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Hilfe für Wetten dass?! – Blackfacing ist rassistisch

Von Daniel • 14.12.2013

Wetten dass?!

Meine Erwartungen an Wetten Dass?! sind nicht sehr hoch. Doch heute wird das Niveau der Sendung ordentlich gedropped. Die Saalwette: „Markus Lanz wettet, dass es Augsburg nicht gelingt, 25 Paare, als Jim Knopf und Lukas verkleidet, hier auf die Bühne zu bringen!“

Wie betont wird, ist es egal, ob mit Schminke, Schuhcreme oder Kohle. Das heißt Blackfacing. Aus der Wikipedia dazu:

„Blackface ist eine rassistisch geprägte Theater- und Unterhaltungsmaskerade.“

Steht also gleich in der ersten Zeile. Eine RASSISTISCH geprägte Theater- und Unterhaltungsmaskerade.

Eigentlich sollten sich Leute aus der Medienbranche an aktuelle Debatten zu dem Thema erinnern. So kam Anfang 2012 das Schlossparktheater wegen Blackfacing in die Kritik. Und alleine die Kinderbuchdebatte Anfang dieses Jahres ob der Verwendung des N-Wortes hätte viele Medienmenschen für das Thema sensibilisieren müssen. Für Wetten dass?! kein Grund, nicht eine solche Wette durchführen zu wollen. Die Redakteur*innen von Wetten dass?! hätten vielleicht auch das hier, oder das hier lesen können. Die einzige Erklärung dafür, dass Wetten dass?! eine solche Aufforderung sendet, ist, dass sie den Rassismus für akzeptabel halten.

Bühnenwatch, die sich zum Ziel gesetzt haben, rassistische Praktiken an deutschen Bühnen zu beenden, rufen dazu auf sich telefonisch beim ZDF zu beschweren: Die Zuschauerredaktion ist unter +49 (0) 6131-70-12161 erreichbar.

Wer vor Ort seinen Unmut kundtun will, der kann zur Messehalle 6 in 86159 Augsburg gehen.

Update vom 15.12., 16.12 und 17.12..
Hier wird nicht nur einen Wikipedia-Artikel verlinkt, sondern u.a. auch auf Bühnenwatch und Publikative (siehe oben). Ich erlaube mir mal weitere Links von Bühnenwatch zu übernehmen: Zum einen auf dieses Gedicht von Philipp Khabo Koepsell und zum Anderen auf dieses Bullshit-Bingo. Hier findest Du Beiträge von schwarzen Schauspieler*innen zu dem Thema und hier ein Artikel zu Blackfacing und Halloween auch im Zusammenhang mit Halloween entstand diese Infografik. Wer gerade die letzten beiden Links sich anschaut, der merkt vielleicht, dass es NICHT darum geht sich als Jim Knopf zu verkleiden, sondern darum geht sich das Gesicht schwarz anzumalen. Auch sei auf die Initiative Schwarze Menschen in Deutschland verwiesen.

Auch empfehlenswert ist der Beitrag von Ali Himpenmacher, der auch eine Linksammlung zum Thema bereithält. Und für alle die es weiterhin nicht verstehen wollen hier ein Artikel bei Publikative. Auch lesenswert ist ein Artikel bei der Hannoverschen Allgemeinen:

„‚Blackfacing‘ ist keine überdrehte Kopfgeburt wohlmeinender Weltverbesserer, sondern ein komplexes Sujet in der aktuellen Rassismusdebatte. Subtile Vorurteile, ’spielerische‘ Klischees – ‚In Deutschland gibt es keinerlei Bewusstsein für diese Art von Rassismus‘, sagt Philippa Ebéné, Leiterin der Werkstatt der Kulturen in Berlin-Neukölln und Tochter eines kamerunischen Arztes und einer deutschen Buchhändlerin. ‚In diesem Land werden nur bewusste Aggressionen als rassistisch wahrgenommen.'“



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    23 Kommentare »

  • Marcus schreibt am 14. Dezember 2013 um 22:43

    Da kann man ja nur hoffen, dass es keiner gesehen hat. Wäre ja nicht so unwahrscheinlich.

