Sick Sad World: Angela Merkel und die „Homo-Heiler“

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Sick Sad World

Es ist schon eine Krux mit den christlichen Werten die nicht abgelegt werden wollen. Schließlich ist das der Wegweiser für die CDU, nein für ganz Deutschland. So sagte Merkel auf dem CDU Parteitag 2010:

Wir schöpfen „die Kraft aus dem gemeinsam Kompass, der uns auch in unwegsamem Gelände immer auf dem richtigen Pfad hält. Dieser Kompass ist das C in unserem Namen. Die ethischen Grundlagen des Christentums sind die Leitlinien unserer Politik. Uns trägt der Glaube. Er gibt uns Kraft. Ich sage es ganz persönlich: Er gibt mir Kraft.“

Da muss eine Kanzlerin beim Wählerfang (und auch abseits davon) natürlich ihr Augenmerk besonderes auf Christen lenken. Grußworte für die evangelische Allianz, den Gnadauer Gemeinschaftsverband oder am 12. Juli zusammen mit Parteikollegen Volker Kauder zu Gast bei der Eröffnung des Landesjugendtreffens des „pietistischen Evangelischen Gemeinschaftsverbandes ‚die Apis'“. Nur was haben diese Verbände gemein?

Yep, sie glauben alle an die „Homo-Heilung“, halten Homosexualität also für eine Krankheit. Gleichstellung wird natürlich auch kritisch beäugt und der Christopher Street Day als eine Parade, die die „Grenzen der Geschmacklosigkeit“ überschreitet, beschrieben. Wisst Ihr wie ich das nenne? Homophobie!

Der Opposition ist die Unterstützung der CDU ein Dorn im Auge und die Grünen fordern aktuell „Therapien“ zu verbieten, in denen Jugendliche von ihrer Homosexualität „geheilt“ werden sollen. Von ihren Besuchen bei den Vereinigungen hielt das Merkel bisher nicht ab. Aber Homophobie gehört eben zur selbsternannten Mitte.

Traurige, kranke Welt.

    5 Kommentare:

  • Emanon schreibt am 25. April 2013 um 13:57

    Willst du noch ein bisschen mehr kotzen?

    Der CSD hatte die CDU doch letztens genau wegen diesen Dingen ausgeschlossen, und verurteilte die Haltung der Partei zu Recht als undemokratisch und verfassungswidrig.

    Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Berliner CDU meinte jetzt, dass ein Ausschluss der CDU aber gegen den Toleranzgedanken des Umzugs verstoßen würde…(bwahaha)…nun wollen sie wieder reden.

    http://www.morgenpost.de/berlin-aktuell/article115593274/seo.html

    Ich hör auch das erste mal vom LSU, das ist ja offenkundig ein Feigenblatt, das man da vorhält, um drauf zeigen zu können. Und die Lesben und Schwulen, die sich da organisieren, biedern sich der intoleranten Mehrheit an…die „Onkel aus Tom’s Bar“ sozusagen.

  • Boundary schreibt am 25. April 2013 um 16:49

    Wie ich dir schon twitterte, es wird besonders interessant wenn dann die Protokolle mit den Argumentationen vorhanden sind.

    Dann wird sich auch entscheiden ob die Kritik am Ausschluss der CDU vom Berliner CSD überhaupt noch aufrecht erhalten werden kann.

    Ich bin btw. diesbezüglich eh schon länger am überlegen ob man passend zur Bundestagswahl nicht ‚fake‘-Wahlplakate gerade wegen solchen Sachen raus bringen sollte.
    „Homosexualität – Nein Danke!“ mit Bild von Merkel und CDU-Logo „Denn ich unterstütze Homoheiler“.
    Erika Steinbach und noch viele andere Konsorten wie Ansgar ‚das Internet wird sich niemals durchsetzen‘ Heveling sind da auch passende Kandidaten.
    Wenn ich nur nicht schlichtweg 0 Erfahrung mit dem Design solcher Dinge hätte.

  • Boundary schreibt am 26. April 2013 um 09:24

    So, das Protokoll ist raus. Volker beck brauche ich wohl nicht zu erwähnen, da die Haltung der Grünen da hinlänglich bekannt ist.

    Ansgar Heveling (CDU) sieht keinen Handlungsbedarf und verweist darauf, dass es zb. Familienrechtlich und Strafrechtlich (Körperverletzung) schon genug Handhabe gäbe und dies daher in jedem Fall einzelln geprüft werden müsse. //- dumm nur, dass das alles nicht greift und Körperverletzung im strafrechtlichen Sinne als Folge einer Therapie juristisch kaum belegbar ist.

    Zitat: „Es besteht keine Schutzlücke, die zu schließen ist“
    ——-
    Sonja Steffen (SPD): Ist grundsätzlich dafür und erwähnt zusätzlich wie wichtig präventive und unterstützende Programme sind. //- Erinnert mich an die kleine Anfrage in der die Regierung sagte, dass schwule Jugendliche zur Beratung doch zur Schwangerschaftsberatung gehen sollten.

    Zitat: „Es ist auch die Aufgabe der Politik, die Voraussetzungen dafür [gesunde Entwicklung der Kinder] zu schaffen. Wenn ein Verbot von gefährlichen und dubiosen Therapieangeboten dafür einen
    Beitrag leisten kann, sollten wir das auch eingehend
    prüfen und in die Wege leiten.“
    ———–
    Jörg van Essen (FDP): Er betrachtet Konversionstherapien auch mit Sorge, will diesen aber nur durch Aufklärung entgegen treten. Und vor allem: er sieht mit dem Antrag die Religionsfreiheit gefährdet.

    Zitat: „Interessanterweise wird das Grundrecht der
    Religionsfreiheit und damit auch einer religiös motivierten kritischen Betrachtung von gleichgeschlechtlichen Handlungen und Beziehungen im Antrag nicht zitiert.“
    ———–
    Dr.Barbara Höll (Die Linke): Resümiert erst etwas über die Hintergründe des Antrags. Erwähnt dann die Scheinheiligkeit der Bundesregierung, da die Bundeskanzlerin solche Ex-Gay-Bewegungen unterstützt. Dennoch ist sie skeptisch über den Antrag und Argumentiert ähnlich zu Ansgar, dass mit bestehendem Recht (bringt Gewerberecht und Strafrecht ins Spiel) dem womöglich schon bei zu kommen wäre.
    Aber: sie fordert, dass zu prüfen ist ob bestehendes Recht wirklich Anwendung findet. Falls nicht könne man über eine Verschärfung des Strafrechts nachdenken.

    Zitat und passender Schlussatz: „Anlässlich der Streichung von Homosexualität aus dem Krankheitskatalog der WHO wird seit dem Jahr 2005 der Internationale Tag gegen Homophobie am 17. Mai begangen. Ich wünsche mir, dass Frau Dr. Merkel an diesem Tag lesbische und schwule Gruppen besucht und damit ein deutliches Zeichen gegen Homophobie in dieser Gesellschaft setzt, statt sich gegen die verfassungsrechtlich gebotene Gleichbehandlung der eingetragenen Lebenspartnerschaft zu stellen und „Homoheiler“ zu besuchen.“

  • Emanon schreibt am 26. April 2013 um 11:50

    @Boundary

    Zum juristischen Teil:

    Ich würde mich auch freuen, wenn diese Therapien sofort verschwinden, aber man muss da ganz genau gucken, was man da verbieten will. Eine religiöse Therapie, die geltendes Recht momentan nicht verletzt, greift in die kindliche Entwicklung etwa so ein, wie strenge religiöse Erziehung zum Zeugen Jehovas oder Entscheidung der Eltern das Kind nach der 8ten von der Schule zu nehmen, Boxer werden zu lassen und verantwortlich für millionen fehlender Nervenzellen zu sein. Oder lass die Eltern das Kind pausenlos mit Fastfood ernähren, sodass es fettsüchtig wird, an Diabetes erkrankt und mit 50 stirbt.

    Ich gebe zu, dass die Vergleiche komisch sind, aber man sieht daran, dass es eine Vielzahl Entwicklungseingriffe der Eltern (Trainer, Priester etc.) gibt, bei denen sich dir und mir alles umdreht. Bei der Ernährung würde man wahrscheinlich auch darauf kommen, dass das hundertmal mehr Kindern schadet, als beschissene religiöse Erziehung (deren Teil die Therapie ja ist). Dennoch greifen wir da aus gutem Grund nicht gesetzlich ein. Vielmehr müsste man in all diesen Fällen politisch aktiv (!) für Aufklärung sorgen. Dass das nicht passiert, hängt mit der gesamten unaufgeklärten politischen Situation in Deutschland zusammen. Das ist exakt das gleiche Muster, das auch zu unseren Problemen der Wirtschaft, des Rassismus und der Emanzipation führt.

    Und um den Tag mal zu retten: Man muss sich auch gewahr werden, dass unsere Gesellschaft dem Staat und den Kirchen die Gleichstellung aller Ausrichtungen und Geschlechter immer weiter, wenn auch mühevoll, abringt. Vor nichtmal 20 Jahren gab es den § 175 StGB und ich wette, die Zahlen der Therapien sind auch rückläufig. Wir kriegen das schon hin, wenn wir es öffentlich öfter mal besprechen, durch politische Organe dafür kämpfen und hin und wieder Paraden veranstalten. Letztendlich können wir einen unaufhaltsamen Prozess beobachten, den die verschwindenden Homo-Heiler nicht aufhalten können. Und wenn Merkel sich mit denen verbrüdert und Leute wie Daniel da den Finger in die Wunde legen, schaufelt die sich schon ihr Grab.

    Konsequenz ist also Leute abwählen und gesellschaftlich Zeichen setzen. Mit juristischen Verboten und Geboten bewirkt man nachweislich äußerst wenig.

  • Max schreibt am 26. April 2013 um 22:14

    Tja es mangelt ganz einfach anToleranz für Homoheilern würde glaube ich Bushido jetzt sagen.

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