Aserbaidschan veröffentlicht Wahlergebnis einen Tag vor den Wahlen

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wahlapp

Es klingt wie eine Headline vom Postillon. Noch bevor die Präsidentschaftswahlen stattfanden wurden die Wahlergebnisse über eine offizielle Wahlapp bekannt gegeben.

Der Programmierer der App erklärt den Fehler mit menschlichem Versagen. Die App spuckte angeblich einfach die Ergebnisse der letzen Wahl aus. Komisch nur, dass auch aktuelle Kandidaten berücksichtigt wurden. Klarer Sieger natürlich Präsident İlham Alijew. Verdächtig auch, dass die veröffentlichten Ergebnisse in etwa mit den Prognosen übereinstimmten:

„Der 51-Jährige komme auf mehr als 80 Prozent der Stimmen, wie Medien in der Hauptstadt Baku unter Berufung auf Wählerbefragungen (exit polls) am Mittwoch berichteten. […]

Der Oppositionskandidat Dschamil Gassanli komme hinter Alijew auf acht bis zehn Prozent der Stimmen, hieß es in der Südkaukasusrepublik.“

Gut, dass die Verfassung in Aserbaidschan 2009 geändert wurde, so dass Alijew eine dritte Amtszeit durchführen kann. Auch sonst wurden die Wahlen kritisiert:

„Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) kritisierte, dass das Staatsfernsehen Alijews neun Gegenkandidaten kaum Sendezeit eingeräumt habe. Zudem seien im Wahlkampf dringliche Probleme des Landes wie Korruption und Arbeitslosigkeit nicht angesprochen worden, betonte die OSZE-Beobachtermission ODIHR. Die Führung in Baku wies die Vorwürfe zurück.“

Klingt alles schwer demokratisch, dabei dachten wir doch, dass der Eurovision Songcontest das schon richten würde. Oder wie es die Washington Posts formuliert:

„There’s supposed to be a certain ritual to an election like Azerbaijan’s: demonstrations are put down, reporters are harassed, opposition candidates are whittled down, supporters are ushered to the polls and then Aliyev’s sweeping victory is announced. They got the order wrong here.“

(via schlecky)

    Ein Kommentar:

  • Martin Nauenbach schreibt am 17. Oktober 2013 um 16:05

    Schaut man sich die politische Arbeit der Bundesregierung in den letzten vier Jahren an und vergleicht sie mit den aktuellen Wahlergebnissen, dann kommt man zwangsläufig zu dem Schluss, dass wir in Aserbaidschan leben!

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