14 Kommentare

Kotzbröckchen vom 04.01.2013 – Zu schnelle Post, Augstein, Okay, Kreuz.net und Monster

Von Daniel • 04.01.2013

Wie letztes Jahr bereits angekündigt sind sie wieder da. Die Kotzbröckchen. Einfach kurz lesenswerte, interessante Links.

My little Pony mit Bart

Postbote bekommt Anzeige weil er zu schnell arbeitet

Ein Rosenheimer Postbote hat sein Arbeitsverfahren optimiert und wurde schneller. Seine Belohnung? Er landet vorm Amtsgericht. Natürlich nicht, weil er zu schnell war, sondern weil die Kollegen schön petzten und annahmen er teilt gar keine Sendungen aus, sondern schmeißt das Zeugs einfach weg. Dennoch einer recht lesenswerte kleine Story. (via rene)

Augstein der Antisemit?

Es ist schon bezeichnend, wenn ein Satire-Magazin den besten Kommentar zur Causa Augstein verfasst. Sehr kluger Beitrag von Stefan Gärtner. Wer dann auch ein paar Belege für Augsteins Antisemitismus braucht, der sei auf Publikative verwiesen, die einige Zitate zusammengetragen haben. Ich muss zugeben, beide Artikel habe ich gebraucht.

Okay – okayer – am okaysten?

Ich liebe ja Sprache, aber noch mehr liebe ich sie zu verzwiebeln und zu verzwurbeln, Neologismen rauszupeitschen und Quasselquatsch zu droppen. Fabian Bross fand eine Formulierung von mir so interessant, dass er darüber schrieb. Ich wiederum finde seinen Post viel interessanter als meine Formulierung.

Kreuz.net ist wieder da, zumindest als Klon

Bah, da war endlich Ruhe und nun kommt einer daher und macht einen Klon auf. Sogar mit Impressum. Und wie immer voller konservativem Hass. Diesseits weiß mehr darüber.

Musiker in Kindershows

Wie sweet. Buzzfeed haben 16 Musikvideos von Stars in Kindershows zusammengetragen. Hier mein Favorit. Ich glaube den hatte ich auch schonmal im Blog.

In eigener Sache: Morgen live im Schokoladen

Hätte ich fast vergessen. Ich spiele morgen zusammen mit Leiseylento und Los Mares live im Schokoladen. Mein erster Berlin Gig seit Jahren. Pünktlich um 19 Uhr da sein, ich spiele als erstes. Hier geht es zum Facebook-Event.



    14 Kommentare »

  • Olaf Schlösser via Facebook schreibt am 4. Januar 2013 um 21:21

    Wobei Kotz-net und Monster ein und dasselbe sind …

  • Christian Friedemann via Facebook schreibt am 4. Januar 2013 um 21:46

    Wenn man sich die in dem (handwerklich schlechten) publikative-Artikel angegebenen Verweise auf die Antisemitismus-Kommision so ansieht, kann man sich wirklich fragen, WIE man Kritik an Israel formulieren soll/kann, ohne dass sie nach diesen Kriterien antisemitisch wäre. Und die Tendenz in der publizierten Meinung, geht ja auch eher da hin, dass das Wiesenthal Center mit seiner Kritik über das Ziel hinaus geschossen ist. Offensichtlich nimmt den Augstein ja wohl sogar der Zentralrat der Juden in Schutz. Und HMB hat sich mit seiner Art wohl endgültig ins Abseits geschossen. Seine Kolumne bei Radio1 hat er jedenfalls beleidigt abgegeben.

  • Kotzendes Einhorn via Facebook schreibt am 4. Januar 2013 um 21:58

    Christian Friedemann Zu dem Publikative Artikel sei auf die Einleitung verwiesen, wo deutlich steht “durchaus als antisemitisch gelesen werden können”. Was nicht heißt, dass Du sie so lesen musst. Und es ist lustig, dass Du HMB erwähnst und ich gleich wieder auf die Publikative verweise: “Die Debatte um die Liste des SWC dreht sich mittlerweile zumeist um Broder…” Schöner als mit diesem Kommentar hättest Du das nicht beweisen können. Also alleine die Einleitung des Publikative Artikels lohnt sich schon zu lesen.

  • Maik schreibt am 4. Januar 2013 um 22:09

    yay! \o/ (mag die Kotzbröckchen!)

