Attentäter – Einzeltäter? Oktoberfestattentat und NSU

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Oktoberfestattentat

Gestern gab es im Ersten einen Themenabend zum Oktoberfestattentat. Eingeleitet wurde das Ganze durch den Spielfilm „Der blinde Fleck“ den ich überraschend gut fand und abegschlossen mit einer neuen Dokumentation mit dem Titel „Attentäter – Einzeltäter? Neues zum Oktoberfestattentat“.

Für alle die sich mit dem Oktoberfestattentat noch nie auseinandergesetzt haben eine kleine Einleitung. Obwohl die RAF bei vielen das Einzige ist was zum Thema Terrorismus in Deutschland einfallen dürfte ist das Oktoberfestattentat der schwerste Terrorakt der deutschen Nachkriegsgeschichte. Dabei wurden 13 Menschen getötet und 211 verletzt, 68 davon schwer.

Schnell wurde bei den Ermittlungen von einem Einzeltäter ausgegangen. Hinweisen auf Verbindungen in die rechte Szene wurden nicht nachgegangen. Dabei wurde die Einzeltäterthese von Anfang an immer wieder öffentlich bezweifelt.

Nun gibt es neue Erkenntnisse und die Ermittlungen wurden wieder aufgenommen. Dies fasst die kurze Dokumentation in der ARD-Mediathek zusammen.

Interessant hierbei fand ich, dass sowohl Film als auch Dokumentation auf den NSU zu sprechen kommen. Im Film wird es so dargestellt als sei der NSU mitunter eine Inspiration für den Journalisten Ulrich Chaussy den früheren Hinweisen nochmals nachzugehen. Und auch in der Dokumentation bleibt der NSU nicht unerwähnt gab es doch scheinbar sehr oberflächliche Verbindungen zu mutmaßlich Verdächtigen von damals.

Auch die Themen über verschwundene Asservate und Akten, V-Männer und die Beteiligung staatlicher Behörden erwecken unangenehme Erinnerungen an die jüngere Geschichte. Ich fühle mich unweigerlich an diesen ZDF-Bericht von Rainer Fromm erinnert:

„Nach zweijähriger Dokumentenrecherche und der Auswertung von 30.000 Seiten Ermittlungsakten hält ZDF-Autor Rainer Fromm die Drei-Täter-These der Bundesanwaltschaft für “widerlegt”. In der mit den neuen Erkenntnissen erweiterten Dokumentation veröffentlicht das ZDF exklusive Video- und Fotodokumente des Nationalsozialistischen Untergrunds und seiner Mittäter. Beispielhaft hierfür stehen Sequenzen aus Überwachungsvideos, die Böhnhardt und Mundlos unmittelbar vor und nach dem Keupstraßen-Attentat in Köln 2004 zeigen. Bilder, die nie Gegenstand der Öffentlichkeitsfahndung nach den Terroristen wurden. Der frühere CDU-Obmann im NSU-Ausschuss, Clemens Binninger, glaubt nicht mehr an Zufälle: ‚Da hat man so verkürzt ermittelt, wo ich mich frage, warum?‘.“

Klarstellung: Ich will damit keineswegs sagen, dass der NSU und das Oktoberfestattentat irgendwie zusammenhängen. Lediglich möchte ich auf die Parallelen bei den Ermittlungen hinweisen. Und eben auf diese „Blinden Flecken“, die immer wieder auftauchen wenn gegen Rechts ermittelt wird…

    2 Kommentare:

  • Martin Däniken schreibt am 14. Februar 2015 um 11:18

    Nun,der Mangel an Bekennerschreiben in den Fällen Oktoberfest und Nsu-Morde könnte folgende Ursachen haben:
    1. Den Rechten fiel nichts ein das mit den RAF-schreiben in irgenseiner Form mithalten konnte oder sie gar toppen könnte…
    2.Es ist ihnen etwas Briliiantes eingefallen,das Schreiben wie auch der Schreiber sind verschütt gegangen und man hatte keine Sicherungskopie-so ein Schiet nee,
    deshalb wurde aus der Not eine Tugend gemacht und keine Bekennerschreiben veröffentlicht!

  • Daniel Decker
    Daniel schreibt am 14. Februar 2015 um 12:05

    @Martin Däniken Wieso Mangel? Beim Oktoberfest gab es die auch in der Dokumentation erwähnten Nachruf-Flyer und beim NSU die Videos..

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