Von falschen Komponisten und der Starpianistin die keine war

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Samuragochi

Diese News ist schon älter, fasziniert mich aber ungemein. Als ich an meiner Serie Not Available – Platten die es nicht gibt arbeitete, stieß ich auf die Geschichte von Joyce Hatto. Hatto war eine britische Pianistin, die ein unglaubliches Werk vorzuweisen hatte. Ab 2003 brachte das Label ihres Mannes William Barrington-Coupe, Concert Artist Recordings, über 100 Aufnahmen heraus. Auffällig war, dass kein einziges Stück in mehreren Interpretationen zu finden ist. Ziemlich unüblich für klassische Pianist*innen. Hatto wurde für ihre Einspielungen von der internationalen Kritik hoch gelobt, nur hatte sie keine der CDs selbst eingespielt.

Erst nach ihrem Tod flog der Schwindel auf als ein Musikkritiker eine CD Hattos mit iTunes abglich und einen anderen Interpreten genannt bekam. Da Hatto schwer krank war, war es ihr unmöglich live aufzutreten und Stücke komplett einzuspielen. Ihr Mann betreute Aufnahmen, griff aber dann auf durch Digitaltechnik veränderte Einspielungen anderer Pianist*innen zurück ohne seiner Frau davon zu berichten. Aus Liebe, so wollte er ihr das Gefühl des Erfolges vermitteln, der ihr zuvor aufgrund ihrer Krankheit verwehrt war.

Seitdem ich die Geschichte kenne, denke ich, dass ist ein wunderbarer Stoff für einen Liebesfilm. Und hier wären wir auch bei den Parallelen zur Geschichte von Mamoru Samuragochi. Komponist von Computerspiel-Soundtracks wie z.B. für Resident Evil: Dual Shock Ver. und Onimusha: Warlords.
Nur gab Samuragochi nicht nur vor Komponist zu sein, sondern auch taub. Über 18 Jahre lang! Es ist unklar warum Samuragochi dies tat, klar ist nur, dass der eigentliche Komponist ihn diesen Februar outete. Takashi Niigaki bekam es wohl mit der Angst, da bei den olympischen Winterspielen in Sotchi eine von Samuragochis Kompositionen beim Eiskunstlauf benutzt werden sollte.

(via hyperallergic)

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