Was geschlechtergerechte Sprache bewirken kann

-

Zwei Studien zeigen nun, dass Binnen-I und Co. durchaus eine Wirkung haben. Der Informationsdienst Wissenschaft vermeldet „Geschlechtergerechte Sprache beeinflusst kindliche Wahrnehmung von Berufen“:

„Wenn Berufe in einer geschlechtergerechten Sprache dargestellt werden (Nennung der männlichen und weiblichen Form, zum Beispiel ‚Ingenieurinnen und Ingenieure‘ statt nur ‚Ingenieure‘) schätzen Kinder typisch männliche Berufe als erreichbarer ein und trauen sich selbst eher zu, diese zu ergreifen. Zu diesem Ergebnis kommen Psychologinnen und Psychologen an der Freien Universität Berlin: In zwei Experimenten lasen sie 591 Grundschülerinnen und -schülern Berufsbezeichnungen entweder in geschlechtergerechter oder in männlicher Sprachform vor und ließen die Kinder die Berufe bewerten.“

Interessant ist aber auch, dass eine weitere Wirkung geschlechtergerechter Sprache in Bezug auf Berufe wahrgenommen wurde. So wird bei Verwendung die Bewertung des Berufs, also dessen Wichtigkeit oder die Höhe des Gehalts, negativ beeinflusst. Finde ich besonders interessant, weil ich selbst früher eine ganz andere Ansicht vertrat (und mich mittlerweile um 180° gedreht habe) und der Ansicht war, dass Sprache alleine nicht wirklich viel verändern kann. Natürlich gilt das bis zu einem gewissen Grad, aber die zwei Studien zeigen, dass der Einfluss groß ist.

Dein Kommentar:

Kommentarfeed zu diesem Artikel via RSS abonnieren.

Hinweis: Kommentare werden moderiert. Sie können auch ohne Angaben von Gründen gelöscht werden. Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht!