Zum internationalen Tag gegen Homo-, Bi- und Trans*phobie

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Homophobia

Seit 2005 wird auf Initiative des Franzosen Louis-George Tin am 17. Mai der International Day Against Homophobia (IDAHO) gefeiert. Grund für das Datum ist der 17. Mai 1990. Damals hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Homosexualität offiziell aus ihrem Krankheitsregister gestrichen. Transsexualität hingegen gilt laut der Internationalen Klassifizierung von Krankheiten der WHO immernoch als psychische Krankheit.

Ich bin mit meinem Post ein wenig spät drann und so sind viele Veranstaltungen heute leider schon gelaufen. So z.B. die Berliner Demo gegen die Streichungen bei FrauenLesbenTrans*-Projekten, die bereits um 11 Uhr startete. Auch wenn die Unterschriften gegen die Kürzungsvorhaben heute übergeben werden, unterschreiben kannst Du immernoch! Also los!

Auch ans Herz legen möchte ich Euch das Interview mit Jan Strauss von der AIDS-Hilfe Münster e. V. bei Kleinerdrei. Das Interview erklärt deren Twitter-Aktion #prohomo und zeigt warum ein solcher Aktionstag wichtig ist. So Jan Strauss zu den häufigen Aussprüchen, dass es „den Lesben und Schwulen dieses Landes geht es mittlerweile viel besser als vor einigen Jahrzehnten oder noch gegenwärtig in anderen Ländern“ ginge (siehe u.a. Focus oder auch Franz Josef Wagner in der BILD):

„Das eine Verbesserung der Zustände in den letzten Jahren weitere Bemühungen und Forderungen nach Gleichberechtigung ausschließt, ist natürlich ein Argument, welches unhaltbar ist. Solange nicht die komplette Gleichberechtigung erreicht und Homophobie immer noch existent ist, bleibt es eine gesellschaftliche Aufgabe, weiter an der Verbesserung der Umstände zu arbeiten. Laut einer Untersuchung von Wilhelm Heitmeyer sind homophobe Einstellungen bei einem Drittel der Bevölkerung verbreitet […], auch andere Studien, zum Beispiel über die Verbreitung von Homophobie unter Schüler*innen, gehen von einem hohem Grad der Verbreitung aus [..]. Diese große Unterstützung für homophobe Ressentiments ist erschreckend und zeigt uns wie viel Aufklärung und emanzipatorische Arbeit noch notwendig ist.“

Dennoch bleibt die #prohomo Aktion nicht ohne Kritik, wie Du hier auf Twitter verfolgen kannst. Auch möchte ich nochmals erwähnen, dass Kanzlerin Merkel sich immer wieder für Leute vor den Karren spannen lässt, die Homosexualität weiterhin als Krankheit betrachten. Vielleicht sollten wir diesen Tag nutzen und den Regierungssprecher auf Twitter fragen, wieso sie das tut.

Weitere Infos und Veranstaltungen zum IDAHO Day findest Du hier:

Rainbowflashs zum diesjährigen IDAHO Day bei L-Mag
Auf zum Internationalen Tag gegen Homophobie! bei queer.de
Gewaltvolle Ausschreitungen in Georgien. Achtung! Triggerwarnung wegen der Gewalt in den Bildern.
Being LGBT in Europe Infografik
Fight the Homophobia Web Virus

(Foto, CC BY 2.0 , by SarahDeer)

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