  • AlexX schreibt am 14. Dezember 2013 um 23:50

    Nächstes Mal nicht nur den ersten Halbsatz von Wikipedia zitieren, sondern am besten gleich den ganzen ersten Absatz, dann wird nämlich klar, dass das rassistische am „Blackface“ eben nicht die Maskerade als solche war, sondern das, was damit dann gemacht wurde.

  • Niklas schreibt am 15. Dezember 2013 um 00:27

    Wenn Du den verlinkten Wikipedia-Artikel weiterliest, erblöckest Du dies:

    „Dabei malten sich weiße Künstler das Gesicht schwarz und spielten den „naiven, trunkenen, schwachsinnigen und immer fröhlichen Neger“, so wie vor allem nordamerikanische Weiße sich Schwarze vorstellten. “

    Jim Knopf war weder betrunken, naiv, schwachsinnig oder dauerhaft fröhlig. Ich verstehe Deine Bauchschmerzen, aber diese Geschichte verharmlost fast jeden rassistisch motivierten Übergriff den ich gesehen, jede (auch nur leichte) rassistische Bemerkung die ich gehört hab.

  • kensington schreibt am 15. Dezember 2013 um 01:49

    Bei deinem Wikipedia-Zitat ignorierst du geflissentlich den direkt folgenden Satz: „Dabei malten sich weiße Künstler das Gesicht schwarz und spielten den „naiven, trunkenen, schwachsinnigen und immer fröhlichen Neger“, so wie vor allem nordamerikanische Weiße sich Schwarze vorstellten.“

    Mit Blackfacing in diesem Sinne hat eine Jim-Knopf-Verkleidung wenig zu tun. Context matters.

  • dermehler schreibt am 15. Dezember 2013 um 01:54

    Oh Mann! Was ist daran falsch daran sich als eine positive besetzte Figur aus der Kindheit zumaskieren?!
    Anders wird ein Schuh draus wenn sich Rechte über diese Aktion aufregen würden wegen „Entstellung des Deutschen Volkscharakters“ oder sowas Abgedrehtes in der Art…Richtig ist das man sowas nicht untergehen lässt und über diese Sache nachdenkt,aber den Rechten keinen Ansatzpunkt bietet,was nicht einfach bis unmöglich ist! Und wenn sich jetzt noch adipöse Standesvertretungen auf die Barrikaden wuchten(ich darf das,hab selbst Übergewicht) weil sie sich diskriminiert fühlen?!

  • miu meier schreibt am 15. Dezember 2013 um 03:39

    Fand’s schon auch etwas befremdlich, dass für die bayerischen Honoratioren die dunkle Hautfarbe das wesentliche Erkennungsmerkmal Jim Knopfs zu sein schien…

  • aqua-rock schreibt am 15. Dezember 2013 um 08:46

    Was dermehler sagt bleibt absolut unwidersprochen. 100% korrekt! Dann geht auch keine Karnevalsverkleidung mehr, die irgendwelche Minderheiten darstellt. Und auch die Diskussion um das „berühmte“ N – Wort in Kinderbüchern ist total überzogen. Und wenn: Aus einem Fehler zu schließen, dass die Red. von Wetten dass… „Rassismus für akzeptabel“ hält, ist mies. Ich schau die Sendung seit Jahren nicht mehr, weil ich glaube, dass sie keiner wirklich braucht, aber Eure/Deine/Ihre Vorwürfe sind völliger Blödsinn und völlig überzogen.

  • janosch schreibt am 15. Dezember 2013 um 10:06

    Ähm, muss man denn zwingend zu dem Schluß kommen, dass es immer Blackface ist, wenn man sich als Weißer als Schwarzer verkleidet?
    Wenns dann Blackface ist, dann ist es rassistisch, schon claro.
    Mal abgesehen von dem komischen Aufruf, man solle sich mit Kohle oder Schuhcreme schminken.

  • Mitch schreibt am 15. Dezember 2013 um 11:26

    @dermehler Ähem. Jim Knopf vielleicht, abder BLACKFACING war noch NIEMALS positiv besetzt. Das ist ein Unterschied. Setz Dich mal mit den strukturellen Machtpositionen Schwarzer und Weißer Menschen auseinander – nur weil die Nazis eine unverhohlene Abneigung gegen alles „Deutsche“ ZEIGEN, heißt es nicht, dass nur sie rassistisch sind. Rassismus ist eben nicht nur eine Einstellungsfrage, sondern ein strukturelles Problem. Das steht übrigens auch überall geschrieben – Schwarze AutorInnen veröffentlichen seit schon fast einem Jahrhundert dazu. Wer Respekt vor Schwarzen Mitmenschen hat, sollte sich darum erstmal umfassend informieren… Dann können wir weiter reden.

