Eröffnet bald Deutschlands erster Coffeeshop?!

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Einhorn Bong

Am Görlitzer Park könnte bald der erste Coffeshop eröffnen. So heißt es:

„Der Berliner Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg will mit dem bundesweit ersten, genehmigten Coffeeshop gegen Drogenhandel kämpfen. Das Bezirksparlament habe einen Antrag für ein Modellprojekt am Görlitzer Park verabschiedet, teilte die Grünen-Fraktion im Bezirk am Donnerstag mit.“

Der politische Wille für eine Änderung der Drogenpolitik scheint da zu sein. Allerdings lehnen Innensenator Frank Henkel (CDU) und die Drogenbeauftragte Christina Köhler-Azara lehnen das rigoros ab. Nur scheint die Motivation nicht in einer Lockerung der Drogenpolitik zu finden sein, sondern in einer Bekämpfung des Dealens. Anders formuliert: Der Verkauf von Drogen wird mit dem Verkauf von Drogen bekämpft. cosmonautilus schreibt:

„Es ist re­la­tiv of­fen­sicht­lich, dass es nicht darum geht, ob Dro­gen ver­kauft wer­den, son­dern von wem. Seit Mo­na­ten schon ist der Gör­lit­zer Park Ziel einer ras­sis­tisch auf­ge­la­de­nen öf­fent­li­chen De­bat­te um ver­meint­lich auf­dring­li­che schwar­ze Dea­ler. Die Cof­fee-​Shop-​Lö­sung ist das di­rek­te Re­sul­tat die­ser De­bat­te.

Die Quint­es­senz lau­tet also: Ein von Deut­schen (oder min­des­tens mit Ar­beits­er­laub­nis aus­ge­stat­te­ten) An­ge­stell­ten be­trie­be­nes staat­lich an­er­kann­tes Ge­schäft ist okay, wäh­rend il­le­ga­li­sier­te Schwar­ze*, die im Park her­um­ste­hen um genau die­sel­be Ware zu ver­kau­fen da­ge­gen eine Be­dro­hung für die öf­fent­li­che Si­cher­heit dar­stel­len.

[…]

*Na­tür­lich sind nicht alle Dea­ler*innen im Gör­lit­zer Park schwarz. Es ist viel­mehr die ras­sis­ti­sche De­bat­te, die die­sen Ein­druck er­zeugt und ein ent­spre­chen­des Feind­bild er­zeugt.“

Hier geht es kaum um eine Legalisierung, sondern lediglich um eine Ausnahme.

    Ein Kommentar:

  • mobo schreibt am 3. Dezember 2013 um 12:41

    Eine echte Legalisierung bekommt man innerhalb der EU juristisch auch nicht wirklich hin.
    Das niederländische Coffeeshopmodell ist auch nichts anderes als eine „Ausnahme“.
    Fakt ist aber, dass es machbar ist. In Deutschland wird es aber an der Regierung und an der Bundesopiumstelle scheitern. Bewegung wird es höchstens auf medizinischer Ebene geben. Aber auch da sind die Hürden noch viel zu hoch.
    Jede Regelung, die es leichter macht, am Lebergift Paracetamol zu kommen als an medizinisches Cannabis ist fehlgeleitet!
    keinwietpas.de
    Ausnahmemedizin.de

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