Sick Sad World: Einige Nachrichten aus Deutschland IV

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Sick Sad World

Nach Lampedusa ist eine Debatte entstanden, die gleichzeitig nötig wie auch enttarnend ist. Justus Kaufhold hat das ganz gut für x3 zusammengefasst und weist zu Recht ausdrücklich auf die Kooperation von CDU, CSU, FDP und SPD im Jahre 1993 hin, die euphemistisch als Asylkompromiss bezeichnet wird.

Aus dem Video:

„In Zahlen: Heute kommt ein Asylbewerber auf 1000 Deutsche. Am Ende werden aber nur 1,2% Asylanträge anerkannt. Das heißt letztlich kommt auf etwa 100.000 Deutsche ein Mensch mit Bleiberecht.“

Weitere Fakten gegen Vorurteile gibt es in diesem empfehlenswerten Artikel von Benedikt Peters und Thomas Gröbner. Und besonders schlecht aussehen tut das dann, wenn die innerdeutsche Realität dagegen gestellt wird. Zum Beispiel diese (unvollständige) Liste von Brandanschlägen auf Flüchtlinksunterkünfte in den letzten Wochen.

Oder nehmen wir das Fernsehprogramm. Noah Sow hat es in ihrem Buch „Deutschland Schwarz Weiß“ wie folgt formuliert:

„Rassismus ist bei uns schon so sehr Normalität, dass wir ihn in unseren alltäglichen Handlungen und Überzeugungen noch nicht einmal mehr bemerken: Wir bauen meterhohe Zäune um die Festung Europa und denken uns gar nichts dabei, dass es als normal betrachtet wird, dass bei uns jeder in jedes Land kommen und dort herumhängen darf, sofern es sich um Europäer handelt.
Wir verlangen, dass Flüchtlinge nicht allein aus wirtschaftlichen Interessen zu uns herüberkommen dürfen, sondern erst ihr eigenes Land auf die Reihe kriegen sollen. Gleichzeitig aber feiern wir in fünf verschiedenen Fernsehsendungen Weiße, die ohne guten Grund und ohne Kultur- oder Sprachkenntnisse in andere Länder gehen, weil sie sich davon mehr Wohlstand und ein glücklicheres Leben erhoffen. »Auswanderer« und »Abenteurer« nennen wir die dann und sind von ihrem Mut fasziniert. Sind sie aber Schwarz oder Afrikaner, sind Leute mit genau demselben Verhalten für uns plötzlich »Wirtschaftsflüchtlinge« und »naiv« und werden nicht als Helden oder mutig sondern als Bedrohung empfunden und dementsprechend behandelt.
Und wir denken uns nicht einmal etwas dabei.
[…]
So erhält ein und dieselbe Sache verschiedene Namen, und wir erlauben uns dadurch auch verschiedene Betrachtungsweisen und Abstufungen von Sympathie, Mitgefühl, Respekt, Identifikation. Weil wir gelernt haben, dass wir das dürfen.“

Yep, und da bekommen halt auch „Dokumentationen“ wie „Auf der Flucht“ trotz aller Kritik eben den Deutschen Fernsehpreis (sic!). Ein weiteres „schönes“ Beispiel für die Akzeptanz des Alltagsrassismus dafür findest Du im Blog bei Nadia. Ein Plakat, das dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) entspringt. Wie Nadia schreibt, ein „Prachtexemplar rassistischer Bildsprache“.

Sick Sad World!

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