  • Mitch schreibt am 15. Dezember 2013 um 11:29

    @aqua-rock

    WAS.

    Willst Du uns verarschen?

    Nix ist daran korrekt.

    Und JA, es ist rassistisch sich zum Karneval die Kulturen diskriminierter Minderheiten als Kostüm anzuziehen.
    Boah.
    Was geht denn mit Dir!!!!

  • Eule schreibt am 15. Dezember 2013 um 11:39

    Muß man immer gleich alles mies machen hier in Deutschland? Ich wette, dass die meisten Zuschauer gar nichts von „Blackfacing“ und den entsprechenden Hintergründen wußten und die Verkleidung zum Jim Knopf nicht damit in Verbindung gebracht haben. Mit dieser rassistischen Anklage werden doch auch die Leute schlecht gemacht, die einfach nur Spass hatten und genau aus diesem Grund bei der Zuschauerwette mitgemacht haben………. Und wer wenig von Wetten Dass…? erwartet braucht es sich doch gar nicht erst anzusehen. Bei der ganzen Diskussion lachen sich doch echte Rassisten ins Fäustchen.

  • Marc schreibt am 15. Dezember 2013 um 11:40

    Das ist ja absolut lächerlich. Bloß, weil sich jemand als Schwarzer „verkleidet“, hat das noch lange nichts mit Blackfacing und Rassismus zu tun.
    Vielleicht mal mehr, als nur den ersten Satz vom Wikipedia-Artikel lesen und zitieren:
    „Dabei malten sich weiße Künstler das Gesicht schwarz und spielten den „naiven, trunkenen, schwachsinnigen und immer fröhlichen Neger“, so wie vor allem nordamerikanische Weiße sich Schwarze vorstellten.“
    Gleich der zweite Satz, stellt bereits das rassistische Kernelement des Blackface-Theaters klar: die abwerten Darstellung eines Schwarzen, als dummen Vollidioten.
    Diese Abwertung findet beim Verkleiden als, wie Dermehler auch schon schrieb, positiv besetzte Zeichentrickfigur aus einer Fernsehserie, überhaupt nicht statt. Beim besten Willen, es steckt absolut nichts rassistisches in der Stadtwette bei der gestrigen Ausgabe von „Wetten dass…???“.

    Wer Blackfacing-Theater sehen will, der soll sich lieber den alten Film über Schwarze und Rassismus in Deutschland vom selbsternannten Undercover“journalisten“ ansehen. Dieses rassistische Schundwerk, dass der Pseudojournalist 2009 verbrochen hat, liefert nämlich tatsächlich ein Paradebeispiel für Blackfacing.

  • monele schreibt am 15. Dezember 2013 um 11:45

    Aqua-Rock, in der Tat sind Kannibalen-, N-Karnevalsverkleidungen mehr als fragwürdig. Du kannst Dich dazu gerne in das Thema einlesen. Speziell für Köln gibt es hierzu auch schon einige wissenschaftliche Abhandlungen, die sich kritisch mit dem Thema Karneval und Kolonialismus (bezieht den Rassismus mit ein) beschäftigen, z.B. Bechhaus-Gerst/Horstmann: Köln und der deutsche Kolonialismus. Eine Spurensuche.

    Ich für meinen Teil finde es immer äußerst fragwürdig, wenn weiße Männer und Frauen diese Form(en) von Rassismus als „überzogen“ abtun. Mit welcher Berechtigung meinst Du denn, für Schwarze Menschen sprechen zu können? Kennst Du Alltagsrassismus? Kennst Du es Deutsch zu sein und nicht als Deutsch wahrgenommen zu werden? Ich möchte Dich nicht angreifen, wirklich nicht. Aber ich für meinen Teil kann es einfach nicht mehr hören, dass Weiße meinen, Sie können diese Form von Diskriminierung klein reden mit Argumenten wie „wir haben doch wirklich größere Sorgen“. Dazu kann ich dann nur sagen: absolute Zustimmung! Als nicht Betroffene/r hat man meistens größere Sorgen und dringendere Probleme zu bekämpfen.

