Sick Sad World: Einige Nachrichten aus Deutschland V

-

Sick Sad World

Wieder Zeit für einige Nachrichten aus Deutschland. Der 75te Jahrestag der Novemberpogrome wird morgen sein. Über den Twitter-Account @9Nov38 berichtete ich hier bereits und dennoch wäre mir nicht aufgefallen, dass wir hellhörig werden sollten, wenn Geschäfte in diesem Jahr ihr 75jähriges Jubiläum feiern. So zum Beispiel das Düsseldorfer Bettenhaus Hönscheidt.

Gleichzeitig zeigt eine Studie, dasss europäische Juden mit Sorge einen wachsenden Antisemitismus beobachten. Bereits im Herbst 2011 wurde ein Antisemitismus-Bericht in Berlin vorgestellt, der zeigte, wie tief dieser in Deutschland verankert ist.

In einem Bericht von Prof. Dr. Andreas Zick und Prof. Dr. Beate Küpper aus dem Jahr 2011 heißt es (hier als PDF):

„Antisemitismus nicht allein ein rechtes Problem, sondern findet sich auch in der politischen Mitte und sogar der politischen Linken. Der Antisemitismus ist in der politischen Mitte und noch mehr der politischen Rechten höher als unter jenen, die ihre politische Position als ‚links’ verorten; das gilt auch für den auf Israel bezogenen Antisemitismus. […] Ein traditionell offener Antisemitismus, der sich ungeschminkt in der Zustimmung zu eindeutig diskriminierenden Äußerungen gegenüber Juden und dem Judentum zeigt, findet wenig Zustimmung. Er ist aber kein Problem der ‚ewig Gestrigen‘ […]. Er ist in der Mitte eng verankert. […] Der sekundäre Antisemitismus, der versucht, ‚mit der Vergangenheit abzurechnen‘ und in einer neueren Facette dabei auf die ‚jüdischen‘ Taten des Staates Israel verweist, ist ausgesprochen fest in den Mentalitäten der Bürger verankert.“

Zu einem ähnlichen Fazit bzgl. der „Mitte“ kam auch die ARD-Dokumentation „Antisemitismus heute“:

„Professor Monika Schwarz-Friesel kommt zu dem erstaunlichen Ergebnis [sic!], dass die überwiegende Mehrheit der Verfasser keinem extremen Lager angehört, sondern in der ‚Mitte der Gesellschaft‘ zu finden ist.“

Auch dort kam Andreas Zick zu Wort:

„Antisemitismus, auch wenn er nur latent ist, bleibt immer Wegbereiter vom Wort zur Tat.“

    4 Kommentare:

  • killy schreibt am 8. November 2013 um 19:59

    kann ich so bestätigen, bin auch immerwieder über den alltäglichen antisemitismus überrascht. ich maße mir nicht an über die/einen juden zu urteilen – ich kenne keine. aber wenn man israel als maß nimmt kann man nicht viel erwarten. ich habe mir vor jahren geschworen, niemals einen stab über jemand zu brechen ohne ihn kennengelernt zu haben.
    das ist schwerer als man meint, da das „schubladendenken“ tief in uns verankert ist und es uns hilft über den alltag zu kommen z.b:
    ich als trierer mag keine saarländer, die aber noch lieber wie die franzosen und die aber mal allemal noch lieber als die engländer aber die mal noch lieber als die amis und die russen und ganz zum schluss kommen die chinesen. aber da ich keine juden kenne, kp wo die da reingehören. ach so ja, trotz dieser beispielhaften schubladen, liebe ich meine amerikanische freundin über alles. man muss einfach in der lage sein, über seinen schatten zu springen und sich immerwieder fragen, „WARUM denke ich WAS ich denke“ oder „wie fundiert ist meine vorgefertigte meinung“ ?

  • Jule schreibt am 8. November 2013 um 21:42

    @killy Ich weiß, es gibt Menschen, die meinen man müsse Menschen wie dir mit Erklärungen kommen und den nachfolgenden Kommentar vielleicht genauer erläutern. Aber ich weiß bei deinem Kommentar nicht, ob ich weinen oder dir direkt ins Gesicht kotzen will.
    Ich komme ganz gut ohne Schubladendenken über Franzosen, Engländer, Amis, Russen oder gar Chinesen durch den Alltag. Faszinierend, ich weiß. Nationalismus raus aus den Köpfen.

  • David schreibt am 8. November 2013 um 21:55

    @killy Hallo Dings.
    Über „die Juden“ solltest du auch gar nicht urteilen, denn du wirst sie aller vorraussicht nach niemals alle kennenlernen und selbst dann würdest du vermutlich ziemlich lange damit beschäftigt sein eine Beschreibung zu finden die jedem einzelnen dieser Menschen gerecht wird.

    Und was möchtest du uns mit deinem Halbsatz über Israel sagen? Oh warte, behalte deine Spucke lieber bei dir.

    Uns rede nicht. Lass das einfach sein. Denke einfach mal nach. Ob du von deiner Freundin oder dem Cyber-Jesus Herrn Snowden oder dem was die Bild dir über den Herrn Obama sagt auf „DIE AMIS“ schließen kannst.

    Ich versuche dir noch mal eine kleine Räuberleiter zu geben: Ich kenne Trierer die sabbeln nicht derart gequirlte Scheiße, wie du, daher ist es wahrscheinlich, dass sich pauschale Aussagen über die Intelligenz der Trierer sich gemeinhin eher verbieten. Ebenso wahrscheinlich ist es, dass sich pauschale Aussagen über die Wasauchimmers verbieten.

    Außer natürlich einer Aussage, die immer Stimmt: Den Arschlöchern/Antisemit*innen/Rassist*innen/Sexist*innen/usw. gehört gehörig mit der Schippe aufs Fressbett gekloppt.

    Schönen Tag noch.

    PS: Ich denke du hast antisemitische Stereotype in deinem Schubladensystem versteckt. Kümmer dich mal drum. Schmeiß die Schubladen am besten gleich mit weg.

  • killy schreibt am 9. November 2013 um 15:50

    wisst ihr leute, ich stelle mich meinen dämonen und rede offen und ehrlich. weil ich denke es ist das einzigste was hilft. jeder der hier rumhatet vonwegen „schubladenassi“ der belügt sich nur selber.
    dieses denken zu verleugnen und sich so über andere zu stellen, das ist das grundlegende problem auch beim antisemitismus.
    was ich mit meinem kommentar verdeutlichen wollte, ist, dass dieses schubladendenken existiert und das einzigste was man tun kann, ist seine gedanken zu refektieren und zu versuchen keine vorgefertigte meinung zu haben. das hat bei euch beiden nicht so gut geklappt.
    und ja, ich hab mich selber schon bei antisemitischen gedanken erwischt, diese wahrgenommen und gegenmaßnahmen eingeleitet. habe mich gefragt wo sowas herkommt!
    dieses ganze politisch korrekte gequatsche ist doch bullshit, geh mal tief in dich und sag mir, das du mich jetzt nicht in eine schublade gesteckt hast obwohl du mich nicht kennst?!

Dein Kommentar:

Kommentarfeed zu diesem Artikel via RSS abonnieren.

Hinweis: Kommentare werden moderiert. Sie können auch ohne Angaben von Gründen gelöscht werden. Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht!