Enough is Enough!

Sport und Politik – Proteste gegen die Diskriminierung von Homosexuellen in Russland

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Enough is Enough!

Die Leichtathletik-WM in Moskau kann als Generalprobe für die Winterolympiade in Sotschi 2014 verstanden werden. Sportler*Innen aus aller Welt nutzten die Präsenz um Stellung gegen die Anti-Homosexuellen-Gesetze in Russland zu beziehen. Zumindest wenn die Sportverbände ebenfalls so mutig wären.
Emma Green Tregaro lackierte ihre Nägel in Regenbogenfarben. „Um zu zeigen, wofür ich stehe“, als „kleine Geste“, die „hoffentlich einige Gedanken wecken kann“.

Der IAAF war not amused und Emma Green Tregaro musste die Farben für das Finale entfernen. Sie würde damit den Verhaltenskodex des Verbandes verletzen. Während des Wettkampfes werbliche oder politische Aussagen zu machen ist nicht erlaubt. Bei einem Verstoß droht die Disqualifikation. Auch 800-Meter-Läufer Nick Symmonds nutzte seine Silbermedaille um Stellung zu beziehen. Er widmete sie seinen schwulen und lesbischen Freunden.
Und bei der Siegerehrung für die 4×400-m-Staffel im Luschniki-Stadion küssten sich die Russinen Tatjana Firowa und Xenija Ryschowa auf den Mund um ein Zeichen zu setzen. Für alle Sportler*Innen könnten die Aktionen nicht folgenlos sein. Bis zu 25.000 Euro Strafe sind bei Verstoß gegen das Gesetz gegen „Homosexuelle Propaganda“, welches auch Trans- und Intersexuelle betrifft, möglich. Ausländern droht Abschiebung oder Arrest.

In Angesicht der aktuellen Ereignisse meldet sich auch der IOC in Hinsicht auf die nahende Winterolympaide in Russland zu Wort. Sie wollen Sportler*Innen ausschließen, die die Winterolympiade nutzen um Solidarität zu zeigen und für die Rechte Homosexueller demonstrieren. Natürlich nicht als Sanktion, sondern um die Sportler*Innen (vor sich selbst) zu schützen. Gleichzeitig wolle das IOC daran arbeiten, dass die Spiele für alle offen sind, unabhängig von Herkunft, Geschlecht und sexueller Orientierung. Nunja…

Im Gegensatz zur Ansage des IOCs steht eine Petition an den Deutschen Olympischen Sportbund. Vertreter*Innen der deutschen Olympiadelegation könnten als Zeichen der Solidarität bei sämtlichen öffentlichen Veranstaltungen außerhalb der Wettkämpfe mit Regenbogen-Pins auftreten. Noch deutlicher soll eine Demonstration am 31.8. in Berlin zeigen, was von dem Vorgehen der russischen Regierung zu halten ist:

„Putin verspricht sich von den Olympischen Winterspielen positive Aufmerksamkeit, Respekt der ganzen Welt und vor allem weitere sprudelnde Einnahmequellen. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) soll vor kurzem die scheinheilige Zusicherung bekommen, dass während der Olympischen Winterspiele 2014 das o.g. Gesetz für die teilnehmenden Olympioniken außer Kraft gesetzt wird. Das IOC scheint sich damit zufrieden zu geben.

Wir finden diese Haltung nicht akzeptabel und schockierend, denn spätestens dann, wenn keine internationalen TV-Kameras auf die Region gerichtet sind, werden Homo-, Trans- und Intersexuelle in Russland weiterhin diskriminiert, verfolgt und eingesperrt.

Deshalb haben wir uns entschieden, den Mund aufzumachen. Wir sagen: Unterstützt uns, die diskriminierende Gesetzgebung gegen Homo-, Trans- und Intersexuelle in Russland abzuschaffen!“

Mehr Infos zur Veranstaltung findest Du hier.

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