    Zur Wette selbst: Was ich schockierender und erschreckender finde ist die Tatsache, dass man beim ZDF ganz automatisch davon ausgeht, dass es keine Schwarze Augsburger gibt. Ein/e „echte/r“ Augsburger/in ist selbstverständlich weiß und benötigt Schuhcreme für die Inszenierung eines Jim Knopfs… DAS ist Alltagsrassismus pur.

    Allen, die die Empörung nicht nachvollziehen können empfehle ich die Lektüre von Noah Sow „Deutschland Schwarz Weiß“.

  • Mitch schreibt am 15. Dezember 2013 um 13:46

    @Marc context matters? damit meinst Du wohl nur den Kontext aus weißer Perspektive. Nicht Jim Knopf ist negativ besetzt, sondern Blackfacing selbst! Und ja, eben aufgrund der Dinge, die im Wikipedia Artikel nachstehen. Es ist völlig egal, WARUM du blackfacest, worauf es ankommt ist der rassistische Effekt! Und der existiert eben aufgrund der ursprünglichen Konnotation von Blackface und weil sich die strukturellen Machtverhältnisse bis heute nicht geändert haben.
    Ist das so schwer zu verstehen? Ach nee, weil dann müsste man ja mal kurz in sich gehen, die eigenen Denkmuster kritisch anzweifeln und vielleicht was an seinem Verhalten ändern….und das wär ja VIEEEL zu anstrengend. NEE. Lieber mich weiter von weißen, geblackfaceten Jim Knopfs zu meiner Unterhaltung berieseln lassen und es mir auf meiner kuscheligen Privilegiencouch gemütlich machen.

  • pqr schreibt am 15. Dezember 2013 um 14:13

    Was ich an der Diskussion immer nicht verstehe, ist folgendes: Aus dem (als Quelle angegebenen) Wikipedia-Artikel geht ziemlich klar hervor, dass die rassistische Praxis in den Vereinigten Staaten des 19. Jahrhunderts zu verorten ist. Davon, dass es in Europa ähnliche Praktiken gegeben hätte, die als rassistisch zu bewerten wären, kann ich jedoch weder in diesem Artikel noch unter den hier angegebenen Links irgendeinen Hinweis finden. Es scheint mir deshalb immer so, als würde hier eine amerikanische Debatte aus ihrem Kontext herausgelöst und einfach auf die hiesigen Verhältnisse, wo es ein ‚Blackfacing‘ in diesem Sinne nie gab (und wo man deshalb ja offenbar nicht einmal ein Wort dafür hat), übertragen, um sich dann zu wundern, dass niemand die Kritik daran nachvollziehen kann.

    Das ist aber nur mein persönlicher Eindruck, und ich bin gerne bereit, meinen Standpunkt zu revidieren, wenn man mir Belege für das Gegenteil verschafft. Leider konnte ich dahingehend bis jetzt noch nichts finden.

  • denken schreibt am 15. Dezember 2013 um 15:17

    @Marc auch die nazi kz offiziere und viele deren helfer hatten spass daran menschen zu unterwertigen tiere zu degradieren, zu quellen. auch vielen weissen sudafrikaner in der apartheid zeit konnten die kritik der welt nicht verstehen. viele von uns wollen nicht verstehen, dass racismuss eher mit jahrhundertelang produzierten stereotypen zu tun hat.

  • Joa schreibt am 15. Dezember 2013 um 15:45

    Ich empfehle noch diesen Beitrag, der die Problematik von gestern Abend und im allgemeinen für mich sehr pointiert und eindrücklich darstellt: http://tonsen.net/blog/?page_id=357

