Der Emu-Krieg von 1932 – Mit Kanonen auf Spatzen…

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Emu rennt

Nein, mit Kanonen schoss auch im Emu-Krieg in den dreißiger Jahren niemand. Aber immerhin mit Maschinengewehren auf Emus.

Ich weiß, die Geschichte der Menschheit weiß mich immer wieder zu überraschen. So zum Beispiel der Emu-War, der 1932 in der Region des heutigen westaustralischen Weizengürtels stattfand.

1932 drang nach lang anhaltender Trockenheit und großer Hitze eine ca. 20.000 Tiere große Emu-Herde auf Nahrungs- und Wassersuche in landwirtschaftlich genutzte Gebiete ein. Dabei zerstörten sie die Weizenfelder der Siedler*innen und bedrohten damit deren Existenzgrundlage. Ab dem 2. November zogen daraufhin Soldaten der Royal Australian Artillery gegen die Emus in den „Krieg“ und verschossen dabei mit Maschinengewehren Unmengen an Munition ohne die Anzahl der Tiere nennenswert zu dezimieren. Auch einestages widmete sich der skurrilen Episode australischer Militärgeschichte:

„Der Einsatz entwickelte sich zum Desaster: Versuchten die Soldaten, Emus ins freie Gelände zu treiben, flohen die in den Schutz von Baumgruppen. Probierten sie, die Emus mit einem auf einen Pick-up-Truck montierten Geschütz einzuholen, rannten die so schnell davon, dass der Schütze sich bei der Verfolgungsjagd nur mit Mühe festklammern konnte und keinen einzigen Schuss abgab. […]

Das Lokalblatt ‚Kalgoorlie Miner‘ kommentierte am 5. November lakonisch, die Operation werde wohl noch etwas ‚länger dauern als angenommen. Die Emus haben bewiesen, dass sie nicht so dumm sind wie vermutet‘.“

Am 10. Dezember wurden die Soldaten zurückgezogen. Der Emu-Krieg galt als verloren. Immerhin. Auf der menschlichen Seite ohne jegliche Verluste.

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