Abmahnen will auch gelernt sein…

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Take the money and run!

Erinnert ihr Euch noch an die HGM?! Das war eine Bildagentur, die Ende letzten Jahres allerlei Abmahnungen verschickte. Gegenüber dem Spiegel sagte deren Geschäftsfhrer Hans-Gerd Michel, dass er nicht wisse wie viele Abmahnungen sie verschickt hätten.

Zwei Fälle gingen mittlerweile vor Gericht, weil die Abgemahnten nicht zahlen wollten. Beide Male ging es um das selbe Bild. Einen Schlangenkuchen. Und siehe da, die HGM konnte die Rechtekette nicht nachweisen. Die Geeksisters über ihren Fall:

„Das Landgericht hatte bereits bemängelt, dass HGM es nicht geschafft hat, schlüssig zu beweisen, wer wann genau welche Rechte an dem Bild hatte. Die Problematik ist nämlich, dass man eine sogenannte Aktivlegitimation braucht, um jemanden abmahnen zu können und die hat man nur, wenn man ein exklusives Recht an den Bildern übertragen bekommen hat. Der Richter sah die Darlegung der Rechtekette genauso wie das Landgericht als problematisch an und zusätzlich meinte er, dass wir ja vorgetragen hätten, dass Spiegel Online geschrieben hatte, dass sie das gleiche Bild von HGM für 25 EUR angeboten bekommen haben. Da HGM das nicht bestritten hat, sah der Richter keine Veranlassung, mehr als 50 EUR Lizenzkosten zu berechnen (ursprünglich hatte HGM ca. 800 EUR gefordert). Außerdem fand er es problematisch, dass die Fotografin das Bild bei Facebook gepostet hat, nachdem sie (angeblich) die Rechte abgegeben hatte. Damit hätte sie sich Schadensersatzpflichtig gemacht und dies legt ja zumindest nahe, dass irgendwas mit der Rechtekette nicht so ganz hinkommt.“

Bemerkenswert ist dabei, dass im Fall vorher die HGM es ebenfalls nicht schaffte die Rechtekette ausreichend nachzuweisen. Vielmehr noch: Bereits bei dem Tamtam Ende letzten Jahres fragte Rechtsanwalt Jacob Metzler bei der Kanzlei activeLaw, die die hgm-press Michel OHG vertritt, nach ob überhaupt eine Aktivlegitmation vorläge. Schon damals war das der Kanzlei nicht bekannt. Da waren sie sogar vorgewarnt, holla. Mehr zu der HGM findest Du hier. Letzten Endes heißt das für die Zukunft allerdings nur, dass sich Bildagenturen wahrscheinlich stärker dahingehend absichern dürften. Mit solch einem großen Anlauf gegen die Wand zu rennen wird wohl eher nicht vorkommen.

    Ein Kommentar:

  • lordmat schreibt am 23. Mai 2013 um 16:04

    Ich vermute ja, HGM hat das nicht in Ihrem Backend welches extra für die Kanzlei angelegt ist, gespeichert und es deswegen vergessen. krkr.

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