Wer geht eigtl. bei PEGIDA demonstieren? (Obwohl er natürlich nicht diese Ansichten vertritt!)

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Selbst Medienschaffende haben oft nicht die beste Medienkompetenz und müssen vor sich selbst geschützt werden. Es wird ja gerne so dargestellt, dass bei PEGIDA sich „Proll“ und der „ungebildete Mob“ tummeln würde, der es ja einfach nicht besser wüsste. Dass das Gegenteil der Fall ist, hatte ich hier schon in mehreren Beiträgen beschrieben. Alles ganz normales rassistisches Bürgertum.

Panorama haben letztens einen Beitrag online gestellt, wo sie als „Lügenpresse“ einige Demonstrant*innen ungekürzt zu Wort kommen lassen. Natürlich kommt am Ende rüber, dass alle total hohl wären. Interessant ist nun aber, dass sich einer der Interviewten zu Wort meldete und angab er sei RTL-Reporter und würde nun anderer Ansicht sein und seine Aussagen entsprächen gar nicht seiner Meinung (Ob er selbst auch nicht die Deutschlandflagge in sein FB-Profil postete ist nicht bekannt).

Also nochmal, hier haben wir einen Reporter für RTL, der zuvor bei Spiegel TV (Quelle XING) tätig war und Politikwissenschaften und Psychologie studierte.

Update: Mittlerweile heißt es, dass der Reporter undercover recherchierte und bei der spontanen Interviewfrage spontan improvisierte. (Ob die Deutschlandflagge in seinem FB-Profil vorher undercover geposted wurde ist nicht bekannt). Bleibt dennoch und weiterhin zu sagen, dass auch Medienschaffende nicht die beste Medienkompetenz haben. Und wenn der Herr beruflich Probleme bekommt kann er ja hier seinen Improvisationsdrang ausleben. Kein Witz!

Update 19:47: Mittlerweile wurden fast alle Inhalte der Facebook-Seite gelöscht – also auch die Deutschlandflagge. Ebenso ist das Twitter-Profil des Reporters verschwunden. Auch eine offizielle Pressemitteilung von RTL gibt es mittlerweile zum Thema:

„Da Pegida-Anhänger bisher nicht oder kaum mit Journalisten reden, hat sich ein Reporter des Landesstudio Ost, welches für RTL aus der Region berichtet, verdeckt auf die Pegida-Demo am vergangenen Montag in Dresden begeben, um Stimmungen und Aussagen für eine spätere Berichterstattung aufzugreifen. Bei seinem Einsatz wurde der verdeckte Reporter, der seit 2 Jahren für das Landesstudio Ost arbeitet und vorher für den NDR tätig war, von einem NDR/Panaroma-Team für ein Interview angesprochen. In dieser Situation hatte er drei Möglichkeiten: Nichts sagen, sich als Kollege outen – oder in der gespielten Rolle eines Pegida-Anhängers verbleiben. Er entschied sich für Möglichkeit drei – und traf damit die eindeutig falsche Entscheidung. Seine Aussagen geben weder seine Meinung noch die von RTL wieder.“

RTL weißt also auch darauf hin, dass „Pegida-Anhänger bisher nicht oder kaum mit Journalisten reden“ außer natürlich sie sind selbst verdeckte Reporter. Kannste Dir nicht ausdenken!

PEGIDA Korrektur von RTL-Reporter

Update 21.12.: Der Beitrag mit den Undercover-Aufnahmen über Pegida wird nach derzeitigem Stand heute (Sonntag) bei „RTL-Aktuell“ ausgestrahlt. Wie eine solche Aktion der Glaubwürdigkeit des Journalismus schadet kannst Du bei Fefe sehen, der schon davon fantasiert, dass der Großteil der Demonstanten „V-Leute der Staatsorgane oder der Presse“ seien. *stöhn*

Update vom 25.12.: Mittlerweile hat RTL die Zusammenarbeit mit dem Journalisten gekündigt.

(via kfmw)

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