  • monele schreibt am 15. Dezember 2013 um 19:48

    @PQR Selbstverständlich gab/gibt es bei uns ähnliche bis gleiche Praktiken. Eine kleine Google-Suche liefert ziemlich schnell ziemlich „gute“ Ergebnisse. Es gibt auch heute noch etliche Theaterstücke, in denen Blackfacing eine Rolle spielt. Wenn Du weiter in die Vergangenheit zurückgehen möchtest, empfehle ich Dir eine Auseinandersetzung mit den sog. Völkerschauen, die besonders nach Verlust der deutschen Kolonien ein großes Publikum anzogen. Diese fanden z.B. im Kölner Zoo, aber auch im Hamburger Zoo statt. Hier hast Du dann schon einmal den Beleg dafür, dass auch in Deutschland sehr wohl Aufführungen/Sonderschauen etc. beliebter Spielplatz für die Dehumanisierung Schwarzer Menschen war. Diese Formen von Zurschaustellung / Degradierung von Menschen gibt es leider auch heute noch in deutschen Zoos.
    Ein weiteres Beispiel für Blackfacing findest Du in der Geschichte des Karnevals. Hier zieht sich das wie ein roter Faden durch bis heute. Ich kann nicht verstehen, wie man schwarz angemalte Kannibalen als lustiges Karnevalskostüm auswählen kann. Es handelt sich hierbei um eine rassistische Reproduktion von Stereotypen und Klischees, die ihren Ursprung im 19. Jahrhundert haben.

    Eine kleine Auswahl an konkreten Beispielen noch für Dich:
    – 2012 Deutsches Theater Berlin im Stück „Unschuld“; nach Protesten wurde Blackfacing durch weiße Schminke ersetzt
    – 2012 Berliner Schlosspark Theater im Stück „Ich bin Rappaport“
    – 2010 wirbt der akademische Faschingsverein” “Ba Hu Elferrat” an der HTWK Universität Leipzig mit Blackface-Plakaten, die Roberto Blanco darstellen sollen

    Das ist eine kleine Auswahl an praktiziertem Blackfacing in Deutschland. Nachzulesen z.B. http://www.derbraunemob.de

    Einer der Gründe, weshalb viele Menschen der Meinung sind, Blackfacing und Alltagsrassismus seien keine deutschen Probleme, liegt auch darin begründet, dass es hier so gut wie keine Auseinandersetzung mit der deutschen Kolonialzeit und in diesem Kontext der Rassenanthropologie gibt. Es lernt auch kein Kind im Geschichtsunterricht, dass es neben der Hetze auf Juden, Sinti und Roma ebenso eine Hetze auf Schwarze in Deutschland gab. Unter dem Begriff „Schwarze Schmach“ findet sich aber auch im Internet ein bisschen was. Leider bleibt dieses Thema auch in den Wissenschaften ein Randthema, da eine solche Auseinandersetzung meist auch eine kritische Auseinandersetzung mit ganzen Fächergruppen, teilweise Universitäten und Hochschulen im Ganzen und deren Entstehungsgeschichte beinhaltet.

    Wenn Du Dich wirklich für dieses Thema interessierst und Dich damit auseinandersetzen möchtest, dann les doch mal von Noah Sow Deutschland Schwarz Weiss“. Weiter oben habe ich schon einen Buchtipp zum Thema Köln und Kolonialismus gegeben. Für Hamburg, Berlin und Freiburg sollten ähnliche Bücher existieren. Falls nicht gibt es auf jeden Fall im Internet Seiten, die Informationen über die deutsche Vergangenheit in Bezug auf Kolonialismus, Blackfacing, Rassismus geben.

  • dermehler schreibt am 15. Dezember 2013 um 20:18

    Was von den guten Anti-Rassisten übersehen wird das es andere Foren und Blogs gibt wo man verunsicherte Mitmenschen abholen kann. Das heisst Menschen die die hier geschildeerten Hintergründe für die Aufregung um die JimKnopf-Wette nicht verstehen können,äussern Unmut für die „Political Correctness.
    Diese werden dann über z.B. PMs von den Rechten in ihrer Auffassung unterstützt und auf „die dunkle Seite“ gezogen.
    Und Rechte zu unterstützen weil man unbedingt „Correct“ sein will,verursacht mir Bauchschmerzen.
    Man kann es sich einfach machen und sagen diese Unmutigen wären eh verloren-aber damit gibt man den Rechten wiederrum den Spielraum, den sie haben wollen. Um es in Begriffen der Religion zusagen „Man muss um jede Seele kämpfen!“