  • Christian Friedemann via Facebook schreibt am 4. Januar 2013 um 22:35

    Die Debatte dreht sich deshalb auch um Broder, weil Augstein ja schon der zweite rbb-Kollege ist, den er mit Hilfe der Antisemitismus-Keule versucht zu gehen. Bei Ken Jebsen hat es noch geklappt. Bei Augstein hat er sich wohl verzockt.

  • Kotzendes Einhorn via Facebook schreibt am 4. Januar 2013 um 22:43

    Du denkst also es macht Sinn in diesem Zusammenhang über Jebsen und Broder zu debattieren? Ich hab dazu auch gar keine Lust, wenn so typische PC-Bashing-Formulierung wie XY-Keule kommen. (Verweis hierzu: http://de.wikipedia.org/wiki/Gutmensch#Verwendung_des_Begriffs_als_ideologischer_Code) – Bei Deinen Comments denke ich stets, dass Du das falsche Blog liest oder trollen willst. Aber die Debatte hatten wir auch schonmal mehrmals.

  • Christian Friedemann via Facebook schreibt am 4. Januar 2013 um 23:16

    Ich habs Dir ja schon mal gesagt, wenn ich hier kommentiere, gehts mir nicht ums trollen. Meinst Du nicht, dass ich mich hier dann etwas hochfrequenter äussern würde? Ich lege meine Worte dabei nicht immer auf die Goldwaage, aber mit Sicherheit, werde ich nicht alle Media-Dekodierungswikis durchlesen, um meine Sprache zu mainstreamen. Mir geht es um Meinungsaustausch. Und mich interessiert halt, wieso du als Quellen eben die angibst, die Du angibst. Und nicht auch den Zentralrat der Juden oder Michael Wolfssohn ( http://www.dradio.de/dlf/sendungen/interview_dlf/1967345/ ) Der lässt zwar auch nicht wirklich ein gutes Haar an Augstein, lässt aber die Antisemitismus-”Keule” stecken.

  • Kotzendes Einhorn via Facebook schreibt am 4. Januar 2013 um 23:25

    Eben weil der Mainstream das doch schon macht. Dass Augstein auf Platz 9 dieser Liste ist halte ich auch für überzogen. Worüber wir (in unserer Gesellschaft) aber in meinen Augen diskutieren können und auch müssen ist ob sich der Antisemitismus Vorwurf tatsächlich so leicht abschütteln lässt wie es die “publizierte Meinung” vemittelt. Und dahingehend finde ich beide Quellen als Opposition lesenswert.

  • Emanon schreibt am 5. Januar 2013 um 23:19

    (Tut mir leid, wenn es so lang geworden ist. Ich danke jedem, der es liest und bin auch gern zur Diskussion bereit)

    Leidiges Thema mit Augstein und Broder. Es ist deshalb leidig, weil zu einer Meta-Diskussion sowohl religiöse, politische, historische und auch soziologische Expertise nötig ist, die den Allermeisten fehlt.

    (Anmerkung: Ich werde der Einfachheit halber den Begriff “Rassismus” verwenden, obwohl es sich im Kampf gegen selbigen und unter der Notwendigkeit zu Differenzieren eigentlich anbietet, den Begriff zu vermeiden)

    Einleitend sei gesagt, dass ich Augstein persönlich für einen verhältnismäßig guten Journalisten halte und er die Zeitungslandschaft mit “Der Freitag” bereichert hat. Bei diesem Artikel hat er sich aber übernommen und einzelne Äußerungen an sich bedürfen der Kritik. Dazu später.

    Einleitend sei auch gesagt, dass ich Broder für einen bauernschlauen Kulturrassisten halte, der provozieren will und sich seiner gesellschaftlichen Verantwortung nicht bewusst ist. Dazu im Folgenden:

    Henryk M. Broder kann nach allen gängigen wissenschaftlichen Definitionen (unter vielen: Hall, Wacquant, Memmi) als Rassist gelten. Wer sich die Definitionen zur Hand nimmt und bspw. sein Buch “Hurra, wir kapitulieren!” und seine Äußerungen über generelle und absolute Geisteshaltungen aller 1,5 Mrd. Muslime unter diese Definitionen subsumiert, kann zu keinem anderen Ergebnis kommen. Er erfüllt alle nötigen Parameter. Es sind ihm zu viele, die generelle Geisteshaltung ist kulturell minderwertig und es geht um den Moslem an sich…also das Stigma. Was bei ihm zu beachten gilt, ist was er transportiert. Was ich ihm höchstens zugestehe, ist dass er selbst vielleicht kein überzeugter Rassist ist, aber seine Äußerungen sind es zweifelsfrei, also herabwürdigend, verallgemeinernd und er behauptet, dass es ein alleiniges Merkmal einer Religion/Kulturgruppe ist.
    Er ist damit Teil der Neuen Rechten, die bspw. ausschließlich gegen “Südländer” hetzen und nicht mehr gegen Ausländer an sich. Wer das widerlegen möchte kann sich gern aufmachen, ein wenig zu recherchieren bzw. einfach mal “Hurra, wir kapitulieren!” zu lesen. Ich weiß, dass diese Behauptung sehr stark ist und ich eigentlich in der Pflicht bin, das zu beweisen. Ich habe aber meine Quellen angegeben und will das nur wegen des Platzes hier nicht mit einzelnen Textstellen belegen.

    Augsteins Äußerungen sind nach den Definitionen von Antisemitismus und Rassismus davon zu unterscheiden. Erstens fällt auf, dass Augstein das nicht zu seinem Hauptthema macht – anders als Broder, bei dem es in auffallend vielen Publikationen um den Islam und seine Fremdheit geht.
    Antisemitismus ist zunächst LTI, also eine Eigenbezeichnung der Nazis (Ja, das Wort ist etwas älter und von W.Marr, aber seine eigentliche Konnotation bekam es von den Nazis der 20er). Es sollte gegen Juden gehen, die man fälschlich die Semiten nannte.
    Das ist der Maßstab, den man anlegen muss, wenn man jemanden einen Antisemiten nennt. Den blanken, absoluten Hass, der wenigstens auf Vertreibung gerichtet ist. Eine Ablehnung von jüdischer Kultur und Lebensweise. Und argumentativ bedient man sich dabei unterschiedlicher Rassismen. Das ist der Unterschied in der Definition. Der Hass richtet sich gegen Juden, argumentativ ist es rassistisch.
    Nun wird man Augstein unterstellen müssen, keinen blanken Hass auf Juden zu haben und nicht zu glauben, dass die jüdische Kultur/Religion/Gemeinschaft minderwärtig ist, wenn er glaubt, etwas gegen echten Antisemitismus tun zu wollen,
    Augsteins Problem ist vielmehr, dass er einzelne subjektive Beobachtungen, wie den teilweise ungerechtfertigten Aufschrei einzelner Menschen gegen teilweise legitime Israelkritik zu einem Stigma zusammenfasst und schließt, dass “man nicht das sagen darf” oder dass “der Zentralrat” oder dass “Israel verbietet/reagiert”. Darin liegt die Crux. Diese Stigmatisierung bzw. also die Übertragung der Reaktion Einzelner auf eine Gruppe ist ein typisch rassistisches Merkmal und deshalb auch ein antisemitisches, wenn es Juden trifft.
    Damit es rassistisch ist bedarf es allerdings noch des Alleinstellungsmerkmals, also der Behauptung, dass das für diese Gruppe typisch ist und der negativen Konnotation. Letzteres ist gegeben, während das Alleinstellungsmerkmal nicht explizit genannt wird. Was jetzt bei dem Leser von Augsteins Zitaten zum Schlucken führt ist, dass die meisten Antisemiten und sonstigen Rassisten dieses Alleinstellungsmerkmal nicht explizit transportieren.
    Ich will das verdeutlichen: Wenn man ein Buch nur über jüdische Verbrecher schreibt und das Buch “Die jüdischen Verbrecher nennt” wirkt das antisemitisch und man kann auch davon ausgehen, dass es so gemeint ist, weil sich das Alleinstellungsmerkmal durch den Kontext behauptet wird. Wenn aber jemand eine Sammelreihe mit 300 Bänden schreibt, in denen alle Nationen und Religionen vorkommen, sieht die Sache anders aus, weil man dann nicht mehr ungesagt behauptet, dass es einen Zusammenhang zwischen der Religion/Kultur und den Straftaten gibt.
    Auf den Fall Augstein übertragen, bedeutet das, dass es sich sehr wohl um rassistische und daher antisemitische Äußerungen handelt, wenn man sie nur für sich nicht und sie nicht in den Kontext mit dem Autor und seinen sonstigen Publikationen/Äußerungen stellt. Augstein hat generell ein Problem mit Verallgemeinerungen und Übertreibungen. Das gleiche macht er auch bei anderen weltpolitischen Themen. Das haben aber die meisten Journalisten an sich. In seinem Kopf richtet er sich also bspw. gegen die zwei Rabbiner, die das Verbot der Beschneidung als antisemitisch bezeichnen und transportiert es beim Leser aber als “Auschwitzkeule” und “die Juden verbieten uns den Mund”. Das kommt vor allem daher, dass echte Antisemiten und Rassisten genau solche Sachen sagen, aber eben nur solche. Broder bspw. richtet sich nur gegen den Islam und das pausenlos. Hier transportiert er ein Alleinstellungsmerkmal, dessen Behauptung er in der Summe der unzähligen Publikationen aufstellt.

