Der Bechdel Test visualisiert

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Ihr kennt den Bechdel-Test. Ein einfaches Mittel um die Darstellung von Frauen in Filmen knapp zu analysieren. Der Test basiert auf einem Comic von Alison Bechdel. Die ursprüngliche Idee ist allerdings von ihrer Freundin Liz Wallace, weshalb der Test selten auch Bechdel/Wallace-Test genannt wird. Um den Test zu bestehen müssen folgende Bedingungen erfüllt werden:

1. Spielen in dem film mindestens zwei Frauen mit?
2. Sprechen diese Frauen miteinander?
3. Sprechen sie über etwas anderes als Männer?

Der Test hat seine Grenzen. Natürlich können Filme diesen Test bestehen und dennoch weiterhin sexistische Elemente beinhalten. Das trifft besonders oft auf romantische Komödien zu, die aus der Frauenperspektive erzählt werden. Ob ein Film eine feministische Perspektive einnimmt kann der Test nicht sagen. Sarah Wilson dazu:

„Although the test is not perfect, it can still help to determine whether women will be properly represented in a film. The test simply indicates whether there is adequate female presence within the film. Obviously, if you only watch films that pass the Bechdel Test, you would be missing out on many excellent films, but the test calls attention to a serious problem within film.“

Daniel Mariani hat auf Basis der Daten von bechdeltest.com diverse Graphen erstellt. Am interessantesten fand ich diesen hier. Grau sind die Filme, die am Bechdel Test scheitern und Blau die, die ihn schaffen. Wer hätte gedacht das Horror-Filme so gut abschneiden?!

Bechdel Test in Filmgenres

Viele weitere Visualisierungen findest Du auf seinem Blog. So erfährst Du dort z.B., dass Pedro Almodóvar es in all seinen 9 besprochenen Filmen die Bedingungen des Tests zu erfüllen. Buster Keaton dagegen niemals.

(via mefi)

    3 Kommentare:

  • Falk schreibt am 12. Juli 2013 um 22:20

    Nach dieser Grafik gibt es also mehr Kategorien, deren Filme den Bechdel-Test bestehen (14), als Kategorien, deren Filme ihn mehrheitlich nicht bestehen (9).

    Das entspricht aber nicht meiner Wahrnehmung.

    Aber dann ist ja alles gut.

  • Daniel Decker
    Daniel schreibt am 13. Juli 2013 um 10:25

    @Falk Du vergisst die Datenbasis dabei!

  • Ben schreibt am 16. Juli 2013 um 19:26

    Das Eingangskriterium, dass mindestens 2 Frauen mitspielen müssen, ist für sich schon ein Kill-Kriterium. Darüber irgend eine qualitative Bewertung vornehmen zu wollen, ist gelinde gesagt schwierig und macht diesen „Test“ sehr fragwürdig. Es gibt nunmal Genres, in denen Frauen unrepräsentiert sind, und das liegt nicht an chauvi-/antifeministischen Motivationen, sondern schlichtweg an der Thematik. Nicht überall sind Frauen nunmal als Figuren relevant. Dass dies von der Begründerin des Tests sehr wohl erkannt wurde ist mir klar, aber diejenigen, die es jetzt als Instrument verwenden, um die Feminismus-Keule zu schwingen und darauf hin eine Latte an Filmen aufzeigen, die den Test nicht bestehen ist doch recht platt und vordergründig.

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