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Über Clausnitz, Bautzen & Co. – Über Tribalismus und Kultur

Von Daniel • 25.02.2016

Es ist ein recht kurzer Text den Dietmar Dath in der FAZ zu Clausnitz schreibt und es sind 10 Thesen die Michael Seemann in seinem Blog aufzeigt.

Beiden ist gemein, dass sie eine Erklärung des Rassismus in der Gesellschaft in der Kultur suchen. Bei Michael ist es Prämisse während es sich bei Dath hinter dem Wörtchen Tribalismus verbirgt, das eben auch eine Gruppierung mit einheitlicher Kultur bezeichnen kann. Michael fasst das ganz gut zusammen in seiner Einleitung:

„Die Rassist/innen (bis hin zu der Neuen Rechten) arbeiten gerne mit dem Kulturbegriff, um ihren Rassismus zu tarnen. Statt einer Ablehnung wegen Hautfarbe wird die Ablehnung der Kultur vorgeschoben.“

Menschen sind ja heute auch nicht mehr antisemitisch sondern bezeichnen sich meist euphemistisch gerne als antizionistisch um so einem Rassismusvorwurf zu entgehen. Wer genauer hinsieht und hinhört mag da aber oft gar keinen Unterschied zu erkennen. Es wird verklausuliert, es werden neue Worte gefunden und – wie Michael eben schreibt – ein Kulturbegriff vorgeschoben.

Und ich weiß, dass es sicherlich irgendwie Druck ablässt Rassist*innen als dumm zu bezeichnen und sich über sie lustig zu machen, aber das verharmlost das Problem. Es ist ein nach Unten treten und ein Verkennen davon, dass die Neuen Rechten mit dem korrektem Satzbau und den rhetorischen Verklausulierungen die gar größere Gefahr sind, aber über die können halt nicht so simple Witze gemacht werden. Oder wie Dath schreibt:

„Man soll Menschen, die heute Stammesfehde spielen, nicht mal für halb so dumm halten, wie sie sich aufführen.“



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