9 Kommentare

Wahl-O-Maten Overkill

Von Daniel • 02.09.2013

screenshotparteienavi

Zu Hülfe, zu Hülfe, die Wahl-O-Maten sind los. Ich gebe es ja zu, auch ich nutze die Dinger. Meist um einen Realitycheck durchzuführen – FYI Einhörner werden uns nur von Die Partei versprochen. Aber so wirklich brauchbar ist das ja nicht, aber Du kannst allerlei Spaß mit den Teilen haben. So hat Nadia rausgefunden, dass Unentschlossene CDU wählen würden. Gretus von SEO-United hat (Überraschung!) festgestellt, dass wenn er egoistisch und „unmoralisch“ die Thesen beurteilt auch bei CDU/CSU landet.

Gut, Nadia und Gretus haben dafür zwei verschiedene Wahl-O-Maten benutzt. Ich mag aber das Bild der egoistischen aber dennoch unentschlossenen Wählerschaft. Natürlich kann so ein Wahl-O-Mat eigentlich gar nicht weiterhelfen. Ein paar Thesen, ein paar Positionen, fertisch. Oder wie Julian es schreibt:

„Der Wahl-O-Mat taugt nur halb für politische Bildung: Zu den Fragen gibt es keinerlei politische Erklärung. Kein ‚Wie ist das gemeint?‘ – Selbst in Wahlprogrammen der einzelnen Parteien gibt es für jede der hier aufgestellten Thesen eine, oft hanhnebüchene aber immerhin vorhandene, Begründung. Eins fragt sich, was denn die Begründung dafür sein könnte, Nebeneinkünfte auf einen Euro genau offenlegen zu müssen oder den Strompreis stärker zu regulieren. […]

Der Wahl-O-Mat ist in seiner Fragestellung intransparent. Manche Fragen werden so gestellt, dass sie durchaus für Mißverständnisse sorgen können. Oder aber sie lassen ein derart großes ‚Ja, Aber‘ offen, dass eins nicht sinnvoll antworten kann.“

Und dennoch, ihr lechzt danach. Hier sind die Wahl-O-Maten. Besonders hervorheben mag ich den vom Spiegel. Die haben sich die Mühe gemacht die Kandidaten Deines Wahlkreises direkt zu befrgagen und somit einen Unique Selling Point im Fleißheftchen verdient.

SZ-Wahlomat

Der Kandidatencheck beim Spiegel

Der Wahl-O-Mat der Bundeszentrale für politische Bildung

Das ParteieNavi

Nicht zu vergessen:

Der National-O-Mat für rechte Wähler



Ein Trackback »

    8 Kommentare »

  • Simon schreibt am 2. September 2013 um 11:29

    Zumindest was das anschauliche Ergebnis angeht, kann ich den Bundeswahlkompass der Uni Bamberg empfehlen: http://www.bundeswahlkompass.de/

    Die politische Einordnung erfolgt hier zweidimensional anhand der Achsen „sozial konservativ/progressiv“ und „wirtschaftlich links/rechts“.

    So sieht man dann auch, welche Parteien einem politisch nah stehen und welche garnicht gehen.

  • Fabian schreibt am 2. September 2013 um 11:33

    Hallo, nur ein kleiner Hinweis: Der „Spiegel-Wahlomat“ ist ein Angebot von abgeordnetenwatch.de. Ende der Durchsage! ;-)

  • AnnaBerg schreibt am 2. September 2013 um 14:09

    Ich finde den Wahl-O-Mat und seine Ableger etwas bedenklich, da nur ein kleiner Ausschnitt des Wahlprogramms zu sehen ist und meine die einzelnen Punkte nicht gewichten kann. Nicht jeder einzelne Punkt hat für mich als Wähler die gleiche Wichtigkeit.

  • Gretus schreibt am 2. September 2013 um 14:26

    Hallo Daniel,

    Gretus von SEO-United hat (Überraschung!) fesgestellt, dass wenn er egoistisch und “unmoralisch” die Thesen beurteilt auch bei CDU/CSU landet.

    Festgestellt hab ich das, nicht fesgestellt ;-)

    Grüße

    Gretus

  • Max schreibt am 2. September 2013 um 16:56

    Ein Defiziit der Dinger ist ja auch, dass gar nicht die Ratschläge „nicht wählen“, „ungültig wählen“ oder „eigene Partei gründen“ am Ende rauskommen können. Dabei sind das ja auch mögliche Optionen in der deutschen Demokratie.

  • Daniel Decker
    Daniel schreibt am 2. September 2013 um 17:16

    @Gretus Danke, korrigiert.

  • Josef schreibt am 2. September 2013 um 21:29

    Wer sein Hirn nicht zum Denken benutzt, braucht ein Wahl-O-Mat, wer mit dem Denken schon angefangen hat, kann auf die Wahl verzichten.
    Wer sich für noch dümmer hält als die zur Wahl stehenden Politiker, dem empfehle ich dringend zur Wahl zu gehen und seine Kreuzchen an der richtigen Stelle zu machen (es gibt keine falschen Stellen).
    Halbwegs glücklich?
    http://opium-des-volkes.blogspot.de/2013/02/halbwegs-glucklich.html
    Was passiert, wenn nichts passiert?
    http://opium-des-volkes.blogspot.de/2011/07/was-passiert-wenn-nichts-passiert.html

  • Maik schreibt am 3. September 2013 um 08:38

    Eigentlich können wir doch froh sein, dass ein Überangebot existiert und so das Thema in die breite Masse getragen wird. Für viele da draußen ist das ein guter Gradmesser oder zumindest ein spielerischer Ansatz, sich mit der Bundespolitik zu befassen. Aber klar, dass überall was anderes heraus kommt und vor allem die mögliche Vertiefung der Themen bis hin in die Wahlprogramme fehlt, ist noch einmal eine ganz andere Geschichte. Optimierungsbedarf für 2017…

Dein Kommentar:

Kommentarfeed zu diesem Artikel via RSS abonnieren.


Hinweis: Kommentare werden moderiert. Sie können auch ohne Angaben von Gründen gelöscht werden. Wenn Du denkst dies sei Zensur, dann schlag bitte nach was Zensur ist. Wenn Du das dennoch unfair findest - Dafür gibt es Taschentücher (nicht von mir). Mein Blog, meine Regeln. Booyah!

Werbung: