Was sind Nerds? – Aus dem Buch „Grundlagen der Polizeipsychologie“

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Ach herrlich. Im Buch Grundlagen der Polizeipsychologie: Grundlagen, Fallbeispiele, Handlungshinweise werden Schubladen aufgemacht. Alles an seinen Platz. Profiling für den Küchentisch sozusagen. Oder wie es bei amazon heißt:

„Geiselnahmen und Entführungen, größere Menschenansammlungen bei Demonstrationen oder in Fußballstadien, Vernehmunssituationen, aber auch der unmittelbare Kontakt mit dem Bürger sind Themen, die im Brennpunkt polizeipsychologischer Arbeit stehen. Dieser Band liefert eine zusammenfassende Darstellung dieser Themen. Psychologisches Wissen wird durch Fallbeispiele so aufbereitet, daß es auch für Nichtpsychologen verständlich ist. Ferner werden zu den einzelnen Bereichen Handlungshinweise dargestellt und begründet, die für die polizeipsychologische Praxis von Bedeutung sind.“

Und wie schon der republikanische US-Truther Alex Jones feststellte: Nerds werden zunehmend zu einer Gefahr. Also dürfen sie auch in dem Werk von 2003 nicht fehlen. Aber was sind Nerds? So steht es im Buch:

Nerds mit Hilfe der Polizeipsychologie erklärt

„Nerds sind ebenfalls männlich. Sie sind allerdings deutlich älter, meist über 20 Jahre alt. Sie präsentieren sich als introvertierte Datenmenschen, die außer der Informatik keine Interessen haben. Sie sind oft sozial isoliert und zeigen beinahe autistische Züge. Daneben sind Idealismus und Narzissmus typisch für sie. Ihre Motive sind ähnlich denen der jugendlichen Hacker. Sie wollen Schwachstellen aufzeigen. Wichtigstes Ziel ist dabei allerdings die Selbstbestätigung, weniger die Wirkung auf andere. Sie unterscheiden sich auch in typischen Merkmalen von Crackern und Crashern. Nerds weisen oft eine geringe Frustrationstoleranz auf und haben einen unsystematischen, wenig effektiven Arbeitsstil. Dafür sind sie oft ausgeprägt abergläubisch. Viele glauben, dass Computer schon bald dem Menschen überlegen sein wird (vgl. Noller, 1992).“

Jeden Tag fühle ich mich ein wenig bedrohlicher. Und das mit dem Narzissmus trifft auf mich auch voll zu, solange wir nicht von der Persönlichkeitsstörung nach dem ICD sprechen. Und genau das wird vermutlich gemeint sein in einem Buch der Küchen-, verzeih, Polizeipsychologie.

(via floyd)

    18 Kommentare:

  • Kopp Alexander via Facebook schreibt am 21. März 2013 um 10:14

    Hauptsache Schublade….

  • Andreas Goldi Goldkuhle via Facebook schreibt am 21. März 2013 um 10:29

    …geringe Frustrationstoleranz?.. GERINGE FRUSTRATIONSTOLERANZ??!!
    CLEANIGWOMAN!! ;)

  • Natascha Wiedenfeld via Facebook schreibt am 21. März 2013 um 11:19

    Alle Frauen sind schon mal komplett ausgeschlossen. :D

  • Dirk schreibt am 21. März 2013 um 11:22

    Pff. Abergläubig. Bin ich kein bisschen. Wir Steinböcke sind sowas nicht.

  • Alex schreibt am 21. März 2013 um 11:34

    Was wohl in den „Grundlagen zur Nerdpsychologie“ über die Polizei steht…

  • ma_il schreibt am 21. März 2013 um 12:28

    Ha, grosser Spass :D
    Leider ein bisserl teuer fuer einen Gag, aber jetzt wuerd‘ mich ja schon interessieren, was unter den referenzierten Begriffen „Hacker, jugendlich“, „Cracker“ und „Crasher“ in diesem Buch zu finden ist.

    Und natuerlich wird der Computer nie dem Menschen ueberlegen sein. Wer das glaubt ist ein sozial isolierter, introvertierter, chaotischer Typ mit Hang zum Narzissmus. Oder so aehnlich.

  • Boundary schreibt am 21. März 2013 um 12:46

    Mich würde ja persönlich interessieren was da drin noch zu anderen Grüppchen steht.
    Zum Bleistift zu Gothics/Grufties (im Gegensatz zur Wahrnehmung eine äußerst friedliche Subkultur) oder zum Umgang mit psychisch kranken verschiedener Couleur (unter dem Hintergrund der ganzen psychisch kranken, die abgeholt werden sollen und regelmäßig von der Polizei erschossen werden).

  • Goldi schreibt am 21. März 2013 um 13:19

    ganz stark! :D

  • Siegfried schreibt am 21. März 2013 um 13:32

    Hmmm, ich habe auch noch andere Interessen. Muss ich jetzt aufgrund des Verlustes meines Nerd-Images um meinen Arbeitsplatz fürchten? Wenn ja, kann ich dann von dem Verfasser Schadensersatz bekommen?

  • marcel schreibt am 21. März 2013 um 15:34

    #SNAFU. „vgl. Noller 1992“, falls BTX-Gerät zur Hand.

  • Matthias schreibt am 21. März 2013 um 17:36

    „Noller 1992“ = „Peter Noller/Gerd Paul, Jugendliche Computerfans. Selbstbilder und Lebensentwürfe, Frankfurt/Main, New York 1991“. Falls da mal jemand rein schauen möchte… Zumindest das Inhaltsverzeichnis ist online verfügbar: http://www.gbv.de/dms/hbz/toc/ht003661493.pdf

  • dermehler schreibt am 21. März 2013 um 18:01

    Ich glaube nicht das der Computer dem Menschen überlegen ist – ich weiss es!!! Ok HAL kannnst den Sauerstoff wieder anschliessen…pfff

  • Judettha Tristano via Facebook schreibt am 21. März 2013 um 23:16

    Und das mit dem Narzissmus trifft auf mich auch voll zu

  • GroßeTüte schreibt am 22. März 2013 um 00:34

    „Viele glauben, dass Computer schon bald dem Menschen überlegen sein wird“.

    Eine Tüte Deutsch für den Author bitte.

  • Markus Gra via Facebook schreibt am 22. März 2013 um 06:12

    Das Buch ist Zehn Jahre alt, die Quelle über 20. Die deutsche Polizei – immer vorn dabei :-)

  • Mathias Helminger via Facebook schreibt am 22. März 2013 um 11:50

    loool :D

  • Blaubierhund schreibt am 22. März 2013 um 15:23

    was steht denn da zu Hipstern drin?

  • dermehler schreibt am 23. März 2013 um 17:18

    Hipster sind Hüftholster!

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