    Das heißt, die Äußerungen Augsteins an sich können antisemitisch gelesen werden und Augstein hat bezogen auf seine gesellschaftliche Verantwortung stark versagt. Das hat auch mich sehr hart getroffen. Ich verweigere es aber, dass ein ausgewiesener Rassist wie Broder die Deutungshoheit darüber hat, ob Augstein eine Antisemit ist oder nicht.
    Ich behaupte, dass er keiner ist und ich würde mich freuen, wenn man in Deutschland generell mal über Rassismus diskutieren würde und die deutsche Zivilgesellschaft endlich mal zugibt, dass die CDU/CSU, Burschenschaften, Kirchen, Stammtische, BKA, BfV, Fussballstadien, Schützenvereine usw. ein strukturelles Problem mit Bündelei und Rassismus haben. Da fangen die Probleme an, die zu ganz konkreten menschlichen Leiden führen, wenn man sich das Asylrecht und ähnliche Felder anguckt. Ich sage nicht, dass man darüber nicht reden soll, weil es andere Probleme gäbe. Man soll ruhig darüber reden. Ich tue es ja hiermit auch. Es ist für mich aber nur schwer zu akzeptieren, wie Rassismus hier täglich gesellschaftlich praktiziert wird und unverhältnismäßig viele Publikationen in der deutschen Presselandschaft sich unverhältnismäßig lange bei jemandem aufhalten, der die falschen Argumente benutzt und sich unbeholfen ausdrückt. Das ist auf jeden Fall keine Entschuldigung und ich hoffe, dass das nicht so verstanden wird, aber es macht einen Unterschied deutlich.

    Würde man in der Schule den Rassismus und die mangelnde Aufarbeitung mit der Nazizeit richtig analysieren und nicht nur sagen “die Nazis war’n böse”, hätte ich auch Hoffnung, dass die Menschen eines Tages wissen, wo Rassismus anfängt und welche Äußerungen rassistisch sind. Im Gegensatz dazu wird aber gelehrt, dass Nazis wie Filbinger brave Landesväter sind, Adenauer quasi der Vater der Demokratie, während er Globke und Gehlen integrierte und Eichmann deckte und dass die BRD der gute deutsche Staat nach dem Krieg war, der sich nichts hat zu schulden kommen lassen. Deshalb ist es ja auch in Ordnung, wenn die CDU/CSU geschlossen gegen die Rehabilitierung von Wehrmachtsdesserteuren stimmen.

    Augstein hat das Problem, dass die Nazizeit und Rassismus in seiner Schulzeit hauptsächlich verschwiegen wurden und der Gesellschaft keine awareness für so etwas beigebracht wurde. So kommt es, dass sich jemand, der kein Rassist ist, sich Argumenten bedient, die wiederum einige Merkmale von Rassismen erfüllen.

