Wir haben kein Problem. Nazi-Cops in Deutschland

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KuKluxCops

Gestern waren vier Studentinnen von der Deutschen Journalistenschule bei mir zu Gast und ich wurde ein wenig interviewt. Eine Frage war, welche Debatte ich gerne anstoßen würde. Schwierige Frage, denn ich denke immer, dass ich alle Debatten die mir am Herzen liegen auch anstoße. Mir fiel dann doch eine ein. Und zwar den verbreiteten Rassimus in der Exekutive in Deutschland. Es ist ein Thema was hier immer wieder mal vorkommt, aber nie wirklich ausführlich betrachtet wurde. Und das wir ein Problem haben ist mehr als überdeutlich. So berichtet die Publikative über die Polizeiwissenschaftlerin Astrid Jacobsen die Racial Profiling und Alltagsrassismus mit gängigen Vorurteile und Klischees entschuldigt.

Apropos Racial Profiling, Kathrin hat das in ihrem Blog sehr schön zusammengefasst, warum wir diese Peition mitzeichnen sollten. Sie schreibt:

„Racial Profiling ist ein Bürgerrechtsthema, verdammt noch mal! Es geht hier um täglich stattfindende Eingriffe des Staates, die viel unmittelbarer sind als die Vorratsdatenspeicherung. Nicht so digital, nicht so netzpolitisch. Face-to-Face, in aller Öffentlichkeit und auf rassistischer Grundlage: Weil die weiße, deutsche Beamtin weiß, dass die nicht zu uns gehören und man da ruhig mal genau hinsehen sollte. Folge dieser Praxis ist es, dass sich Leute in diesem Land nicht frei bewegen können. Dass sie beispielsweise die Gegend um den Bahnhof in ihrer Stadt möglichst meiden, um nicht ständig kontrolliert zu werden und sich dabei auch noch die Sprüche der Polizist_innen reinziehen zu müssen.“

Aber nein, wir haben kein Problem. Klischees, Vorurteile, kann ja mal passieren, nech? Und was ist, wenn ich Dir erzähle, dass die radikalen Beamten beim Ku Klux Klan (ich berichtete), nicht nur viel mehr im Klan invoviert waren als bisher bekannt? Würdest Du mir glauben, dass selbst dem KKK diese Beamten angeblich zu radikal waren? Bestimmt nicht. Denn, wir haben ja kein Problem. Oder etwa doch?!

(via rené / Bild unter CC-Lizenz von daMax)

    4 Kommentare:

  • Emanon schreibt am 13. Dezember 2012 um 16:16

    Ich versuche ja immer ausgelichen und nicht absolut über die Dinge zu denken, aber bei diesem Thema entwickelt sich schon richtiger Zorn. Nicht nur, dass es diese Fälle gibt, sondern dass die Zivilgesellschaft da nicht couragiert reagiert, dieses Problem unterschätzt und es im Gegenteil sogar gut findet, wenn aufrechte Polzisten den linken Chaoten mal aufs liberal schwätzende Maul hauen.

    Allerdings muss man auch feststellen, dass die Kriminalämter, BND und BfV schon immer Probleme mit strukturellem Rassismus hatten und anfänglich ja hauptsächlich Auffanglager für Nazis waren. Das BKA bestand anfänglich zu über 60% aus ehemaligen SS-Leuten und wie BND und BfV gegründet wurden, wissen wir auch alle. Insofern könnte man sich auch etwas damit beruhigen, dass es gemessen an den Anfängen mit der Zeit wahrscheinlich immer besser wird bzw. zumindest bis jetzt geworden ist.

    Was mich nämlich stark beunruhigt, ist der Umstand, dass es diese Strukturen immernoch gibt und die zu erwartende Ausweitung sozialer Probleme und Armut in Deutschland/Europa diese Strukturen und die zivilgesellschaftliche Akzeptanz jener eher wieder verstärkt. Das ist eine vorauszusehende Entwicklung und findet grad in Griechendland und Ungarn ganz offen statt.

  • Harry schreibt am 14. Dezember 2012 um 01:49

    Happy ACAB-Day (13.12)

  • dermehler schreibt am 16. Dezember 2012 um 14:47

    Also wenn Polizisten unbedingt beim Klan mitmachen wollen beweisst das eine spezielle Beamtenintelligenz! Mir gefällt racialiest profiling überhaupt nicht,weil die ganzen schwachpigmentierten Schwarzgeldschmuggler im Anzug unbehelligt ins Ausland fahren können. Man sollte den Ordnungshütern mal beibringen -Je unverdächtiger desto verdächtiger!

  • Mirela Tivegal via Facebook schreibt am 18. Dezember 2012 um 17:41

    Zeichnungsfrist nur noch bis Heute? Grade mal 1/5 des Quorums erreicht? Danke Einhorn ich kotze heute selbst.

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