Liebe 2.0 – Ewige Liebe gibt es nicht

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Liebe

„How grateful I was then to be part of the mystery, to love and to be loved.“

Bright Eyes – Let’s Not Shit Orselves

Wir leben in einer Gesellschaft, die die romantische Zweierbeziehung auf ein Podest hievt. Lieben heißt auch zurückgeliebt werden, dass lernen wir in der Popkultur. Und vor allem lernen wir: Für immer und ewig!

Der Psychologe Jonathan Haid nennt dies den „Liebes-Mythos“:

„True love is passionate love that never fades; if you are in true love, you should marry that person; if love ends, you should leave that person because it was not true love; and if you can find the right person, you will have true love forever. You might not believe this myth yourself, particularly if you are older than thirty; but many young people in Western nations are raised on it, and it acts as an ideal that they unconsciously carry with them even if they scoff at it… But if true love is defined as eternal passion, it is biologically impossible.“

Love 2.0Doch eigentlich müsste uns der eigene Freundeskreis, unsere und deren Familien doch schon längst stutzig gemacht haben. Die Psychologie-Professorin Barbara Lee Fredrickson veröffentlichte nun ihr Buch Love 2.0: How Our Supreme Emotion Affects Everything We Feel, Think, Do, and Become. Dort definiert sie nicht nur den Begriff der Liebe neu, sondern deckt auch ihre Mechanismen auf. Laut Fredrickson gibt es keine ewige Liebe, lediglich „Mikro-Momente positiver Resonanz“. Der Grundmechanismus des Entfachens von Liebe lässt sich dabei auf lediglich drei Faktoren reduzieren:

„Love is a momentary upwelling of three tightly interwoven events: first, a sharing of one or more positive emotions between you and another; second, a synchrony between your and the other person’s biochemistry and behaviors; and third, a reflected motive to invest in each other’s well-being that brings mutual care.“

Die Lösung?! Diese Mikro-Momente suchen, auskosten und umarmen. Die intime Liebe unterscheidet sich von diesen Mikro-Momenten lediglich durch zwei Faktoren: Zeit und die damit verbundene Häufigkeit!

„The clearest difference between the love you feel with intimates and the love you feel with anyone with whom you share a connection is its sheer frequency. Spending more total moments together increases your chances to feast on micro-moments of positivity resonance. These micro-moments change you.“

Wenn wir das verstehen und unsere unrealistischen Vorstellungen des Liebes-Mythos abstreifen können wir anders lieben. Glücklicher, erfüllender. Liebe könnte so einfach sein.

(via mefi)

    14 Kommentare:

  • Thien Stefan via Facebook schreibt am 14. Februar 2013 um 21:14

    Öhm, hab ich das richtig gelesen? Redet ihr etwa von dem was man eigentlich Männern vorwirft?

  • Kotzendes Einhorn via Facebook schreibt am 14. Februar 2013 um 21:16

    Juhu Rollenbilder o/ Du hast einen Preis gewonnen!

  • Thien Stefan via Facebook schreibt am 14. Februar 2013 um 21:28

    Ich sag mal was Böses! Nachdem was ich darüber weiß, sind Beziehung, Ehe, ect. ein gesellschaftlich beigebrachter Umweg zum eigentlichen Ziel, der Fortpflanzung! Es ist also nicht natürlich in einer Bindung zu leben, sondern beigebracht! (enthalte mich meiner Stimme)

  • Emanon schreibt am 14. Februar 2013 um 22:28

    Ich hab’s glaub ich schon ein paar Mal empfohlen, kann es aber nicht oft genug tun: Liebe – Ein unordentliches Gefühl, von Richard David Precht.

    Da wird Liebe wirklich von allen möglichen Standpunkten auf einer Metaebene beleuchtet, mit Gender-Rollen aufgeräumt und es ist wunderbar geschrieben.

    Die zitierten Aussagen aus Love 2.0 werden da übrigens auch schon mit einbezogen.

  • Thien Stefan via Facebook schreibt am 14. Februar 2013 um 22:42

    Labert mal n bischen gegen an (und nich bloß Zynismus, ich will Meinungen) ich will diskutieren! Bin aber wahrscheinlich erst nächsten Donnerstag wieder on, bis dahin will ich den Laden hier voll sehen!

  • Ihre Lieblichkeit Mitsouko LeDix via Facebook schreibt am 14. Februar 2013 um 22:52

    pfft….alles Indoktrination, Blödsinn, Gruppenzwang … wer Beziehungslos leben möchte, empfehle ich „Mariela Sartorius – Die hohe Schule der Einsamkeit“ -großartiges Buch ;-)

  • Yvonne Steffen via Facebook schreibt am 15. Februar 2013 um 00:44

    “Mikro-Momente positiver Resonanz”, bevor ich den Text gelesen habe hätte ich getippt es handelt sich um Gefällt mir-Klicks..

  • Yvonne Steffen via Facebook schreibt am 15. Februar 2013 um 00:47

    das klingt mir trotz Ü30 sein etwas zu mathematisch, vielleicht lieber nochmal den Rösinger-Artikel vom letzten Jahr hervorkramen:

  • Yvonne Steffen via Facebook schreibt am 15. Februar 2013 um 00:48

    http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/valentinstag-terror-ich-bin-gerne-single-a-814999.html

  • Lichterkarussell | Hugo Kaufmann schreibt am 15. Februar 2013 um 08:41

    Ui! Feld-, Wald- und Wiesenphilosoph Richard David Precht. Wieviele war er nochmal und wer gleich? Sei es drum.

    Ewige Liebe hin, ewige Liebe her. Unwichtig. Wichtig ist: Gibt es ewigen Hass? Ewige Verachtung? Oder ist das gegenteilige Gefühl zur Liebe auch bloß ein „Mikro-Moment negativer Resonanz“?!

  • Patricia Dudeck via Facebook schreibt am 17. Februar 2013 um 17:51

    Ewige Einhörner gibt es aber offenbar auch nicht: https://www.facebook.com/photo.php?fbid=354384721341835&set=a.345753945538246.80487.345751105538530&type=1&theater

  • Patricia Dudeck via Facebook schreibt am 17. Februar 2013 um 17:52

    Aber wenigstens steht drauf, was drin ist. Falls die nicht doch Rindfleisch druntergemischt haben …

  • seb.dei schreibt am 29. August 2015 um 02:19

    Das soll also auf deutsch heissen,wild umher und durcheinander.hauptsache spass und wenn der spass nachlässt,ziehe ich weiter?
    ganz schön bequeme auslegung.bzw .sehr oberflächliche betrachtung der eigenschaft von liebe.sonderbar.

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