  • Lea schreibt am 15. Dezember 2013 um 20:54

    @monele In einem Punkt möchte ich Ihren ansonsten absolut zutreffenden Ausführungen widersprechen: Es entspricht nicht den Tatsachen, dass an den Hochschulen hierzulande keinerlei – oder auch nur verhältnismäßig wenig – Forschung zu dem von Ihnen angesprochenen Thema stattfindet! Gerade in den besonders betroffenen Disziplinen, der Geschichtswissenschaft und der Ethnologie, wird seit Jahren von zahlreichen Forscherinnen und Forschern großartige Arbeit geleistet. Nicht nur die deutsche Geschichte zur Zeit des Kolonialismus, explizit auch die deutsche Kolonialgeschichte, sondern auch die Geschichte der Wissenschaft zu dieser Zeit werden beleuchtet und hinterfragt. Es sind Artikel, Aufsätze und Monografien zum Thema von namhaften Professorinnen und Professoren erschienen und auch eine stattliche Anzahl hervorragender Dissertationen.
    Dass diese Forschung von der Presse und/oder Öffentlichkeit kaum wahrgenommen (geschweige denn rezipiert) wird, ist nicht das Verschulden der Wissenschaft. Es gibt viel gute und wichtige Forschung, die einen Platz in den Zeitungen und Sendezeit im TV verdient hätte, beides aber leider nicht erhält, weil nun einmal die Quote zählt und die Zuschauer vermeintlich (!) lieber tumbe Unterhaltung als aufrüttelnde Information sehen wollen. Ich selber schreibe an einer Dissertation zum Thema und kann von einigen Situationen berichten, die folgendermaßen abliefen: Lokaljournalist bei einer Tagung: „Guten Tag, mit welchem Forschungsgebiet befassen Sie sich denn?“ Ich: „Ich schreibe über die deutsche Kolonialgeschichte und beschäftige mich insbesondere mit der Frage, ob der Rassismus zu dieser Zeit…“ Journalist (unterbrechend): „Oh… äh… ja, vielen Dank!“ Journalist (sich zu einem Kollegen wendend): „Und Sie? Worüber schreiben Sie?“ Kollege: „Ich schreibe über Speiseriten in Nordspanien während des Spätmittelalters.“ Journalist: „Wie interessant! Erzählen Sie mir mehr!“

  • monele schreibt am 16. Dezember 2013 um 09:48

    @Lea Vielen Dank für die Richtigstellung! Ich habe mich sehr missverständlich ausgedrückt in Bezug auf die Auseinandersetzung mit dem Thema. „so gut wie keine Auseinandersetzung“ bezieht sich auf den öffentlichen Diskurs – sollte ich natürlich auch sagen, wenn ich das meinte.
    Und Sie haben natürlich absolut Recht damit, dass es viele ForscherInnen gibt, die sich kritisch mit der deutschen Kolonialgeschichte beschäftigen. Meine Ausführungen zielten darauf, dass es oft wenig bis keine Unterstützung seitens der Dekanate und/oder Universitäten gibt, wenn ForscherInnen deren Entstehungsgeschichte kritisch beleuchten. Ich wollte keineswegs die teilweise sehr guten Arbeiten unter’n Tisch kehren!
    Dafür hätte ich die ein oder andere Info noch ergänzen sollen…

    Das fehlende Interesse seitens der Medien kann ich so unterschreiben, möchte aber auch ein Positiv-Beispiel hervorheben: Eine der Herausgeberinnen „Köln und der deutsche Kolonialismus. Eine Spurensuche.“ hat es sogar in ein Interview für den WDR geschafft :-)

  • nelia schreibt am 16. Dezember 2013 um 13:28

    @kensington
    Hallo Kensington,
    Irgendwie habe ich deinen Einwand noch nicht verstanden.
    Jim Knopf ist doch der elternlose Junge, der nicht auf Lampedu.. nein Lummerland bleiben kann, weil auf der Insel kein Platz mehr für ihn ist, oder?
    Meinst du Blackfaceing in Europa ist in Ordnung?
    Weil Schwarze Menschen in Europa nicht rassistisch diskriminiert werden?

  • txxx666 schreibt am 19. Januar 2014 um 15:22

    Gibt jetzt ne Petition gegen den Schleimbeutel:
    http://misanthrope.blogger.de/STORIES/2366367/

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