits) dich auf doch recht polternde Art adressiert. Ich finde den Vorwurf schlicht unerklärbar und hab gehofft, dass du nicht gemeint bist…trotz Satzstruktur. Wäre nett, wenn Nadine Lantzsch das mit dem “zu hoch gestapelt” und “vermeintliche pro-Feminsten” näher erläutern würde…

  • Daniel Decker
    Daniel schreibt am 6. Dezember 2012 um 03:02

    @Emanon Da kann ich auch nicht mit näheren Infos dienen. Außer vielleicht, dass Nadine mich mal persönlich traf (dreimal oder so getroffen) und Du eben nicht, das macht definitiv einen Unterschied in der Wahrnehmung aus.

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