Das Entstehen einer politischen Meinung

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clickbait

Toller Kommentar von Mely Kiyak zur Frage:

„Wie entsteht eigentlich politische Meinung in einer Gesellschaft, die nahezu uneingeschränkten Zugang zu freien Medien und Bildungseinrichtungen hat?“

Viele wichtige und richtige Fragen! Ich hab auch mal über die Debattenkultur geschimpft. Es ist viel mehr ein ständiges Thema, aber Kiyak bringt das wunderbar auf den Punkt. Ich würde noch ergänzen, dass die Auswahl der Autor*innen die im Feuilleton schreiben ebenfalls zu dem von Kiyak bemängelten Missstand beiträgt. Seit längerem arbeite ich in Hinblick auf dieser Dilemma an der These des politischen Clickbait. Kurzgefasst besagt diese, dass die pulbizisitsche/redaktionelle Auswahl von Themen vor allem auch wirtschaftlich bestimmt wird.

Nicht nur durch Überzeugung, sondern vor allem auch klickorientierte Gründe stehen im Vordergrund. Provokante Meinungen werden mehr Klicks bekommen als gut recherchierte Artikel und sind in der Herstellung erheblich billiger. Wenn ein*e Autor*in weit über das Ziel hinausschießt wie z.B. zuletzt Nicolaus Fest, ehemals Chefredakteur der Bild am Sonntag, kann einfach ein weiterer Artikel zum Thema veröffentlicht werden. Dieser beruhigt nicht nur die Wogen, sondern generiert vor allem noch mehr Klicks. Eine Win/Win-Situation für ein Geschäft, dass durch die Vermarktung von Werbung geprägt ist, und wo journalistische Inhalte lediglich das Vehikel sind, um die Aufmerksamkeit des Publikums für die werblichen Inhalte zu erreichen.

    Ein Kommentar:

  • cord schreibt am 3. Oktober 2015 um 00:58

    Schöner Schlußsatz, inspiriert vom Verfahren Axel Springer / Ad Block Plus?

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