King of New York

Einhorns Guide To Manhattan

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King of New York

Letzte Woche war ich in NYC und wie schon bei Oslo möchte ich ein paar Impressionen und Tipps teilen. Aber vorher möchte ich allgemein was zu der Reise schreiben. Es war tatsächlich mein erster Interkontinentalflug und auch mein erster Besuch in den USA. Und ich war wirklich überrascht wie sehr mich das Ganze schockte. New York ist verrückt. Da ich einen Explorer City Pass abholen musste, um einige Sightseeing-Aktivitäten zu absolvieren (dazu später mehr), war einer meiner ersten Besuche nach dem Ankommen der Times Square.

Bis dahin, also mit der U-Bahn von JFK bis zur Upper-East-Side, wo ich wohnte, war alles okay, und ich dachte: „Hey, das ist ja gar nicht so krass wie alle sagten. Nicht so voll und überhaupt.“ Aber als ich dann aus der Metro auf den Times Square trat, war das ziemlich verstörend. Die ersten zwei Tage in Manhattan fühlte ich mich wie ein Kind in einer Achterbahn. Enorm viele Eindrücke, viel Licht, viel, viel, viel. Ich hätte glatt weinen wollen. Nicht weil ich verängstigt war und auch nicht vor Freude, einfach weil es so unglaublich viel war. Gleichzeitig vertraut und surreal. Dann fing ich mich aber und genoss die Stadt wirklich sehr. Es ist halt auch anders als Du es kennst, sauber auf eine eigenwillige Art. Es liegt kaum Müll rum, und in der U-Bahn findest Du weder Tags noch Aufkleber. Als wirklich sauber oder geleckt würde ich es dann aber auch wieder nicht bezeichnen. Und obwohl es sehr voll ist, ist es recht geordnet. Die Leute schienen mir nicht so drängelig und rempelig wie hier zu sein. Und die berühmte amerikanische Freundlichkeit wirkte nach ein zwei Tagen auf mich nicht mehr aufgesetzt, sondern wirklich sympathisch.

Auch hat es mir bisher keine Stadt architektonisch so angetan wie es New York tat. Ich war enorm viel zu Fuß unterwegs und habe mir die Gebäude angesehen. Mit meinem Faible für Art déco wurde ich da gut bedient. Dies also vorweg, nun also meine rein subjektiven Tipps, vielleicht findet Ihr ja was, was Ihr bei Eurem nächsten Besuch machen wollt.

Manhattan Skyline Manhattan Manhattan Manhattan Im Central Park Die Spitze des Empire State Buildings Das Haus aus Ghostbusters New York Guggenheim Street Art Am MET im Central Park Im Central Park

Vegetarisch Essen in Manhattan

Im Gegensatz zu Oslo war es keinerlei Problem, vegan oder vegetarisch zu essen. Options ist das Stichwort und Service die Prämisse, also selbst wenn Du nicht gezielt ein vegetarisches Restaurant aufsuchst, kannst Du immer nach Möglichkeiten fragen und wirst diese bekommen. Auch bedeutet hier Fast Food wirklich fast! So schnell wie dort wurde ich sonst nirgends bedient. Aber all das hat auch seinen Preis, und nur ein Narr (also ich) denkt, er könnte Geld sparen, indem er selbst kocht. Für Manhattan gilt bei Kochen das gleiche wie fürs Autofahren: Lass es bleiben!

Eine Tüte Salat, die Du hier für ca. 1,50 Euro im Supermarkt bekommst, kann dort schnell 5 Dollar kosten. Dies nur als Beispiel. Insgesamt ist Essen unglaublich teuer. Wer also sparen will sollte sich – leider kein Witz – am ehesten von Pizza ernähren. Zwei riesige Slices plus ein Getränk bekommst Du relativ günstig, und nahezu jede Bude ist okay. Mein Favorit war allerdings Two Boots Pizza, die in Manhattan gleich mehrere Filialen haben. Wer eine vegane und/oder eine glutenfreie Pizza essen will, wird hier fündig. Dazu bekommst Du ein wirklich charmantes Ambiente und Pizzen, die nach Filmfiguren benannt sind.
Dicht darauf folgt das Mozzarelli’s. Auch hier gibt es glutenfreie Pizza und ebenfalls vegane Options. Obendrauf kannst Du glutenfreie Kuchen kaufen.

Auf die Pizzen folgten bei mir die mexikanischen Imbisse. Ich bin seit Ewigkeiten schon Fan von mexikanischem Essen und wurde in Manhattan natürlich fündig. Macht einen Bogen um Taco Bell und haut ordentlich rein bei Chipotle. Für eine Kette wirklich hervorragendes Fast Food, und für Vegetarier gibt es neben der Gemüsevariante noch Sofritas, gut gewürztes Tofu-Hack. Nicht zu verachten sind auch die selbstgemachten Tortilla-Chips, die einen leichten Limetten-Geschmack haben. Am besten gleich mit der Guacamole bestellen. Top!
Übertroffen wurde das ganze nur von Dos Toros, wo es zwar weniger Variation gibt, ich aber wirklich hervorragende Soft Tacos essen durfte. Wie auch bei Chipotle gibt es hier natürlich auch Burritos und alles als Salad-Bowl. Auch Dos Toros haben gleich mehrere Filialen in NYC.

Als letztes möchte ich Euch AsiaDog ans Herz legen. Wo es wirklich tolle vegetarische Hot Dogs mit asiatischem Touch gab. Ja, ich weiß, das ist alles enorm Fast-Food-lastig, aber wenn Du mal in die USA reist, geht das wohl klar, einfach gedanken- und hemmungslos zu schlemmen.