    Das Problem der mangelnden gesellschaftlichen Sensibilität geht auch noch wesentlich tiefer und nicht nur in Deutschland und ich könnte da stundenlang drüber reden.
    Aufgrund mangelnder Bildung und keinem Verständnis für Rassismus kann es auch passieren, dass ein in Berlin lebender Jude, von russisch-jüdischer Überfremdung spricht und die Ungebildetheit der “Ostjuden” bemängelt. Das sind im Grunde auch antisemitische und rassistische Äußerungen und darum bildet man dann teilweise das Konstrukt des selbsthassenden Juden, welches ursprünglich ein antisemitisches Klischee war. In Israel werden in rechten Tageszeitungen hin und wieder Juden Antisemiten genannt, wenn sie bekennende Antizionisten sind, obwohl die dort angesprochenen sich in dem Fall als die “besseren” Juden sehen, weil sie glauben, dass Gott es ihnen verboten hat, diesen Staat zu errichten. Das habe ich jetzt schon ein paar Male erlebt.

    Das heißt diese ganze Diskussion leidet erheblich darunter, dass die allermeisten Teilnehmer überhaupt keine Ahnung von Rassismus haben und keine Sensibilität, aber die allermeisten anscheinend sehr gute Motive. Das wiederum gibt mir Hoffnung. Denn wenn diese guten Motive auch noch mit der richtigen analytischen Fähigkeit von der Gesellschaft ausgestattet werden, werden wir alle Rassismen und Intoleranz vielleicht irgendwann mal überwinden.

  • Leon G. schreibt am 6. Januar 2013 um 16:28

    Ob die Post auf die Idee kommt, die Vorschriften anzupassen, um die offensichtlichen Verbesserungen auch bundesweit nicht nur zu ermöglichen, sondern auch durchzusetzen?

  • Christopher Sprelzner via Facebook schreibt am 6. Januar 2013 um 20:39

    das geilste ist, dass ausgerechnet die deutsche journaillie für sich in anspruch nimmt zu definieren, was antisemitismus ist und was nicht und diesen anspruch der jüdische n organisation swc verwehrt.

  • Emanon schreibt am 6. Januar 2013 um 20:54

    Mir ist noch eine kurze Phrase eingefallen, mit der ich meine Aussage zusammenfassen kann:

    Broder bedient sich verschiedener Rassismen, um eine rassistische Aussage zu treffen.
    Augstein hingeht hat sich in seinen Argumenten (unbewusst) einiger Rassismen bedient, um eine antirassistische Aussage treffen zu wollen.

  • JL schreibt am 7. Januar 2013 um 02:29

    Ich finde den Publikative-Artikel auch ein wenig unfair, gerade weil er dieses “gelesen werden kann” vorausschickt und einem dann einfach nur thematisch verwandte Zitate und Definitionsansätze hinwürfelt, ohne sich die Mühe zu machen, mal genau den Finger darauf zu legen, welche Formulierung denn nun wirklich eine Grenzübertretung darstellt und welche nicht, und wieso. In den Hirnen der meisten Leser, die der Materie wahrscheinlich schon genauso überdrüssig sind wie die Verfasser des Artikels es anscheinend waren, entsteht so nur ein diffus-assoziatives “ja, hat irgendwie schon miteinander zu tun”.

    Ich glaube, das Dilemma, bei dem man sich in der Diskussion zwangsläufig befindet, wird schön ersichtlich, wenn man sich einfach nur den ersten und den letzten Satz des Wikipedia-Artikels “Antisemitismus” (weitergeleitet auf “Judenfeindlichkeit”) ansieht: “Judenfeindlichkeit (…) bezeichnet eine pauschale Ablehnung der Juden und des Judentums.” Braucht man Augstein glaube ich nun wirklich nicht zu unterstellen. Aber: “Da 42 % aller Juden weltweit heute in Israel lebt, wird die Ablehnung Israels durch nichtjüdische Antizionisten oft als getarnter Antisemitismus beurteilt.”

    Ich finde es jedenfalls schon aussagekräftig, dass der Zentralrat der Juden offenbar nicht diesen Eindruck hat, und das obwohl Augstein ihn in seinem Artikel kritisierte. Und wo ich Augstein wirklich recht gebe, ist die Feststellung, dass es genug und unzweifelhaften Antisemitismus in Deutschland gibt, nachdem man nicht erst lange suchen muss, und vielleicht sollten wir unsere Anstrengungen darauf konzentrieren.

    Anyway, danke für den anderen Standpunkt. Hat mich überrascht.

  • Kunar schreibt am 13. Januar 2013 um 22:33

    Lustig: In dem R.E.M.-Video taucht eine Puppe in rotem Kleid auf. Offensichtlich angelehnt an das Originalvideo! Großartig, dieser Sinn fürs Detail.

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