Kopisten am Werk – Ungewöhnliche Remakes bekannter Hollywood-Produktionen

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Filmplakat zu "Ramo", der türkischen Version von "Rambo".

Ich hab letztens einen interessanten Beitrag über das türkische Kopie-Kino der 70er und frühen 80er gesehen. Türkische Regisseure drehten US-Blockbuster einfach nach. Copyright? Egal! Und manchmal wurde gleich der Soundtrack oder die Special-Effect-Szenen des Originals mit verwendet. Wegen fehlender Urheberrechte war das sogar legal.

Es gab damals eine solch große Szene, dass das Thema mit „Remake Remix Rip-Off“ eine eigene Dokumentation bekam. Cem Kaya beschäftigte sich intenstiv mit Yesilçam, dem türkischen Popcorn Kino. Steuervergünstigungen sorgten dafür, dass mit türkischen Produktionen hohe Gewinne erzielt werden konnten. Auch das durch Zensur ausgehungerte Publikum war heiß auf die Produktionen:

„Die immense Nachfrage an Filmen führte dazu, dass den Drehbuchautoren schnell die Stoffe ausgingen. Deshalb wurden viele Geschichten mehrfach gedreht. Man begann Trivialliteratur zu verfilmen, Comichelden auf die Leinwand zu bringen, aus der einheimischen wie westlichen Literatur zu adaptieren (Hamlet, Don Quichote, From Mice and Men) und Remakes von ausländischen Filmen zu drehen. So entstanden türkische Versionen von Superman, Zorro, Tarzan, Drakula, James Bond, Flash Gordon, Mr. Ed, Rambo, E.T. und Star Trek aber auch Adaptionen von Filmen wie William Friedkins ‚The Exorcist‘ und Billy Wilders ‚Some Like It Hot‘.“

Remake Remix Rip-Off Trailer from MONOLIT on Vimeo.

Benjamin Maack präsentiert bei einestages die absurdesten Werke. Vom türkischen Star Wars bis zu „Badi“, der gemeinhin als türkischer E.T. bekannt ist. Es zeigt auch, dass durch den „Diebstahl“ von geistigem Eigentum vor allem neue Werke entstanden. Was nicht heißt, dass es nicht auch die 1:1 Kopie gab.

Aber auch in anderen Ländern wie Indonesien, Brasilien oder Japan gab es ähnliche Rip-Offs. Screen Rant stellt einige vor:

Manchmal gab es auch inoffizielle Fortsetzungen die vollkommen legal waren. So wurde George A. Romeros Zombieklassiker „Dawn Of The Dead“ in Europa unter dem Titel Zombie veröffentlicht. Da die Rechte am Titel nicht bei Romero lagen, bekam der Film mindestens drei inoffizielle Sequels. Das war mitunter so irritierend, dass es Zombie 2 gleich zweimal gab, einmal von Lucio Fulci und einmal von Romero selbst.

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