Asiadogs

Einkaufen

Ein Einkaufsparadies ist NYC wirklich nicht. Zumindest nicht für mich. Die meisten Plattenläden sind wahre Fundgruben für Jazz- und Klassikfans, aber eben nicht wirklich was für mich Indie-Typen. Auch sind die Preise relativ angemessen, was heißt, dass Du nicht unbedingt das Schnäppchen dort machen wirst. Dann wirst Du vielleicht eher auf einem der Flohmärkte fündig, wo Du auch mal eine japanische Anime-Soundtrack-Doppel-LP für einen Dollar findest. Schnäppchenmäßig lohnt sich für Bücher, CDs und DVDs vor allem der BookOff Store.

Auch die Comic-Stores sind auf den zweiten Blick eher normal. Klar, Comic-Kultur ist hier eine ganz andere als in Europa und die Läden dementsprechend viel größer und besser ausgestattet. Aber eben nicht wirklich anders. In Ketten wie Midtown oder Forbidden Planet wird zwar jeder Comic-Fan fündig, doch gibt es dort hauptsächlich Neuerscheinungen. Einzig in St. Mark’s Comics fand ich krasses Retro-Zeugs. Allerdings auch zu entsprechenden Preisen. Dennoch lohnt sich ein Besuch für Comic-Fans allemal, und immerhin habe ich nun auch die erste Ausgabe des Grumpy-Cat-Comics.

Wer auf alte Videogames und Konsolen steht, sollte auch den beiden Stores 8 Bit And Up sowieso Videogamesnewyork einen Besuch abstatten.

Im Games Store in NYC

Was sich allerdings wirklich lohnt, ist ein Besuch in einem großen Supermarkt. Und hier kommen wir auch zu dem Punkt, was Du in den USA wirklich günstig(er) shoppen kannst: Klamotten. Eine Levi’s Jeans kostet z.B. ca. 25 Dollar. Auch sonst macht es einfach Spaß, durch die kunterbunte Konsumwelt zu irren und den Kram anzusehen. Da ich kurz vor Halloween da war und Weihnachten auch nicht mehr so weit ist, konnte ich vor allem verrücktes Zeug für diese beiden Feiertage ansehen. Tipp in diesem Fall: K-Mart.

Sehenswürdigkeiten

Normalerweise bin ich kein Sightseeing-Fan, und alle obrigen Tipps klingen als wäre ich ein krasses Konsum-Opfer, was ja auch stimmt, aber in New York ist einiges anders. Ganz im Ernst: Vergesst Shopping, lauft rum! Da die Stadt schon seit Jahrzehnten als Filmkulisse dient, kommt Dir vieles enorm bekannt vor. „Ist das nicht das Haus aus Ghostbusters?“ war wohl die Frage, die ich am meisten stellte. Und auch einige übliche Touristenfallen sind tatsächlich einen Besuch wert. Unbedingt empfehle ich einen Besuch im Rockefeller Center bei Top Of The Rock. Ein toller Ausblick und imho besser als der vom Empire State Building, wo die Sicht durch Gitter etwas versperrt ist. Aber selbst davon würde ich nicht abraten.

Ansonsten lohnt es sich vor allem, herumzulaufen. Einfach mal den Broadway entlang schlendern, durch Chinatown und das nahegelegene Little Italy spazieren und das East Village oder die Lower East Side abchecken. Auch die High Line, ein Park auf einer alten Schienenstrecke, lohnt definitiv einen Besuch.

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Am Allerschönsten fand ich aber überraschenderweise den Central Park. Ich bin kein großer Fan von Parkanlagen, aber das war wirklich wunderschön. Das liegt vor allem daran, dass NYC unglaublich schnell und laut ist. Nicht, dass der Central Park die Geräuschkulisse komplett verschlucken könnte, aber es ist ein krasser Kontrast und mit den verschnörkelten Wegen, den Felsbrocken und den kleinen und größeren Teichen einen Besuch wert. Und so war auch der schönste Moment der, wo ich am Bethesda Fountain saß – also da, wo Chuck und Queen B geheiratet haben – und ein Straßenmusiker mit einer Stimme, die an Eric Clapton erinnerte, John Lennons „Imagine“ sang.
Um mich herum natürlich allerlei Gewusel, aber in dem Moment schien es weniger wuselig. Und das obwohl ich Lennon jetzt nicht wirklich für das Genie halte zu dem er gerne stilisiert wird. Die Touristen saßen und lauschten, und manche sangen mit. Nicht unnahe der Strawberry Fields und dem Dakota Building stellten sich ein paar Leute aus aller Welt vielleicht wirklich vor, dass es keinen Himmel, keine Hölle, keine Religion und keine Nationen mehr gäbe.

Squirrel Squirrel Squirrel Ente Vögelchen Pinguine

Weiterführende Links

New York Film Locations
New York Pässe Vergleich für Sehenswürdigkeiten (Ich persönlich fand den New York Explorer Pass am Besten)
10 Nerdiest New York Attractions
Oh My Rockness – Konzertfinder für New York

    3 Kommentare:

  • jfml schreibt am 2. November 2015 um 20:52

    Danke für das Fernweh ^___^

  • Dieter schreibt am 10. November 2015 um 17:44

    Hast du die Bilder mit deiner bekifften Harinezumi gemacht?

  • Daniel Decker
    Daniel schreibt am 10. November 2015 um 18:03

    @Dieter Aber latürnich!

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