Adorno über Gruppenverhalten im Fußball

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Und anderem Sport… kleiner Reminder, das war alles noch vor dem Fähnchenwahn.

„Wird eine Fußballweltmeisterschaft vom Radio übertragen, deren jeweiligen Stand die gesamte Bevölkerung aus allen Fenstern und durch die dünnen Wände der Neubauten hindurch zur Kenntnis zu nehmen gezwungen ist, so mögen selbst spektakulär verschlampte Gammler und wohlsituierte Bürger in ihren Sakkos einträchtig um Kofferradios auf dem Bürgersteig sich scharen. Für zwei Stunden schweißt der große Anlass die gesteuerte und kommerzialisierte Solidarität der Fußballinteressenten zur Volksgemeinschaft zusammen. Der kaum verdeckte Nationalismus solcher scheinbar unpolitischen Anlässe von Integration verstärkt den Verdacht ihres destruktiven Wesens.“ (Theodor W. Adorno; GS 8, 188f.)

Da verweise ich gerne noch mal auf einen der besten Interviewanfänge ever.

(via panik fanzine)

    2 Kommentare:

  • schülli schreibt am 15. Juli 2014 um 11:59

    „Die wohlfeilste Art des Stolzes ist der Nationalstolz. Denn er verrät in dem Behafteten den Mangel an individuellen Eigenschaften, auf die er stolz sein könnte, indem er sonst nicht zu dem greifen würde, was er mit so vielen Millionen teilt.“

    Arthur Schopenhauer

  • Sulamith schreibt am 4. Juni 2017 um 16:32

    Je weniger einer weiß in Deutschland, desto lauter besteht er darauf, dass er genau das sagen dürfen muss – das ist das Recht aufs Vaterland. Das Bekenntnis zur Nation ist die reine Selbstbezichtigung: Wer sonst gar nichts hat, der hat doch ein Vaterland. Patriotismus ist die Religion der ganz armen Schweine
    Wiglaf Droste

    Quelle „piep, piep, piep, vaterland ist lieb“ http://www.taz.de/!669961/

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