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Infografik: Night Of The Living Dead, Return, Zombie und der ganze Rest

Von Daniel • 19.03.2014

Meine erste Infografik. Ein Thema, das mich fasziniert. Also der Zombie-Film an sich und Romeros „Night Of The Living Dead“ im Speziellen. Die Infografik zeigt auf, wie ein einziger Film gleich vier (inoffizielle) Franchises ausspucken konnte. Auch ist Romeros Dead-Trilogie die Einzige, die in Gänze neu verfilmt wurde – wobei da neben Zack Snyders „Dawn Of The Dead“ wohl vor allem Tom Savinis „Night Of The Living Dead“ erwähnenswert sein dürfte.

Sequels Of The Dead

Hier noch ein paar Infos zu den Franchises im Einzelnen:

Romeros Dead-Serie

Ursprünglich bestehend aus „Night Of The Living Dead“, „Dawn Of The Dead“ und „Day Of The Dead“. Meisterwerke des Zombie-Genres, vor allem wegen der gesellschaftskrtischen Untertöne. Stilprägend und z.T. dennoch unerreicht. Interessant im Zusammenhang mit der Infografik ist vor allem, dass „Night Of The Living Dead“ in den USA Public Domain ist. Erst kurz bevor der Film in die Kinos kam, wurde er umbenannt. Dummerweise befand sich der Copyright-Hinweis des Filmes auf den selben Frames wie der Titel, und der Film ging ohne Copyright in den Verleih.

Noch schräger wird es in Deutschland mit dem zweiten Teil, „Dawn Of The Dead“. Niemand geringeres als Bernd Eichinger holte Romeros besten Film in die deutschen Kinos. Allerdings in der Fassung für den europäischen Markt. Diese wurde von Dario Argento geschnitten und mit neuer Musik von Goblin versehen. Außerdem erhielt sie den Titel „Zombi“ in Italien. Eichinger betrieb für seine leicht gekürzte Kinofassung einen enormen Werbeaufwand. Auch hier war der Titel „Zombie“, und so gab es u.a. T-Shirts auf denen stand „Ich bin ein Zombie“.

Logischerweise wurde dann Romeros „Day Of The Dead“ auch als „Zombie 2 – Das letzte Kapitel“ in Deutschland vermarktet, mit einem anderen Anfang als die internationale Fassung.

2005 wurde die Serie fortgesetzt, wobei Romero „Land of the Dead“ nicht als Fortsetzung der ersten Filme der Trilogie, sondern als eigenständiges neues Projekt sieht. Konsequenterweise setzt Romero die Ansätze aus „Day Of The Dead“, in dem Zombies Lernfähigkeit bewiesen, fort und lässt die Zombies sich nun organisieren, aber vielleicht war es auch genau das, was den Fans missfiel.

So kehrte er mit „Diary Of The Dead“ zwar zu seinen Ursprüngen zurück, setzte dabei aber auf Elemente des zeitweise populären Found Footage Genres. Einige starke Momente können leider nicht darüber hinweg täuschen, dass die Luft raus ist. Ganz ähnlich sieht es dann auch beim bisher letzten Dead-Teil aus. „Survival Of The Dead“ verknüpft statt Found Footage allerdings Western-Elemente mit Zombies. So sehr die zweite Trilogie enttäuscht so sehr muss ich betonen ist sie immer noch besser als vieles andere was das Genre zu bieten hat!

Der Vollständigkeit halber sei auch noch die DC-Comicserie „Toe Tags – The Death Of The Death“ erwähnt sein, die 2004 erschien. Die Serie basiert auf einem unverfilmten Drehbuch für die Dead-Reihe und folgt dem intelligenten Zombie Damien, der sich an sein früheres Leben erinnern kann und nun als Untoter seinen Platz in der Welt sucht.

Italien übernimmt, die „Zombis“ kommen

Wie bereits erwähnt. In Italien vermarktete Argento „Dawn Of The Dead“ als „Zombi“. Der Film wurde ein Riesenhit, und kurzerhand wurde Elisa Brigantis vorher geschriebenes Drehbuch zu „Zombi 2“ um ein paar Szenen in New York ergänzt, um einen Zusammenhang mit Romeros Film herzustellen. Erstaunlicherweise ging das Konzept auf. In Deutschland erreichte der Film 1,6 Mio Zuschauer – nur 300.000 Zuschauer weniger als Ridley Scotts Alien, der im selben Jahr in den deutschen Kinos lief. Und tatsächlich ist „Woodoo – Die Schreckensinsel der Zombies“, schon damals der deutsche Titel, erstaunlich solide. Er zählt nicht nur zu den besseren Filmen Fulcis, sondern auch zu den besseren italienischen Horrorfilmen.

Fulci lieferte dann mit „Ein Zombie hing am Glockenseil“ und „Über dem Jenseits“ (bzw. „Geisterstadt der Zombies“) weitere Genre-Klassiker. Wobei sie teils eher für ihre Beschlagnahmung bekannt sein dürften. Erst 1988 kehrte er mit „Zombi 3“ zur Serie zurück. Während der Dreharbeiten erlitt Fulci einen Schlaganfall, so dass Drehbuchautor Claudio Fragasso die Regie für weitere Szenen führte. Fragasso übernahm dann 1989 bei „Zombi 4 – After Death“ gleich komplett das Ruder, in Deutschland auch bekannt als „Das Böse ist wieder da“. Interessant ist dabei, dass Fragasso ein Jahr später mit einem anderen Werk zu zweifelhaftem Weltruhm kommen sollte. Er ist nämlich auch der Regisseur von der legendären Trashgurke „Troll 2“.

Es gibt noch weitere Filme, die als Teil der Zombi-Reihe vermarktet wurden. So reißen sich gleich mehrere Titel darum, „Zombi 4“ zu sein. So z.B. „Virus“, auch bekannt als „Die Hölle der lebenden Toten“ oder auch „Hell Of The Living Dead“. Obwohl der Film bereits 1980 entstand, darf er manchmal auch „Zombi 4“ heißen. Gleiches gilt für „Bakterion“ aus dem Jahr 1982.

Return Of The Living Dead – Verdammt, die Zombies kommen

An „Return Of The Living Dead“ von 1985 sind viele Dinge bemerkenswerter als der Film selbst.

  1. Regie führte Dan O’Bannon, Erfinder von „Alien“ und bekannt aus Carpenters „Dark Star“.
  2. Die Autoren Rudy Ricci, John A. Russo und Russell Streiner waren allesamt am Original „Night Of The Living Dead“ beteiligt. Ricci spielte einen Zombie in dem Film, Russo schrieb das Drehbuch und Streiner war damals Produzent. Sie allesamt gehörten zu dem kleinen Kernteam um Romero das „Night Of The Living Dead“ gemeinsam stemmte. Allerdings war es erst Dan O’Bannon, der das Drehbuch zur Komödie umarbeitete.
  3. Zombies wollen „Brains“, klar. Was heute Allgemeingut ist, wurde durch diesen Film begründet. Es ist der erste Zombiefilm wo die Untoten auf Gehirne aus sind.

Ansonsten finde ich den Film persönlich nicht wirklich toll. Streckenweise langatmig, unglaublich 80ies und etwas gewollt. Anschauen lohnt dann aber vor allem wegen des Sequels „Return Of The Living Dead Part II“ von 1988. „Die Rückkehr der Höllenzombies“, so der deutsche Titel, variiert zwar nur die Themen des ersten Films, ist aber ungleich komischer und besser gedreht. Für Teil 3 zeigt sich dann „Bride of Re-Animator“-Regisseur Brian Yuzna verantwortlich. Und 2005 enstanden zeitgleich Teil 4 und 5, die ich besser gar nicht erwähnen sollte. Ähnlich verhält es sich übrigens mit dem Sequel zu „Day Of The Dead“. „Day Of The Dead: Contagium“ von 2005 hat nichts mit Romeros Filmen zu tun und entstand nur, weil irgendwer die Namensrechte noch rumfliegen hatte.

Somit ist „Night Of The Living Dead“ der einzige Film der gleich vier Franchises („Day Of The Dead 2“ mitgezählt) hervorbrachte. Ein Unikum.



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